DK180 - Live von der Reallaborkonferenz
Shownotes
DK180 - Live von der Reallaborkonferenz
Und: Wer hat die unpopular Opinion!
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 180 nimmt euch Claudia mit zu einer Konferenz über Reallabore. Dort wird diskutiert, wie man Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammenbringen kann - und es passiert noch sehr viel mehr. Kommt mit, es wird spannend.
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Reallaborkonferenz 2026
Die Reallaborkonferenz 2026 hat von 16. bis 17. September in Leverkusen stattgefunden. Claudia war dabei, weil sie mit dem Projekt Co-Site genau in diesem Feld arbeitet. Was Reallabore mit dem Klima zu tun haben, könnt ihr in Folge 165 unseres Podcastst nochmal nachhören und in der aktuellen Folge erfahrt ihr, was alles passiert, wenn sich die Leute zu einer Konferenz treffen, die mit solchen Reallaboren arbeiten.
Ihr hört Sylvia Heuchemer, die Hochschulpräsidentin der TH Köln, Carla Frohn, die u.a. Teil des Organisationsteams der Konferenz ist, genau so wie Larissa Müller und beide erzählen, was es alles zu tun gibt bei so einer Konferenz. Und Markus Egermann ist Wissenschaftler am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung und erzählt, was man bei dieser Konferenz lernen konnte.
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”.
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at Live Shows Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.
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Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
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Transkript anzeigen
Claudia: Hier ist das Klima, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise.
Claudia: Wir lesen und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung jeden zweiten
Claudia: Montag mit heute vielen verschiedenen Personen und mir Claudia Frick.
Claudia: Ja, hallo und erstmal keine Panik.
Claudia: Florian ist auch in zwei Wochen versprochen wieder mit dabei.
Claudia: Aber heute bin ich unterwegs live vor Ort, beziehungsweise heute und morgen,
Claudia: wenn es handelt sich um zwei Tage, die ich live vor Ort sein werde.
Claudia: Bei einer Konferenz zum Thema Reallabore und Nachhaltigkeit.
Claudia: Da ich glaube, dass euch das Thema interessiert und ich auch schon an der einen
Claudia: oder anderen Stelle darüber gesprochen habe, dachte ich, ich nehme euch mit
Claudia: auf diese etwas wilde Reise.
Claudia: Denn zum einen werden sehr, sehr viele spannende Vorträge hier gehalten.
Claudia: Also hier kommen Wissenschaftler und Menschen aus der Praxis und stellen ihre
Claudia: Arbeiten, ihre Projekte und ihre Ideen vor.
Claudia: Und zum anderen ist es natürlich super spannend, bei so einer Konferenz auch
Claudia: mal auf der organisierenden Seite zu sein oder sie eben tatsächlich auf Social
Claudia: Media oder eben hier mit dem Podcast zu begleiten.
Claudia: Da freue ich mich drauf und ich werde so ein bisschen rund laufen,
Claudia: verschiedene Leute ansprechen, ein paar Fragen stellen.
Claudia: Und dann sehr darauf hoffen, dass Florian daraus eine wunderbare Runde Sache
Claudia: macht, damit ihr heute diese Folge genießen könnt.
Claudia: Ihr dürft erwarten auf jeden Fall, dass ich ein paar Leute von der Organisation
Claudia: anspreche und ein bisschen da so ein bisschen abhorsche, wie es einfach gelaufen ist, wie es läuft.
Claudia: Ich stelle Fragen vor der Konferenz, während der Konferenz und nach der Konferenz.
Claudia: Und ich werde eben Leute aus der Wissenschaft und der Praxis ein bisschen was
Claudia: fragen und sie darum bitten, ein paar Sachen zu erklären und zu erläutern,
Claudia: um aufzuzeigen, wie divers auch hier die Perspektiven und Ansichten sind.
Claudia: Genau, also freut euch darauf, auf das, was kommt. Ich weiß es auch noch nicht,
Claudia: denn es ist tatsächlich noch vor 7.30 Uhr am Morgen des ersten Tages der Konferenz.
Claudia: Ich mache jetzt erstmal Aufbau eine Stunde
Claudia: lang und werde dann die ersten Podiumsdiskussionsteilnehmenden begrüßen.
Claudia: Und dann starten wir hier um 9 Uhr in die Konferenz und danach mache ich mich
Claudia: auf, um Leute zu finden, die mir ein bisschen was erzählen, damit ihr auch was zu hören habt.
Claudia: So, hier kommt ein kleiner Zwischeneinspieler von der Claudia der Zukunft.
Claudia: Das finde ich sogar relativ passend, weil das Motto der Reallabor-Konferenz
Claudia: dieses Jahr lautet, zurück in die Zukunft, Reallabore in Zeiten disruptiven
Claudia: Wandels. Ich möchte diesen kurzen Zwischeneinspieler noch nutzen, um noch was zu sagen.
Claudia: Das ist mir nämlich erst während der Aufnahme und danach auch aufgefallen.
Claudia: Und zwar mag man sich vielleicht fragen, warum rede ich ja einfach so nonchalant
Claudia: und alle anderen über Reallabore und Transdisziplinarität und Transformation
Claudia: und was bedeuten diese Begriffe eigentlich?
Claudia: Und zwar möchte ich kurz darauf hinweisen, dass, falls ihr da Lust drauf habt,
Claudia: ihr euch unsere Folge 165 anhören könnt.
Claudia: Da habe ich nämlich tatsächlich schon mal über Transdisziplinarität und Reallabore
Claudia: gesprochen und was das ist und habe da ein bisschen mehr aus der Forschungsperspektive gesprochen.
Claudia: Aber ich habe tatsächlich auch eigentlich alle Personen gefragt,
Claudia: was eigentlich ein Reallabor ist.
Claudia: Und ich glaube, darin werdet ihr auch ein bisschen Freude haben,
Claudia: dass das was gemeint ist mit, naja, diverse Ansichten, was denn diese Sachen
Claudia: eigentlich bedeuten. Und dann ist mir noch was Zweites aufgefallen,
Claudia: nämlich, dass wir vielleicht heute eine leicht andere Flughöhe haben.
Claudia: Es ist doch manchmal gar nicht so einfach, Forschende dazu zu kriegen,
Claudia: die Flughöhe ein bisschen zu verlassen.
Claudia: Also falls da zwischendrin Begriffe sind, die ihr nicht kennt oder wo ihr noch
Claudia: Fragen zu habt, dann schreibt uns auch da mal total gerne.
Claudia: Ich versuche die zwischendrin immer mal wieder aufzugreifen und aufzulösen.
Claudia: Es gibt auch immer mal wieder zwischendrin quasi so kleine Einspieler von mir.
Claudia: Aber ich werde bestimmt nicht alles einfangen. Aber ich traue euch mittlerweile
Claudia: auch einiges zu, wenn ihr hier langjährige Zuhörende seid. Von daher wünsche
Claudia: ich euch jetzt viel Spaß.
Claudia: Und zwar geht's los mit dem ersten kurzen Interview.
Sylvia Heuchemer: Neben mir sitzt jetzt Silvia Heuchmer, die Präsidentin der Technischen Hochschule
Sylvia Heuchemer: Köln, wo wir heute zu Gast sind mit der Reallaborkonferenz.
Sylvia Heuchemer: Und sie haben gerade die Reallaborkonferenz auch eröffnet mit den Begrüßungsworten.
Sylvia Heuchemer: Und ich wollte mir die Frage gerne beantwortet wissen, warum ist es eigentlich
Sylvia Heuchemer: so wichtig, eine Konferenz speziell zu Reallaboren zu haben?
Sylvia Heuchemer: Ja, also das ist eine wirklich gute Frage.
Sylvia Heuchemer: Ja, warum ist es wichtig, eine Konferenz zu Reallaboren zu haben?
Sylvia Heuchemer: Ich möchte gern zuerst noch erwähnen, dass es für uns auch eine Freude und eine
Sylvia Heuchemer: Anerkennung ist, dass wir diese Konferenz zusammen mit dem Netzwerk Reallabore
Sylvia Heuchemer: der Nachhaltigkeit ausrichten dürfen.
Sylvia Heuchemer: Weil das zeigt nochmal, dass die TH Köln und hier auch mit ihrem Projekt CoSight
Sylvia Heuchemer: sichtbar geworden ist in der Reallabor-Community.
Sylvia Heuchemer: Und warum ist es wichtig, eine Konferenz speziell zu Reallaboren auszurichten?
Sylvia Heuchemer: Ich glaube, es ist wichtig, weil diese Form der Forschung, die man in Reallaboren
Sylvia Heuchemer: betreibt, Nämlich an gesellschaftlichen Herausforderungen,
Sylvia Heuchemer: mit PartnerInnen außerhalb der Hochschule auch zusammenzuarbeiten,
Sylvia Heuchemer: auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten, das ist gar nicht so selbstverständlich.
Sylvia Heuchemer: Es ist auch gar nicht immer so einfach, weil da ja auch zwei Systeme aufeinandertreffen
Sylvia Heuchemer: und man in dieser Form der Forschung, also in der transdisziplinären Forschung.
Sylvia Heuchemer: Ja auch es schaffen muss, die unterschiedlichen Erwartungen,
Sylvia Heuchemer: die Rollen, die Interessen zusammenzubringen.
Sylvia Heuchemer: Und das ist oft nicht ganz konfliktfrei, das ist oft sehr herausfordernd,
Sylvia Heuchemer: bringt aber natürlich ganz neue Perspektiven rein, bringt ganz neue Ansätze
Sylvia Heuchemer: rein und das ist so eine besondere Form der Forschung.
Sylvia Heuchemer: Und sich hierüber auszutauschen und wirklich auch zu erkennen,
Sylvia Heuchemer: dass man voneinander lernen kann, dass man Erfahrungen austauschen kann, das ist so wichtig.
Sylvia Heuchemer: Und mittlerweile ist die Reallabor-Community ja auch so groß,
Sylvia Heuchemer: dass da wirklich ein großer Erfahrungsschatz vorliegt.
Sylvia Heuchemer: Oh ja, das kann man dem Programm auch eindeutig entnehmen.
Sylvia Heuchemer: Sehr, sehr viele verschiedene Workshops und Vorträge. Ich würde noch eine Frage
Sylvia Heuchemer: stellen, speziell zu uns, weil wir ja eine Hochschule für angewandte Wissenschaften sind.
Sylvia Heuchemer: Und ich frage mich dann immer, in welchem Verhältnis stehen eigentlich für Sie
Sylvia Heuchemer: Reallabore genau zu dieser Art von Wissenschaft, zu angewandter Wissenschaft?
Sylvia Heuchemer: Also ich würde mir ja ehrlich gesagt wünschen, dass Hochschulen für angewandte
Sylvia Heuchemer: Wissenschaften auch für sich mal ein Leitbild formulieren.
Sylvia Heuchemer: Also wenn wir mal schauen, gerade die Hochschulen für angewandte Wissenschaften,
Sylvia Heuchemer: wir hetzen ja irgendwie immer einem universitären Leitbild hinterher.
Sylvia Heuchemer: Also insbesondere in der Forschung. Wir wollen auch exzellente Forschung machen.
Sylvia Heuchemer: Wir wollen uns ebenfalls messen an Publikationen, an Drittmitteln.
Sylvia Heuchemer: Wir kämpfen darum, beispielsweise in Förderorganisationen wie der DFG aufgenommen
Sylvia Heuchemer: oder auch über diese gefördert zu werden.
Sylvia Heuchemer: Aber was Hochschulen für angewandte Wissenschaften eigentlich auszeichnet und
Sylvia Heuchemer: jetzt insbesondere auch unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist ja.
Sylvia Heuchemer: Dass wir nicht nur in dem Wissenschaftssystem sozialisiert sind,
Sylvia Heuchemer: sondern wir haben auch Berufspraxis gesammelt.
Sylvia Heuchemer: Und das heißt, wir können eigentlich Wissensquellen aus zwei Bereichen erschließen
Sylvia Heuchemer: und dadurch können sich ja ganz neue Fragestellungen ergeben,
Sylvia Heuchemer: die wir insbesondere dann brauchen,
Sylvia Heuchemer: wenn es um angewandte Wissenschaften geht.
Sylvia Heuchemer: Und was ist jetzt für mich so das besondere Reallabor und angewandte Wissenschaften?
Sylvia Heuchemer: Also es geht nicht nur darum, dass wir Wissenschaft einfach nur anwenden,
Sylvia Heuchemer: sondern was uns eigentlich auszeichnet, wir können konkrete gesellschaftliche
Sylvia Heuchemer: Herausforderungen, die in der Regel sehr komplex sind,
Sylvia Heuchemer: die können wir adressieren, weil wir schon in unserer beruflichen Sozialisation
Sylvia Heuchemer: gelernt haben, mit komplexen Fragestellungen umzugehen.
Sylvia Heuchemer: Wir haben da schon gelernt, dass man interdisziplinär zusammenarbeiten muss
Sylvia Heuchemer: und dass man auch manchmal über institutionelle Grenzen gehen kann. Und so wichtig...
Sylvia Heuchemer: Und Grundlagenforschung ist so wichtig auch wirklich. Es ist in den Disziplinen
Sylvia Heuchemer: die Erkenntnisgrenzen immer zu verschieben.
Sylvia Heuchemer: Aber so wichtig ist es auch, dass wir als Hochschulen unsere Rolle in der Gesellschaft wahrnehmen.
Sylvia Heuchemer: Und wenn wir uns anschauen, vor welchen Herausforderungen wir stehen,
Sylvia Heuchemer: dann brauchen wir Institutionen, die in der Lage sind, auch mit Gesellschaft
Sylvia Heuchemer: an Fragestellungen zu arbeiten, damit wir schneller vom Wissen auch ins Handeln kommen.
Sylvia Heuchemer: Und das ist ja eigentlich ein Modus, der in Reallaboren praktiziert wird.
Sylvia Heuchemer: Und deshalb ist aus meiner Sicht Hochschulen für angewandte Wissenschaften und
Sylvia Heuchemer: Reallabore, da würde ich sagen, Reallabor müsste eigentlich der Modus operandi
Sylvia Heuchemer: in der Forschung von Hochschulen für angewandte Wissenschaften sein.
Sylvia Heuchemer: Das heißt, diese Reallaborkonferenz ist für ein Blick in unsere Zukunft.
Sylvia Heuchemer: Ich fände es schön, wenn es tatsächlich ein Blick in unsere Zukunft ist.
Sylvia Heuchemer: Ich fände es schön, wenn wir auch erkennen würden in unserer Hochschule,
Sylvia Heuchemer: welches Potenzial in Reallaboren oder dieser Forschungsmethode auch steckt und
Sylvia Heuchemer: wenn wir eben auch erkennen könnten,
Sylvia Heuchemer: dass das keine Forschung zweiter oder dritter Klasse ist.
Sylvia Heuchemer: Diese Sorge ist ja immer so ein bisschen gegeben, weil das Anreizsystem,
Sylvia Heuchemer: dass die Bewertungslogik in der
Sylvia Heuchemer: Wissenschaft eben immer noch diesem universitären Leitbild nachhängt und
Sylvia Heuchemer: den Scientific Impact immer noch höher gewichtet als den Societal Impact.
Sylvia Heuchemer: Vielleicht, weil er leichter zu messen ist, vielleicht, weil er sich über Jahre tradiert hat.
Sylvia Heuchemer: Vielleicht, weil man ungern möchte, dass an diesem System gerüttelt wird,
Sylvia Heuchemer: indem man groß geworden ist. Das weiß ich nicht so genau. Wahrscheinlich anders ein bisschen.
Sylvia Heuchemer: Ich habe noch eine letzte Frage, die ist eigentlich schon so ein bisschen beantwortet,
Sylvia Heuchemer: aber ich stelle sie einfach allen, weil ich mich immer darüber freue,
Sylvia Heuchemer: wie unterschiedlich die Antworten sind. Und die Frage ist, was ist ein Reallabor für Sie?
Sylvia Heuchemer: Also für mich ist ein Reallabor zum einen eine Forschungsinfrastruktur als auch
Sylvia Heuchemer: ein eben Modus operandi der Forschung, wie ich gesagt habe.
Sylvia Heuchemer: Und für mich ist einfach entscheidend in einem Reallabor, dass transdisziplinär
Sylvia Heuchemer: gearbeitet wird, also dass wir intern transdisziplinär an gesellschaftlichen
Sylvia Heuchemer: Herausforderungen arbeiten.
Sylvia Heuchemer: Es ist auch immer kontextualisiert, also an relativ lokale Gegebenheiten angepasst.
Sylvia Heuchemer: Und in diesem Reallabormodus, und das zeichnet es für mich eben ganz besonders
Sylvia Heuchemer: aus, arbeiten WissenschaftlerInnen und außerhochschulische AkteurInnen wirklich auf Augenhöhe.
Sylvia Heuchemer: Und man möchte in erster Linie mal sozusagen das Wissen aus den verschiedenen
Sylvia Heuchemer: Bereichen zusammenführen,
Sylvia Heuchemer: gemeinsam Problemstellungen identifizieren, dass man sich dann aber auch überlegt,
Sylvia Heuchemer: das ist wichtig, wo möchte man sich denn hin entwickeln, was ist das Ziel,
Sylvia Heuchemer: worum es geht und wie kommen wir da hin.
Sylvia Heuchemer: Also für mich ist ganz wichtig, dass mit Reallaboren in diesem Modus auch immer,
Sylvia Heuchemer: eine Transformation verbunden ist.
Sylvia Heuchemer: Ja, sehr schön. Das ist auch mein Lieblingszitat aus der Begrüßung gewesen,
Sylvia Heuchemer: dass es bei Reallaboren ja auch darum geht, nicht Wissen und Transfer nacheinander,
Sylvia Heuchemer: sondern miteinander zu denken. Ja, sehr schön. Vielen lieben Dank. Sehr gerne. Danke.
Claudia: So, jetzt kommt hier wieder ein kleiner Einspieler von Zukunfts-Claudia,
Claudia: die sich zum einen tatsächlich sehr darüber freut, dass Silvia Heuchmer Zeit
Claudia: gehabt hat, Fragen zu beantworten und bereit war, auch hier mitzumachen.
Claudia: Und zum anderen nochmal ganz kurz hier die Frage stellen will,
Claudia: warum sprechen wir jetzt eigentlich im Podcast das Klima über Reallabore und
Claudia: Transdisziplinarität? Für alle, die sich die Folge 165 schon angehört haben,
Claudia: denen wird das total vertraut sein.
Claudia: Aber ich möchte vielleicht noch einmal zur Einordnung sagen,
Claudia: dass der Klimawandel, die Klimakrise natürlich eine von diesen Formen von disruptiven
Claudia: Wandel ist, den wir gerade erleben.
Claudia: Und wozu es keine einfachen, simplen, unkomplexen Lösungsansätze gibt.
Claudia: Und auch ein Problem, das eben gesamtgesellschaftlich angegangen werden muss.
Claudia: Und genau für solche Probleme sind Reallabore und Transdisziplinarität ebenso super wichtig.
Claudia: Also dass man eben nicht nur in der Wissenschaft irgendwie sich Fragen ausdenkt
Claudia: und Fragen beantwortet. Natürlich denkt man die sich nicht aus,
Claudia: sondern die ergeben sich aus den Forschungslücken, die es noch gibt.
Claudia: Aber genau der Ansatz in Reallaboren und bei Transdisziplinarität ist ja eben,
Claudia: die Fragen, die eigentlich relevant sind, nicht nur aus Forschungslücken zu
Claudia: definieren, sondern eben auch aus der Gesellschaft heraus von wichtigen Personen,
Claudia: zum Beispiel auch aus kommunaler Verwaltung, von Klimamanagern,
Claudia: von AnpassungsspezialistInnen, von Städtebau-ExpertInnen.
Claudia: Das heißt, hier werden viel mehr Leute involviert in die eigentliche Fragenfindung
Claudia: und dann eben auch in die Lösungsfindung.
Claudia: Und deswegen sind Reallabore und Transdisziplinarität so ein wichtiger Punkt
Claudia: beim Thema Klimakrise und Klimawandelanpassung.
Claudia: So, das jetzt erstmal dazu und wir gehen weiter ins nächste Interview.
Carla Frohn: Du kennst mich? Ich muss mich dir nicht vorstellen. Nee. Sehr gut.
Carla Frohn: Aber es wäre total gut, wenn du dich kurz vorstellst, auch wenn ich dich kenne.
Carla Frohn: Ja, klar. Wer bist du? Ich bin Carla. Carla Frohn. Ich weiß nicht,
Carla Frohn: ob du Vor- und Nachnamen brauchst.
Carla Frohn: Wie du möchtest. Jetzt ist zu spät. Ich bin Co-Designerin im Projekt CoSight.
Carla Frohn: Tatsächlich seit fast an Beginn, seit Februar 23. Schreibe zusätzlich meine
Carla Frohn: Doktorarbeit im Bereich Partizipation, immersive Technologien.
Carla Frohn: So nebenbei. So nebenbei.
Carla Frohn: Was ist deine Rolle hier auf der Reallaborkonferenz? Viel, würde ich sagen.
Carla Frohn: Also ich bin im Orga-Team, bin vor allem einfach dafür zuständig,
Carla Frohn: dass die Workshops laufen, dass die Räume entsprechend sind.
Carla Frohn: Ich habe die Session Chairs instruiert, worauf sie achten müssen.
Carla Frohn: Bin die ganze Zeit Leute am fragen, ob sie Zeit haben, was zu tun.
Carla Frohn: Habe aber auch einen Vortrag. Das wird sehr cool.
Carla Frohn: Eine an Popular Opinion, wo ich mal sehr gespannt bin. Die mache ich zusammen
Carla Frohn: mit meinen Kolleginnen Henni und Leandra.
Carla Frohn: Und da bin ich mal sehr gespannt, weil ich noch nie eine an Popular Opinion gehabt habe.
Carla Frohn: Ja, die Formate dieser Konferenz sind ein bisschen ungewöhnlich.
Carla Frohn: Da wollte ich auf jeden Fall auch noch was zu sagen, entweder vor oder nach.
Carla Frohn: Der Aufzeichnung dieses Interviews. Mal gucken, kannst du vielleicht noch kurz
Carla Frohn: sagen, was ein Session-Share eigentlich ist und macht, weil du gesagt hast, du hast die instruiert.
Carla Frohn: Ich bin auch Session-Share, ich wurde auch instruiert, aber was mache ich eigentlich da?
Carla Frohn: Ja, Session Chair ist eigentlich ein fancy Wort für Moderation und wir haben
Carla Frohn: verschiedene Vorträge, die halt innerhalb einer Session präsentiert werden und
Carla Frohn: Diskussionen dann anschließend dazu ermöglicht werden.
Carla Frohn: An der Stelle relativ typisches Format in der Wissenschaft, da braucht es halt
Carla Frohn: immer Leute, die irgendwie ganz gut durch die ganze Session leiten,
Carla Frohn: dafür sorgen, dass Vorträge nicht zu lang werden, dass vor allem auch Diskussionen.
Carla Frohn: In die richtige Richtung laufen und so eine Mischung aus Dasein für die vortragenden
Carla Frohn: Ansprechpartnerinnen sein und aber auch so Dinge wie Timekeeping,
Carla Frohn: was einfach der Fairness vor allem gegenüber den letzten Vortragenden immer super wichtig ist.
Carla Frohn: Das stimmt, dass am Ende nicht jemand kürzer macht Muss, weil alle anderen zu
Carla Frohn: lang waren. Ja, das will niemand. Und tatsächlich habe ich immer das Gefühl,
Carla Frohn: wenn es einen trifft, dann ist es der zweitletzte Vortrag. Ah.
Carla Frohn: Weil da fällt dann der Person auf, oh no, wir müssen ganz schnell durchkommen.
Carla Frohn: Also musst du jetzt kürzer halten, was ich nicht so cool finde.
Carla Frohn: Und deswegen achten wir da einfach sehr drauf. Und dabei natürlich die Wertschätzung nicht vergessen.
Carla Frohn: Sehr gut. Ja, da freue ich mich auch schon drauf. Die Rolle mache ich heute Nachmittag.
Carla Frohn: Ich freue mich auch schon, in deiner Session dann gestoppt zu werden,
Carla Frohn: wenn ich zu lange rede. Ja, ich werde ganz böse gucken.
Carla Frohn: Das kann ich sehr gut. Ich habe noch eine Frage, die ich allen stelle,
Carla Frohn: die ich heute Sachen fragen werde.
Carla Frohn: Und zwar ist es eine super simple Frage, aber ich finde, jede Person gibt eine
Carla Frohn: andere Antwort darauf. Deswegen würde ich dich gerne fragen,
Carla Frohn: was ist eigentlich ein Reallabor für dich?
Carla Frohn: Ja, total simple. Gar keine Frage. Da habe ich mich auch gefühlt,
Carla Frohn: das erste Jahr zumindest theoretisch, also natürlich auch praktisch,
Carla Frohn: aber vor allem im ersten Jahr theoretisch sehr viel mit auseinandergesetzt.
Carla Frohn: Warum bin ich eigentlich hier und was ist ein Reallabor? Für mich ist ein Reallabor,
Carla Frohn: zum einen ein Öffnen aus dem Wissenschaftsturm.
Carla Frohn: Zum anderen aber auch, sich in der Wissenschaft nicht zu vergessen,
Carla Frohn: weil wir sind immer noch eine Forschung und dabei das coole Chaos,
Carla Frohn: was dadurch entsteht, als kreativen wissenschaftlichen Prozess verstehen.
Carla Frohn: Und dann gemeinsam im Chaos mit Partnerinnen, die nicht Wissenschaft machen,
Carla Frohn: gemeinsam Lösungen finden.
Carla Frohn: Genau, genau. Also Chaos klingt vielleicht ein bisschen hart,
Carla Frohn: es ist eigentlich eher positiv gemacht, sondern es ist wirklich so dieses,
Carla Frohn: in dem Moment, wo halt verschiedenste Leute aufeinandertreffen,
Carla Frohn: gemeinsam einen Weg finden und die verschiedensten Leute haben aber alle berechtigte
Carla Frohn: Interessen, Wünsche und so weiter, aber eben auch die Forschung.
Carla Frohn: Und das finde ich auch ganz wichtig, dass man sich als Forschung dabei nicht verliert.
Carla Frohn: Das bietet aber völlig neue Forschungsperspektiven noch nochmal.
Carla Frohn: Also ich arbeite im Bereich der Partizipation und das ist ein völlig anderes
Carla Frohn: Forschungsfeld, wenn du tatsächlich Partizipation machst, als wenn du da nur
Carla Frohn: theoretisch drüber nachdenkst.
Carla Frohn: Und das ist zum Beispiel der Bereich, der funktioniert auch gar nicht,
Carla Frohn: wenn man es nicht praktisch, wenn man nicht Reallaborarbeit macht.
Carla Frohn: Ja, also Leute einbeziehen in die eigene Forschung ist eigentlich der Kern des Ganzen.
Carla Frohn: Genau und öffnet neue Forschungsfelder dadurch. Ja, sehr schön.
Carla Frohn: Und in deiner Promotion, was machst du da konkret? Was ist deine Forschungsfrage?
Carla Frohn: Ja, ich untersuche, wie immersive Technologien im Kontext von Partizipation
Carla Frohn: und Partizipationsmethoden speziell funktionieren können, sollten, tun.
Carla Frohn: Und was sind immersive Technologien? Alles, letztendlich alles,
Carla Frohn: was dich irgendwie in eine andere Welt hineinzieht.
Carla Frohn: Bücher. Genau. Technisch gesehen kann man den Begriff sehr viel weiter definieren,
Carla Frohn: als er typischerweise in der Wissenschaft definiert wird.
Carla Frohn: Ursprünglich kommt er so aus dem Bereich von Virtual Reality.
Carla Frohn: Das kennt man ja, wenn man die Brille dann aufzieht und dann so komplett in
Carla Frohn: der anderen Welt eintaucht.
Carla Frohn: Das ist aber auch Augmented Reality.
Carla Frohn: Zum Beispiel gibt es Brillen, die man dann aufsetzt und dann halt digitale Objekte
Carla Frohn: sich in der realen Welt praktisch überlagern.
Carla Frohn: Aber auch Handys und Tablets, durch die man dann wiederum durch die Kamera digitale
Carla Frohn: Objekte irgendwo hin projiziert. Das ist auch eine Form von Augmented Reality
Carla Frohn: und dementsprechend auch Teil von immersiver Technologie.
Carla Frohn: Und ein ganz bekanntes Beispiel ist eigentlich, oder womit es viele irgendwie
Carla Frohn: verbinden oder was damit wir anfangen können, ist Pokémon Go.
Carla Frohn: Ja, man hat in der realen Welt plötzlich kleine Pokémon gefunden.
Carla Frohn: Genau, und dann hat es aber auch selber plötzlich eine neue Rolle.
Carla Frohn: Man war halt kein Mensch mehr, der in der Realität irgendwie durch die Gegend
Carla Frohn: gefahren ist, sondern man war außerdem Pokémon-Trainerin, die durch die Gegend
Carla Frohn: gefahren ist und Pokémon gesammelt hat, an den verschiedensten Orten.
Carla Frohn: Und das ist halt so eine neue Perspektive, die natürlich entsteht.
Carla Frohn: Immersive Technologien ist jetzt, also es ist schon immer noch was Neues,
Carla Frohn: es gibt es aber auch schon ein bisschen länger.
Carla Frohn: Aber tatsächlich den Einsatz in Partizipationsformaten gibt es tatsächlich noch
Carla Frohn: gar nicht so viel. Natürlich auch schon ein bisschen, keine Frage,
Carla Frohn: aber es ist auf jeden Fall ein Forschungsfeld, wo man noch viel machen kann.
Carla Frohn: Ich bin gespannt, was dabei rauskommt. Ich freue mich schon, die Arbeit zu lesen.
Carla Frohn: Super, dann vielen lieben Dank und frohes weiteres Aufbauen. Danke, gerne.
Claudia: So, das hier ist jetzt der kleine Formate-Einschub. Und damit meine ich,
Claudia: dass ich ganz kurz erläutern möchte, welche Formate an Beteiligungsmöglichkeiten
Claudia: es eigentlich auf dieser Konferenz gibt.
Claudia: Und zwar jetzt erstmal nur die, die tatsächlich offiziell im Programm stehen,
Claudia: so diese wissenschaftlichen Formate.
Claudia: Weil mir aufgefallen ist, dass in den Gesprächen mit den Leuten doch immer wieder
Claudia: Formate genannt wurden. Und man weiß ja vielleicht nicht ganz genau,
Claudia: was eigentlich eine Unpopular Opinion ist.
Claudia: Genau, und deswegen dachte ich, ich gehe mal ganz kurz durch die verschiedenen
Claudia: Formate durch, die wir auf dieser Konferenz anbieten.
Claudia: Und der erste und auch die größten raumeinnehmende Formatkategorie sind Co-Kreative Workshops.
Claudia: Das heißt, das sind wirklich interaktive Formate, wo man gemeinsam etwas entwickelt.
Claudia: Zum Beispiel ein Konzept oder ein Prototyp von irgendwas, zum Beispiel von einem
Claudia: Spiel oder man Visionen entwickelt oder sich Fragestellungen anschaut.
Claudia: Also da passiert was, das heißt ein Workshop ist was, wo Menschen mitmachen.
Claudia: Also wenn man in ein Workshop reingeht, dann kann man sich nicht einfach stumm
Claudia: in die Ecke setzen und zuhören, sondern es geht darum, dass man mitmacht und
Claudia: gemeinsam etwas erarbeitet.
Claudia: Und diese Workshops sind eben auch länger, also da kann man dann anderthalb
Claudia: Stunden oder zwei Stunden gemeinsam verbringen und auch tatsächlich was entwickeln und bewirken.
Claudia: Das heißt, man schafft sogar etwas gemeinsam oder kreiert etwas gemeinsam.
Claudia: Das meint auch das Co-Kreativ, anstatt einfach erstmal so einen Vortrag zu hören.
Claudia: Aber natürlich genau das zweite Format ist einfach auch ein Fachvortrag.
Claudia: Den kennen wir von allen wissenschaftlichen Konferenzen. Das stellt dann eben
Claudia: eine Person so in zwölf Minuten vor, zum Beispiel das eigene Forschungsprojekt
Claudia: oder eine Publikation oder eine Studie.
Claudia: Und im Anschluss gibt es dann noch so acht Minuten, in denen Fragen gestellt
Claudia: werden können aus dem Publikum an die Personen, die vortragen.
Claudia: Und dann wird entsprechend auch noch geantwortet. Ja, dann gibt es auch so ein
Claudia: drittes Format, das angelehnt an die Fachvorträge ist, aber deutlich kürzer.
Claudia: Und die heißen bei uns Lightning Talks.
Claudia: Das sind so kleine Impulsvorträge, würde ich sagen. Die sind sehr pointiert
Claudia: und das sind nur fünf Minuten. Also man hat tatsächlich nur fünf Minuten, um etwas vorzustellen.
Claudia: Und dann sind auch nochmal fünf Minuten eingeplant danach für eben Fragen oder
Claudia: Diskussionen aus dem Publikum. Ja, und dann eben dieses wunderbare Format Unpopular Opinion.
Claudia: Das ist vielleicht ein bisschen ungewöhnlich, aber da geht es darum,
Claudia: dass man tatsächlich so ein richtig zugespitztes Statement formuliert,
Claudia: dass da kommt dann tatsächlich jemand und sagt, ja, Reallabore zum Beispiel sind überflüssig.
Claudia: Das ist jetzt natürlich sehr vereinfacht und diese Frage hat hier jetzt auch
Claudia: niemand gestellt, aber wenn man es so zeigen, wie zugespitzt so etwas sein könnte,
Claudia: und die wird dann ein bisschen ausformuliert dann natürlich so ein Statement,
Claudia: und dann wird daraus eine moderierte Diskussion entstehen.
Claudia: Also Leute sollen sich zu dieser Meinung, zu dieser Unpopular-Abhängigen äußern,
Claudia: dagegen argumentieren, mitargumentieren, kritisch reflektieren.
Claudia: Und das macht das Ganze auch ein bisschen spannender, weil man eben tatsächlich
Claudia: eben auch mal kontrovers Themen anschneiden kann oder kontroverse Themen anschneiden
Claudia: kann. Genau, da geht es wirklich um Reflexion und auch um ein bisschen selbstkritisches Denken.
Claudia: Dann haben wir immersive Räume.
Claudia: Das ist vielleicht auch ein bisschen was Besonderes hier. Immersive Räume.
Claudia: Das sind Räume, in denen virtuell etwas gestaltet wird, in das man sich hineinbegibt.
Claudia: Also es geht um digitale, immersive Räume.
Claudia: Zum Beispiel eben mit Virtual Reality, also wenn man diese Brillen aufzieht
Claudia: und wirklich in dieser Welt verschwindet.
Claudia: Oder Augmented Reality, wo man eben so ein Overlay auf der Brille oder auf dem
Claudia: Smartphone hat, das dann etwas anzeigt, wenn man über die reale Welt drüber schaut.
Claudia: Zum Beispiel mit dem Handy oder der Brille. Genau, da gibt es tatsächlich Räume,
Claudia: in die man physisch hineingehen kann. Und dann kann man sich zum Beispiel die
Claudia: Brille aufsetzen und sich etwas ansehen.
Claudia: Dann haben wir noch so zwei Formate, die jetzt nichts mit dem eigentlichen Art
Claudia: des Vortrags zu tun haben, sondern mit den Personen, die dort vortragen können.
Claudia: Wir haben nämlich extra Sessions reserviert, also kleine Zeitslots,
Claudia: in denen Promovierende etwas vortragen können und Austausch machen können rund
Claudia: um ihre Promotionen, die sich mit dem Thema Reallabor natürlich irgendwie beschäftigen.
Claudia: Und als zweites einen Track oder Sessions für Studierende, wo Studierende die
Claudia: Projekte machen, die vielleicht schon mitarbeiten in Reallaboren,
Claudia: auch etwas vorstellen können. Ja, das sind die Formate, die wir auf dieser Konferenz haben.
Claudia: Und ich glaube, das macht sie auch schon so ein bisschen besonders und vor allem
Claudia: sehr abwechslungsreich.
Claudia: Also es sind nicht nur wissenschaftliche Vorträge, sondern da gibt es noch mehr.
Claudia: Und natürlich gibt es noch abseits davon Formate, die nicht so offiziell im
Claudia: Programm stehen oder feste Zeitslots haben.
Claudia: Wir haben hier KünstlerInnen, die kreative Rückzugsmöglichkeiten und Beteiligungsmöglichkeiten
Claudia: anbieten. Wir haben hier eine Station für ein Zin.
Claudia: Darüber können wir vielleicht nachher auch nochmal jemanden befragen.
Claudia: Ansonsten erzähle ich gerne etwas dazu, wo man tatsächlich hier kreativ mit
Claudia: seinen Händen physisch eine Seite kreativ gestalten kann von so einem kleinen Magazin.
Claudia: Und ja, man bastelt ein bisschen und kann dabei ein bisschen abschalten von
Claudia: dem Stress der Konferenz, aber auch etwas Kreatives erzeugen,
Claudia: das sich mit dem Thema Reallabore beschäftigt.
Claudia: Ja, dann haben wir auch noch Spiele, so zwei Tische mit Spielen drauf,
Claudia: in denen man tatsächlich ein Spiel zum Thema Klima spielen kann,
Claudia: zwei verschiedene Spiele zu dem Thema spielen kann.
Claudia: Ich denke, damit haben wir eigentlich ein relativ hohes Programm und damit gebe
Claudia: ich jetzt wieder zurück zu den einzelnen Stimmen von den verschiedenen Personen
Claudia: oder wir fangen jetzt an mit den einzelnen Stimmen der verschiedenen Personen.
Claudia: Nachdem ich so schön noch auf der Konferenz die Formate erklärt habe,
Claudia: kommt jetzt hier die Zukunfts-Claudia nochmal reingeflogen und muss sagen,
Claudia: dass sie tatsächlich nur auf Tag 1 der Konferenz dabei war.
Claudia: Denn ungeplanterweise war ich an Tag 2 krank und konnte nicht weiter mitmachen,
Claudia: weder bei einem Social-Media-Auftritt noch für diesen Podcast hier.
Claudia: Aber ich habe ein wunderbares Team und meine Kolleginnen von der Social Media
Claudia: Redaktion haben tatsächlich nicht nur Content kreiert für Instagram und für
Claudia: LinkedIn, sondern haben auch noch ein paar Sachen für diesen Podcast gemacht.
Claudia: Und dafür bin ich unendlich dankbar und ich hoffe, ihr freut euch auch,
Claudia: dass es noch ein paar mehr Einblicke gibt dank meinem Team.
Claudia: Und der Dank geht raus an Julia Lauchs, an Anne-Sophie Diesner,
Claudia: an Barbara Frick, an Marlene Bethke und an Steffen Rath.
Claudia: Vielen Dank, dass ihr so toll diesen Social-Media-Auftritt begleitet habt und
Claudia: auch noch beim Podcast unterstützt habt.
Claudia: Und die Zukunfts-Claudia macht jetzt auch noch eine Runde weiter,
Claudia: denn die KollegInnen, die ich gerade genannt habe, die sind alle vom Projekt
Claudia: CoSight und ich glaube, die nächste Interviewpartnerin spricht auch vom Projekt.
Claudia: Sie nennt aber nicht nochmal explizit, was das Projekt eigentlich ist.
Claudia: Deswegen mache ich das jetzt nochmal aus der Zukunft heraus.
Claudia: Und zwar heißt das Projekt COSIDE ausgesprochen einmal Co-Kreationen der Region
Claudia: systemisch und innovativ Transfer entwickeln.
Claudia: Und das ist das Projekt der Technikhochschule Köln, an dem unter anderem ich
Claudia: beteiligt bin, aber noch viele weitere ProfessurInnen und andere Forschende.
Claudia: Hier entwickeln wir tatsächlich gemeinsam mit Menschen aus der Region aus den
Claudia: verschiedensten Bereichen Lösungen und Fragestellungen zur Klimawandelanpassung,
Claudia: die wir dann gemeinsam auch bearbeiten, umsetzen und beantworten wollen.
Claudia: Das heißt, wir leben quasi Forschung und Transfer gleichzeitig,
Claudia: genau in diesem Projekt und es passt natürlich, dass wir das eben im Modus eines Reallabors machen.
Claudia: Und genau deshalb ist es auch so passend, dass wir diese Konferenz dieses Jahr ausrichten durften.
Claudia: Und damit würde ich jetzt erstmal weitergeben an die Kolleginnen aus dem Projekt,
Claudia: an Larissa und an meine Kollegin Julia, die die Fragen gestellt hat.
Larissa Müller: Wer bist du und was sind deine Rollen hier auf der Konferenz?
Larissa Müller: Ja, ich bin Larissa Müller. Ich bin Wissenschaftlerin an der TH Köln,
Larissa Müller: also der Technischen Hochschule Köln. Ich habe mehrere Schwerpunkte.
Larissa Müller: Das heißt, ich bin so ein bisschen so ein Chamäleon oder so eine Generalistin eigentlich im Projekt.
Larissa Müller: Auf der einen Seite arbeite ich sehr, sehr eng mit der wissenschaftlichen Leitung
Larissa Müller: des Projektes, Professor Farnay zusammen, Professor Valerie Farnay und darf
Larissa Müller: in meinem Team drei Hauptfachbereiche verantworten.
Larissa Müller: Das ist Virtual Reality, das ist die Wirkungsanalyse und das ist Co-Design und
Larissa Müller: von Hause aus bin ich Sozialwissenschaftlerin und wäre wahrscheinlich am ehesten
Larissa Müller: bei dem beheimatet in den Sozialwissenschaften und dem Co-Design.
Larissa Müller: Und was ist deine Rolle hier auf der Konferenz?
Larissa Müller: Genau, auf der Konferenz habe ich ganz viel mitgemacht, was das Programm anging.
Larissa Müller: Und mit Programmen meinen wir eigentlich so die Ausgestaltung der Konferenz.
Larissa Müller: Also wir haben ja irgendwann mal die Idee bekommen, so jetzt können wir das
Larissa Müller: machen. Konferenz ist ja quasi eine Kooperation mit dem Netzwerk der Reallabore der Nachhaltigkeit.
Larissa Müller: Und dann sind wir halt erstmal in Kontakt getreten und haben so überlegt,
Larissa Müller: passen die Ideen zusammen, passt das, wollen die mit Co-Site zusammenarbeiten,
Larissa Müller: können wir da gemeinsam was gestalten.
Larissa Müller: Das heißt, es gab viel Koordination eben mit diesem Co-Kreis.
Larissa Müller: Wie kann das aussehen? Wie viele Gäste planen wir ungefähr? Wo soll das sein?
Larissa Müller: Was wollen wir für Formate anbieten? Und in diesem Prozess war ich von Anfang
Larissa Müller: an bis jetzt eben zur Durchführung dann eben auch mit dabei.
Larissa Müller: Und da waren dann auch so Sachen, dass wir gesagt haben, Na klar,
Larissa Müller: wir wollen klassische Fachvorträge haben. Logisch ist es eine wissenschaftliche Konferenz.
Larissa Müller: Es war dann aber auch Gedanken, wir wollen natürlich auch in die Gesellschaft reinwirken.
Larissa Müller: Wie kriegen wir vielleicht auch zivilgesellschaftliche Akteure mit an Bord?
Larissa Müller: Das ist aber gar nicht so einfach, weil wenn man die jetzt einlädt,
Larissa Müller: dann brauchen die zwei Tage zum Beispiel Urlaub oder so.
Larissa Müller: Und da sind dann schon die Grenzen auch dabei. Aber eigentlich ist das was,
Larissa Müller: was wir mit überlegt haben, dann haben wir überlegt, naja, wir sind halt ein
Larissa Müller: Projekt, was sehr viel auf ko-kreative Zusammenarbeit und transdisziplinäre Zusammenarbeit geht.
Larissa Müller: Das heißt, wir können ja nicht nur klassische Fachvorträge, wo quasi Wissen
Larissa Müller: von A nach B übertragen wird, machen, sondern es soll Austauschformate geben,
Larissa Müller: es soll ko-kreative Workshops geben.
Larissa Müller: Aber das ist so ein streitbares Argument, was man dann, ich meine,
Larissa Müller: Wissenschaft besteht ja daraus auch aus Diskurs, dass dafür dann ein Raum ist,
Larissa Müller: dass man einfach mal eine Aussage auch in den Raum wirft und mal guckt, wie die so wirkt.
Larissa Müller: Und dann hatten wir auch dieses ganze Thema, was kann man an Rahmenprogramm
Larissa Müller: auch machen für so eine Konferenz? Was ist sinnvoll?
Larissa Müller: Wo sind wir eingebettet? Das ist so dieses Konzeption, da war ich mit drin.
Larissa Müller: Und als das dann ungefähr stand, war dann so die Frage, wie gestalten wir die
Larissa Müller: denn jetzt im Einzelnen? Also im Sinne von, wie heißen denn unsere Sessions?
Larissa Müller: Was wollen wir ungefähr als Themen haben?
Larissa Müller: Wie viel Beiträge braucht es da? Dann gab es ein Peer-Review-Verfahren im Grunde,
Larissa Müller: wo wir quasi dann ja in der Wissenschafts-Community auch uns gegenseitig diese.
Larissa Müller: Man schreibt ja so Abstracts von einer Konferenz und dann werden die begutachtet
Larissa Müller: von der Community und dann haben wir halt geguckt.
Larissa Müller: Weil natürlich ist das erste Merkmal die Qualität der Beiträge, passt das?
Larissa Müller: Da war auch das ganze Co-Site-Team mit involviert, oder auch der Co-Kreis,
Larissa Müller: also wie gesagt mehrere Wissenschaftlerinnen aus der Community,
Larissa Müller: da waren wir mit drin und dann dieses...
Larissa Müller: Ja, okay, jetzt haben wir die und die Beiträge und die sind eben qualitativ
Larissa Müller: richtig gut und dann geht es eigentlich erst an die Ausgestaltung.
Larissa Müller: Also dann ist aber schon ein halbes Jahr eigentlich rum.
Larissa Müller: Und dann ist halt wirklich so dieses, okay, wie können denn jetzt die Sessions dann wirklich heißen?
Larissa Müller: Also weil man hatte zwar Ideen, aber dann ist die Frage, wurde vielleicht zum
Larissa Müller: Themenbereich irgendwie nur zwei Beiträge abgegeben? Ist ein anderer sehr gefragt?
Larissa Müller: Könnte man den nochmal untergliedern in unterschiedliche Teilaspekte? Macht das Sinn?
Larissa Müller: Weil es ja auch einen bestimmten Zeitgeist treffen soll und einen wissenschaftlichen Diskurs auch.
Larissa Müller: Und gerade in unserer Reallaborforschung passiert ja unglaublich vieles ja total
Larissa Müller: dynamisch. Also es ist ja nicht so langsam. Ich meine, es ist wahrscheinlich
Larissa Müller: fast jeder Wissenschaftsbereich, aber es ist halt tatsächlich so,
Larissa Müller: dass da nochmal ganz neue Methoden und so auch kommen.
Larissa Müller: Und ja, dann war dieses Programm und dann war nochmal die Frage,
Larissa Müller: wir haben ein Künstlerinnen-Duo, was quasi begleitet.
Larissa Müller: Da ist natürlich dann auch so eine Absprache, dass so die Haltung zur Message.
Larissa Müller: Der Konferenz passt und zu dem, was wir machen wollen, dass sich da keine Programmpunkte
Larissa Müller: im Grunde widersprechen.
Larissa Müller: Dann haben wir das Programm jetzt ungefähr, also muss man sich dann vorstellen,
Larissa Müller: wie so ein Stundenplan, der entsteht.
Larissa Müller: Da war ich dran beteiligt und dann gab es noch sowas, dass wir.
Larissa Müller: Im Projekt entschieden haben oder auch mit dem Co-Kreis in der Konzeption der
Larissa Müller: Konferenz, dass wir gesagt haben, wir würden gerne mit einem Diskurs starten,
Larissa Müller: wir würden gerne mit einem Austausch starten, genau diesem Gedanken folgend,
Larissa Müller: dass eben Diskurs auch Wissenschaft ist und unterschiedliche Meinungen auch
Larissa Müller: eine Rolle spielen können.
Larissa Müller: Und das heißt, wir haben uns dann entschieden, auch nochmal eine Podiumsdiskussion
Larissa Müller: zu machen. Dann hatte ich die kleine feine Aufgabe, Podiumsdiskutantinnen,
Larissa Müller: die passen, eben zu finden.
Larissa Müller: Wir hatten uns so ein bisschen als Motto genommen, Transferlogiken und wie die
Larissa Müller: eigentlich funktionieren.
Larissa Müller: Das ist jetzt vielleicht so ein bisschen Buzzword-Bingo, aber im Grunde geht
Larissa Müller: es darum, ko-kreative Projekte, so wie wir die Leben und Reallabore, die brauchen Zeit.
Larissa Müller: Und im Moment geht der Trend eher dahin, das Wirtschaftswachstum von Deutschland
Larissa Müller: voranzutreiben, brauchen wir eher Technologien, schnelle Lösungen.
Larissa Müller: Und das widerspricht sich so ein bisschen, würde ich sagen. Oder weiß ich gar
Larissa Müller: nicht, aber zumindest wollten wir davon unterschiedliche Vertreterinnen an einen Tisch kriegen.
Larissa Müller: Und das ist aber in Zeiten der politischen Unsicherheiten, wie wir sie gerade
Larissa Müller: haben und Diskurse gar nicht so einfach, da auch dann irgendwie Player,
Larissa Müller: an den Tisch zu kriegen, die auch miteinander natürlich auch in einer wertschätzenden,
Larissa Müller: respektvollen Haltung miteinander sprechen.
Larissa Müller: Und dann brauchten wir noch eine passende Moderation dafür und so.
Larissa Müller: Also es war so ein Dominostein nach dem nächsten und jetzt sind die zwei Tage
Larissa Müller: fast rum. Ist auch unglaublich so ein bisschen.
Larissa Müller: Ich glaube, das waren meine Hauptaufgaben.
Larissa Müller: Einiges. Was ist für dich ein Reallabor? Spannende Frage.
Larissa Müller: Ein Experimentierraum für ganz unterschiedliche Stakeholder,
Larissa Müller: aus denen man wissenschaftliche Erkenntnisse zieht.
Larissa Müller: Das wäre grob das, was ich darunter verstehen würde. Aber essenzieller Punkt
Larissa Müller: ist diese Zusammenarbeit, dass auch Akteure, die sonst an der Wissenschaft quasi
Larissa Müller: nicht beteiligt sind, an den Lösungen auch mitwirken.
Larissa Müller: Das finde ich ganz essentiell. Cool.
Larissa Müller: Kurz und knapp. Welche Idee steckt hinter dem Konferenzmotto Zurück in die Zukunft?
Larissa Müller: Reallabore in Zeiten destruktiven Wandels. Ja, wir hatten so ein bisschen die Idee, dass sich ja.
Larissa Müller: Doch gesellschaftlich und auch so, wenn man globalpolitisch guckt,
Larissa Müller: wir haben ja sehr viele Krisen, die gerade sind,
Larissa Müller: die parallel sind und die haben ja einen Einfluss auf die Leute,
Larissa Müller: weil wir im Reallabor mit Menschen forschen, sind wir in diesem Kontext auch unterwegs.
Larissa Müller: Und wir können als Reallaborforschung oder als Wissenschaftlerin,
Larissa Müller: die mit Menschen arbeiten wollen, können wir das ja nicht außer Acht lassen.
Larissa Müller: Das hat ja einen Einfluss.
Larissa Müller: Und deshalb war so die Idee, diese Disruption, die gerade wir zumindest fühlen
Larissa Müller: in vielen Bereichen, dass wir die mitdenken.
Larissa Müller: Und mitdenken, was bedeutet das eigentlich dann für unseren Strang der Forschung?
Larissa Müller: Müssen wir da spezielle Herangehensweisen, spezielle Arten?
Larissa Müller: Es wird sensibler und so ist das entstanden. Und dann haben wir in so einem
Larissa Müller: Gedankenspiel eigentlich mehrere Titel probiert und sind dann bei diesem Zurück
Larissa Müller: in die Zukunft gelandet, weil es ist ja so ein bisschen so, dass wir bei manchen Sachen
Larissa Müller: ein Rollback erleben, finde ich.
Larissa Müller: Oder es wieder Sachen diskutiert werden, wo wir vielleicht dachten.
Larissa Müller: Die sind schon mal abgehakt und die kommen wieder.
Larissa Müller: Und dann war es halt einfach ein Wortspiel dann auch zu dem Filmtitel,
Larissa Müller: so ungefähr. Weil wir wollen uns ja mit Zukunft auch beschäftigen als Reallaborforschung.
Larissa Müller: Aber wir können das nicht machen, ohne diese Disruption, die stattfindet,
Larissa Müller: zu beachten, weil die einfach Einfluss hat. Und gleichzeitig...
Larissa Müller: Wollen wir aber auch die Zukunft gestalten. Deshalb ist es so ein bisschen so
Larissa Müller: zurück in die Zukunft. Was wünschst du dir, mit der Konferenz in Wissenschaft
Larissa Müller: und Gesellschaft anzustoßen?
Larissa Müller: Boah, schwierige Frage.
Larissa Müller: Ich hätte mir gewünscht, dass wir mehr zivilgesellschaftliche Akteure auch vor
Larissa Müller: Ort gehabt haben. Haben wir einige, aber ich glaube, das hätte noch mal mehr sein können.
Larissa Müller: Idealerweise würde ich mir wünschen, dass die Zivilgesellschaft merkt,
Larissa Müller: dass solche Konferenzen durchaus spannend wären für sie.
Larissa Müller: Das ist so das eine und das andere ist dieses Thema, wir müssen uns ja als Reallaborforschende
Larissa Müller: auch zu bestimmten Themen positionieren.
Larissa Müller: Es gab im letzten Jahr ein Gesetzesvorhaben, da ging es eben um Regularien rund
Larissa Müller: um die Reallaborforschung und ich würde mir schon wünschen, dass wir vielleicht auch.
Larissa Müller: So eine gewisse Haltung mitnehmen und dieses Selbstbewusstsein aber auch zu
Larissa Müller: sagen, ja wir sind in disruptiven Zeiten, Aber das ist eigentlich kein Widerspruch
Larissa Müller: zu dem, dass wir Menschen mit einbeziehen wollen und Zivilgesellschaft.
Larissa Müller: Ich würde es eher als Plädoyer dafür sehen und wahrscheinlich,
Larissa Müller: wenn wir es vor ein paar Jahren schon angefangen hätten, zurück in die Zukunft
Larissa Müller: mäßig, hätten wir vielleicht zumindest an manche Dingen größeren Pack an.
Larissa Müller: Wir hätten vielleicht andere Sachen von Wirksamkeit, wie sich Menschen fühlen,
Larissa Müller: wie sie sich gehört fühlen. Vielleicht könnte man, was wissenschaftliche Erkenntnisse
Larissa Müller: angeht, dass man einfach auch nochmal präsent macht.
Larissa Müller: Wissenschaft besteht auch daraus, wir forschen, wir kriegen auch schon mal Dinge
Larissa Müller: nicht raus, Thesen werden auch schon mal widerlegt, das ist irgendwie Teil davon.
Larissa Müller: Und so dieses, das finde ich ganz, ganz wichtig und eigentlich würde ich das
Larissa Müller: gerne noch transparenter machen, wie Wissenschaft eigentlich auch funktioniert.
Larissa Müller: Das wäre so das Idealbild tatsächlich. Cool.
Claudia: Hier kommt wieder die Zukunfts-Claudia dazwischen und freut sich total,
Claudia: dass wir jetzt auch ein bisschen was darüber gelernt haben, wie man eigentlich
Claudia: so eine Konferenz organisiert.
Claudia: Dass das verdammt viel Arbeit ist, kann man sich ja wirklich gut vorstellen
Claudia: und dass dahinter sehr, sehr viel mehr steckt, als man vielleicht ursprünglich
Claudia: gedacht hat, ist glaube ich auch ganz normal, weil man ja natürlich neben dem
Claudia: üblichen Organisatorischen, woran man vielleicht denkt, von Kongressbändchen
Claudia: bis Verfliegung und Getränke und Räumlichkeiten und Brandschutz.
Claudia: Auch an die ganzen wissenschaftlichen Dinge denken muss, eben an den
Claudia: Call, in dem man darum bittet, dass Leute sich beteiligen, die Formate sich
Claudia: auszudenken, den Zeitplan zu machen, die Qualitätsprüfung zu machen,
Claudia: andere einzuladen, WissenschaftlerInnen, die solche Prüfungen machen,
Claudia: Keynote-Speaker einzuladen und vieles, vieles mehr.
Claudia: Ja, das ist ein bisschen anstrengend, aber es lohnt sich eben auch,
Claudia: wie man gehört hat und wie man vielleicht der Konferenz am Ende auch entnehmen kann.
Claudia: Jetzt wollten wir noch so ein bisschen weg von der Technischen Hochschule Köln
Claudia: und es gibt nämlich jetzt ein Interview und der Kollege, der jetzt hier gleich
Claudia: zu hören sein wird und der ein paar Fragen beantwortet, das ist der Kollege Markus Egermann.
Claudia: Der ist der Leiter des Forschungsbereichs Transformative Kapazitäten am Leibniz-Institut
Claudia: für ökologische Raumentwicklung. Der kennt sich tatsächlich sehr gut mit verschiedensten
Claudia: Sachen aus, die alle mit Reallaboren natürlich zu tun haben.
Claudia: Also Raumentwicklungspolitik, sowohl auf europäischer Ebene als auch darunter.
Claudia: Ja, so Planungssysteme, Stadt-Land-Partnerschaften, auf jeden Fall transformative
Claudia: Forschung und transdisziplinäre Forschung und eben Reallabore.
Claudia: Ja, und er ist schon, glaube ich, auch so lange wie ich jetzt schon in dieser
Claudia: Position, 2020 oder 2021.
Claudia: Hätte ich jetzt natürlich nochmal besser recherchieren müssen,
Claudia: aber er macht das auch schon eine Zeit lang in der Rolle, in der er jetzt ist.
Claudia: Und er saß tatsächlich eingangs von der Konferenz auch auf dem Podium und hat mitdiskutiert.
Claudia: Und hier beantwortet er jetzt ein paar Fragen und vielleicht findet ihr die
Claudia: eine oder andere Frage wieder, die ich auch gestellt hätte.
Markus Egerman: Was ist ein Reallabor? Ja.
Markus Egerman: Ein Reallabor ist für mich idealerweise eine dauerhaft angelegte Forschungsinfrastruktur,
Markus Egerman: bei der Wissenschaftler mit,
Markus Egerman: Gesellschaft gemeinsam darüber nachdenken, wie Zukunft aussehen kann,
Markus Egerman: gemeinsam Dinge erproben, erforschen, experimentieren, dabei scheitern,
Markus Egerman: vor allen Dingen aber auch davon lernen.
Markus Egerman: Es ist für mich auch ein physischer Ort, wo man hingehen kann, wo man sich trifft.
Markus Egerman: Das ist für mich idealerweise ein Ort, wo man gemeinsam lernt,
Markus Egerman: wo man unterschiedliche Meinungen aushält. Vielleicht sogar ein Ort,
Markus Egerman: wo wir unsere Demokratie stärken,
Markus Egerman: weil wir wieder lernen, gemeinsam miteinander um Lösungen zu ringen.
Markus Egerman: Und es ist auch ein Ort, der Spaß machen darf. Cool, mega. Warum braucht es
Markus Egerman: eine Reallaborkonferenz?
Markus Egerman: Eine Reallaborkonferenz braucht es, um zu sehen, welche coolen Sachen da so in der Welt sind.
Markus Egerman: Also da kriegt man dann mit, wo andere dran forschen, woran sie scheitern,
Markus Egerman: worüber sie sich ärgern, was ihnen gelungen ist.
Markus Egerman: Also erstmal für den Austausch, das ist klar. Man braucht die Konferenz,
Markus Egerman: um Leute dafür zu interessieren und zu engagieren, was Reallabor-Forschung macht.
Markus Egerman: Also auch hier war das ja wieder so, dass viele neue Leute dazugekommen sind.
Markus Egerman: Es ist für mich auch eine Anschlussstelle an andere Teile der Gesellschaft,
Markus Egerman: die gar nicht in der Forschung aktiv sind, um zu beschreiben,
Markus Egerman: was wir da eigentlich machen.
Markus Egerman: Man braucht die Reallabor-Konferenz, um dann vor Ort zu sein und zu sehen,
Markus Egerman: was da jeweils passiert. Man braucht auch die Reallabor-Konferenz,
Markus Egerman: um sich mal richtig gemeinsam zu ärgern, um nicht zu sagen auszukotzen,
Markus Egerman: was alles so schiefgegangen ist. Also auch das ist ja heilsam.
Markus Egerman: So sehen, die anderen haben dieselben Probleme, die haben dieselben Schwierigkeiten.
Markus Egerman: Und man braucht die Reallabor-Konferenz, um gemeinsam zu feiern,
Markus Egerman: was man so erreicht hat in den letzten zwei Jahren. Cool, perfekt. Danke dir.
Markus Egerman: Was nimmst du mit von der Reallaborkonferenz? Boah, total vieles.
Markus Egerman: Also das Erste, was ich mitnehme, ist eine beeindruckende Zahl von Reallaborenen-Experimenten,
Markus Egerman: die ich vorher noch nicht kannte und über die ich ja gelernt habe.
Markus Egerman: Ich nehme mit, dass es total viel engagierte Nachwuchsforschende gibt,
Markus Egerman: teilweise noch Masterstudenten, aber auch Promoventen, die sich mit Herzblut
Markus Egerman: engagieren in der Reallaborforschung.
Markus Egerman: Ich bin ein Fan der TH Köln geworden in dieser Zeit.
Markus Egerman: Das war mir vorher nicht so klar, eine technische Hochschule,
Markus Egerman: wie cool hier Technologie, Kunst, Soziales zusammen gedacht wird und auch transdisziplinär
Markus Egerman: gedacht wird. Das war mir einfach nicht klar. Das nehme ich mit.
Markus Egerman: Aus dem Eröffnungspodium nehme ich mit, dass es doch immer noch sehr, sehr unterschiedliche,
Markus Egerman: Perspektiven auf die Gesellschaft gibt und zumindest zu meiner Überraschung
Markus Egerman: dann teilweise doch noch Riesengräben sind, Riesendistanzen zwischen dem,
Markus Egerman: wie andere Menschen auf die Welt blicken, auf das, was wir gerade erleben und
Markus Egerman: was vielleicht zukunftsfähig ist.
Markus Egerman: Aus der heutigen Session nehme ich mit und nehme mir ganz fest vor,
Markus Egerman: noch stärker mit Kunst- und Kulturschaffen zusammenzuarbeiten.
Markus Egerman: Das ist immer wieder eine Inspiration. Also ich nehme ganz viel Inspiration
Markus Egerman: mit aus dieser Konferenz, um selber Dinge in unseren Forschungsorten,
Markus Egerman: das ist vor allen Dingen Dresden und Görlitz, aber auch woanders zu verbessern
Markus Egerman: oder was anderes auszuprobieren.
Markus Egerman: Das ist wahnsinnig inspirierend gewesen, was da heute Morgen auch passiert ist.
Markus Egerman: Ja, das sind ja schon ganz schön viele Sachen, die ich mitnehme.
Markus Egerman: Und natürlich viele neue Beziehungen, neue Bekanntschaften, Menschen,
Markus Egerman: die man kennengelernt hat, aber auch bestehende Verbindungen,
Markus Egerman: die wieder gestärkt wurden, weil man die Menschen immer wieder trifft.
Markus Egerman: So, ich habe gesagt, es war vieles, aber es war eine lange Antwort.
Markus Egerman: Ja, cool, aber ich habe schon voll die Bilder im Kopf, wo das perfekt zupasst.
Markus Egerman: Okay, das freut mich. Danke dir, genau.
Markus Egerman: Und was bringt die Zukunft? Genau, das war die ganz coole Frage.
Markus Egerman: Was bringt die Zukunft? Die unmittelbare Zukunft bringt jetzt ein schönes Mittagessen,
Markus Egerman: dann nochmal viel Arbeit am Nachmittag, heute Abend nochmal einen zusätzlichen
Markus Egerman: Workshop mit Kolleginnen vom KIT.
Markus Egerman: Morgen eine Heimreise und hoffentlich ein entspanntes Wochenende.
Markus Egerman: Und als Kontrast dazu die ganz weite Zukunft. Also ich glaube,
Markus Egerman: das wäre jetzt eine These.
Markus Egerman: Was wir erleben werden, ist nochmal eine Steigerung unserer Moderne,
Markus Egerman: was man so Hypomoderne nennt. Also wir werden das nochmal richtig auf die Spitze
Markus Egerman: treiben mit diesem Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell aus dem letzten Jahrhundert, sage ich mal.
Markus Egerman: Also insbesondere Deutschland und Europa ist auf dem besten Wege dahin.
Markus Egerman: Das wird dann aus meiner Sicht so der letzte Versuch sein, nochmal an diesen
Markus Egerman: Dingen festzuhalten und sich festzuklammern.
Markus Egerman: Jetzt schon wissen, dass es nicht funktionieren kann.
Markus Egerman: Dann kommt, zumindest nach Transformationstheorie, eine chaotische Phase von
Markus Egerman: ganz viel Unsicherheit und tatsächlich auch mit Chaos beschrieben.
Markus Egerman: Und dann kann daraus was Wundervolles Neues entstehen, was wir jetzt noch nicht
Markus Egerman: kennen, was dann nach dieser Moderne folgt und da bin ich gespannt,
Markus Egerman: wie das aussieht. Cool, danke dir.
Claudia: Ja, das waren die letzten Interviewsekunden, die meine Kollegin und ich heute
Claudia: mitgebracht haben für diese Folge.
Claudia: Und ich hoffe, ihr habt so einen kleinen Einblick bekommen, nicht nur darin, wie so eine Konferenz,
Claudia: Und wie chaotisch vielleicht auch eine entsprechende Begleitung sowohl im Podcast
Claudia: als auch auf Social Media sein kann, sondern auch über die Inhalte, die hier passiert sind.
Claudia: Und die Relevanz dieses Themas eben auch für Klimaforschung.
Claudia: Wir haben natürlich das Thema auf der Reallabor-Konferenz auch auf viele weitere Aspekte ausgeweitet.
Claudia: Darum geht es ja eben auch. Es geht um eine Konferenz zu Reallaboren und die
Claudia: gibt es eben auch zu anderen Themen. Aber ich finde es halt einfach wichtig,
Claudia: sich damit auseinanderzusetzen, wie dieser Forschungsmodus funktioniert,
Claudia: eben weil er Öffentlichkeit mit einbezieht.
Claudia: Das heißt, wahrscheinlich wird es auch bei euch in der Umgebung an Forschungseinrichtungen
Claudia: oder Universitäten oder Hochschulen Reallabore geben und Möglichkeiten,
Claudia: sich eben zu beteiligen.
Claudia: Und wenn ihr jetzt vielleicht auf solche Formate stoßt, könnt ihr damit ein
Claudia: bisschen mehr anfangen und habt auch schon mal ein bisschen mehr von der Sprache
Claudia: gehört, die Menschen verwenden, die in diesen Formaten unterwegs sind.
Claudia: Lasst uns auf jeden Fall wissen, wie euch diese Folge gefallen hat.
Claudia: Sie war ja doch mal was ganz anderes und wir experimentieren ja auch manchmal gerne rum.
Claudia: Jedenfalls ich mache das ab und an gerne, aber vielleicht könnt ihr ein bisschen
Claudia: Feedback geben, ob ihr das gut fandet oder nicht.
Claudia: So viele Gelegenheiten zu solchen Formaten gibt es natürlich nicht immer,
Claudia: aber hier ist auf jeden Fall mal eine Möglichkeit, euch Einblicke direkt aus
Claudia: der Forschung mitzugeben und aus solchen Events.
Claudia: Ja, schreibt auf jeden Fall an podcast.dasklima.fm, wenn ihr dazu etwas sagen
Claudia: wollt oder wenn ihr auch andere Themenwünsche oder ähnliches habt.
Claudia: Ihr findet natürlich wieder die Shownotes, wie immer auf der Webseite unter dasklima.fm.
Claudia: Da findet ihr auch nochmal die Links zu den Personen und zum Projekt und ihr
Claudia: könnt uns weiterhin wie immer abonnieren und dort auch kommentieren und bewerten.
Claudia: Und weitererzählen, was wir hier so machen oder was wir im Projekt machen oder
Claudia: weitererzählen, was ein Reallabor ist. Das könnte ja vielleicht auch so ein
Claudia: schöner Funfact sein, den man auf einer Party weitergibt.
Claudia: Ja, okay, vielleicht ist das auch nur für mich relevant.
Claudia: Und was in der nächsten Folge passiert, kann ich tatsächlich nicht sagen.
Claudia: Das habe ich jetzt gar nicht auf dem Schirm.
Claudia: Dafür bin ich zwar aus der Zukunft, aber nicht weit genug aus der Zukunft.
Claudia: Deshalb gebe ich jetzt ab und wir freuen uns auf euch in zwei Wochen. Tschüss.
Larissa Müller: Ich sitze dir jetzt einfach so nicken gegenüber, weil ich gar nicht weiß,
Larissa Müller: was Claudia damit machen will.
Larissa Müller: Ich will dich nicht unterbrechen, aber es ist mega cool. Ich wollte die ganze
Larissa Müller: Zeit so, ja, cool. Ja, ja, nee, ist gut.
Larissa Müller: Ich habe überlegt, ob ich zu viel quatsche gerade. Ich glaube nicht.
Larissa Müller: Also habe ich zu viel Material.
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