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DK179: Kurz erklärt: Was ist El Niño?

Shownotes

DK179: Kurz erklärt: Was ist El Niño?

Und: Was macht El Niño mit der Klimakrise!

"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

In Folge 179 geht es um El Niño. Dieses Phänomen spielt eine wichtige Rolle in der Klimakrise und kann Extremwetterereignisse verstärken. Was genau “El Niño” ist und wie es entsteht erklären wir kurz und knapp in dieser Folge.

Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.

El Niño

Der kommende El Niño wird stark, sagt die Wissenschaft. Aber was ist ein El Niño eigentlich? Ein sehr komplexes Wechselspiel aus Luft und Meeresströmungen, das sich zwischen Südamerika und Südostasien abspielt, und trotzdem Auswirkungen auf die gesamte Erde hat. In dieser Folge erklären wir das Phänomen kurz, aber hoffentlich trotzdem verständlich.

Bücher

Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”.

Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at Live Shows Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.

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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.

Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.

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Transkript anzeigen

Claudia: Hier ist das Klima, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise.

Claudia: Wir lesen und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung jeden zweiten

Claudia: Montag mit Florian Freistetter.

Florian: Und mit Claudia Frick.

Claudia: Hallo, zurück in Folge. Wo sind wir denn gerade?

Florian: 179. 179, die letzte unserer kurzen Sommerfolgen, die wir aufgenommen haben,

Florian: als der Sommer noch gerade am Anfang stand. Also für uns ist heute der 7.

Florian: Juli, für euch ist heute schon der 14. September.

Claudia: Oh, das ist ein Zeitsprung, oder? Ja, das ist ein Zeitsprung.

Florian: Ja, aber wir nehmen alle kurzen Sommerfolgen vor dem Sommer auf,

Florian: dass wir im Sommer ein bisschen weniger arbeiten müssen.

Florian: Das heißt, alles, was zwischen dem 14. September und dem 7. Juli passiert ist,

Florian: ist in diesem Podcast nicht enthalten.

Florian: Haben wir schon zu Beginn gesagt. Vielleicht ist was Urdramatisches passiert.

Florian: Wissen wir nicht. Können wir nicht aufnehmen. Aber in der nächsten Folge vielleicht

Florian: jetzt als Abschluss unserer Sommerfolgen habe ich gedacht, wir machen noch mal.

Florian: Was anderes. Aber wir schauen zuerst noch einmal kurz zurück auf die Hitze der letzten Folge.

Claudia: Oh ja, da haben wir über die verschiedenen Temperaturen, ab denen unsere Infrastruktur

Claudia: und unsere Technik nicht mehr so ganz gut funktioniert, gesprochen.

Claudia: Ab welchen Temperaturen wird das Lenkrad so heiß, der Sattel so heiß,

Claudia: das Handy läuft nicht mehr und unser Teer funktioniert.

Claudia: Fängt sich an, langsam zu verflüssigen oder aufzuplatzen.

Florian: Genau. Das liegt daran, dass solche Extremwetterereignisse wie eben Hitzewellen

Florian: durch die Klimakrise verstärkt werden, stärker stattfinden, mit höherer Intensität

Florian: stattfinden und mit höherer Häufigkeit stattfinden.

Florian: Auch die Hitzewelle vom Juni und vermutlich die eine oder andere Hitzewelle,

Florian: die seitdem stattgefunden hat, von der wir noch nichts wissen.

Florian: Aber die Hitzewelle von Juni auf jeden Fall hat auch die Attributionsforschung

Florian: gezeigt, hätte es so in einer Welt ohne Klimakrise nicht stattfinden können,

Florian: Also das sind Dinge, Extremwetterereignisse, die wir der Klimakrise verdanken.

Florian: Und ein weiterer Faktor bei Extremwetterereignissen ist ein Phänomen,

Florian: das immer wieder auftaucht im Kontext der Klimakrise, das auch in diesem Podcast

Florian: immer wieder aufgetaucht ist.

Florian: Aber wo ich mir gedacht habe, wir machen jetzt einmal eine kurze Folge und schauen

Florian: uns das im Detail an, nämlich El Niño.

Claudia: Ja, oi.

Florian: In einem Artikel, der am 3. Juli 2026 erschienen ist, also Zeitungsartikel,

Florian: nicht Forschungsartikel, aber der Zeitungsartikel berichtet von einer Warnung

Florian: der Weltwetterorganisation, wo es heißt, El Niño wird stark.

Florian: Es wird ein starker El Niño.

Florian: Da gibt es auch, stark ist nicht einfach nur so ein Wort, auch da gibt es wieder

Florian: so schwach, moderat, stark, sehr stark.

Florian: Das heißt, wir haben jetzt die zweithöchste El Niño Warnstufe,

Florian: wenn man so will, oder Stärkestufe, die wir haben.

Florian: Und auch das führt zu Extremwetterereignissen El Niño.

Florian: Die Wahrscheinlichkeit von extremen Niederschlägen, von Hitzewellen und so weiter steigt dadurch

Florian: und El Niño wird etwas sein, was uns in Zukunft immer wieder beschäftigt und

Florian: ich habe gedacht, es lohnt sich einmal da kurz auf das Phänomen zu schauen,

Florian: dass wir in Zukunft einfach immer wieder auf diese Folge 179 referenzieren können und sagen,

Florian: wer wissen will, wie El Niño funktioniert, soll da reinhören.

Claudia: Sehr schöne Idee.

Florian: Und jetzt hoffe ich, dass ich natürlich keine Blödsinn rede,

Florian: weil du bist ja Meteorologin, nicht ich.

Florian: Aber ich hoffe, dass wir gemeinsam eine kurze, knackige Erklärung von El Niño bekommen.

Florian: Ich erzähle was und wenn ich Quatsch erzähle, dann musst du das entsprechend korrigieren.

Florian: Das Erste, was ich sage, ist, dass El Niño an sich ja ein populärer Begriff

Florian: ist, aber wissenschaftlich geht es um Enso.

Florian: Die El Niño Southern Oscillation, also die El Niño südliche Oszillation.

Florian: Und das ist eins von diesen ganzen komplexen Dingen, wie Meer und Atmosphäre

Florian: zusammenhängen, wenn man es einfach ausdrücken will.

Florian: Es gibt auf der Erde jede Menge so zyklische Phänomene, Zusammenwirkungen von

Florian: Meereströmungen, von Luftströmungen, großräumig, die haben alle unterschiedliche Namen.

Florian: Wir haben zum Beispiel die atlantische Umweltströmung, wo der Golfstrom ein

Florian: Teil davon ist. Und wir haben Enso.

Florian: Und eigentlich müsste man, wenn man das jetzt ausführlich erklären wollte,

Florian: dann könnte man da locker eine Folge von 60 Minuten oder noch länger draus machen.

Florian: Wollen wir aber nicht, darum probiere ich es ein bisschen kürzer.

Florian: Aber wir müssen in der Luft anfangen und feststellen, dass es am Äquator heiß ist.

Claudia: Das stimmt.

Florian: Dort steht die Sonne das ganze Jahr über hoch am Himmel. Darum ist es warm,

Florian: darum erwärmt sich die Luft dort stark. Und die warme Luft macht das,

Florian: was warme Luft macht, nämlich nach oben steigen.

Florian: Und wenn sie oben ist, dann strömt sie in Richtung Norden. Und das tut sie nur

Florian: auf der Nordhalbkugel, aber auf der Südhalbkugel müsst ihr es nur andersrum

Florian: vorstellen. Aber ich bleibe jetzt mal auf der Nordhalbkugel.

Florian: Die warme Luft, die aber gerade aufsteigt, strömt Richtung Norden oder Richtung Süden.

Florian: Was macht sie, wenn die warme Luft Richtung Norden kommt, abkühlen und nach unten sinken?

Florian: Und wenn die Luft nach unten sinkt, dann erhöht sich dort der Luftdruck.

Florian: Weil dann kommt die Luft von oben und drückt nach unten, vereinfacht gesagt.

Florian: Das heißt, der Luftdruck ist dort in diesen Regionen erhöht und die Luft strömt

Florian: wieder zurück in Richtung Tropen, wo der Luftdruck niedriger ist,

Florian: weil dort die Luft ja aufgestiegen ist. Das heißt, Tropen geht die Luft nach

Florian: oben, Luftdruck niedrig.

Florian: Geht weiter nach Norden, fällt runter, weil sie kühler geworden ist,

Florian: durch höherer Luftdruck und dann strömt sie zurück zum Äquator.

Florian: Genau, also das ist… Auch ein bisschen nach Norden.

Claudia: Also sie strömt auch da in beide Richtungen.

Florian: Aber natürlich… Genau, also das ist einfach mal so ein großräumiges Zirkulationsmuster,

Florian: das heißt Hedley-Zelle. Und komplizierter wird das Ganze, weil die Erde sich dreht um ihre Achse.

Florian: Das heißt, diese Erddrehung lenkt die Bewegung der Luft ab ein bisschen in Richtung Westen.

Florian: Das heißt, auf der Nordhalbkugel haben wir einen Wind, der aus Nordosten weht

Florian: und auf der Südhalbkugel einen Wind, der aus Südosten weht.

Florian: Und das sind die berühmten Passat-Winde. Und die sind wichtig,

Florian: weil sie halt durch diese großräumige Struktur eigentlich konstant wehen.

Florian: Und wenn man sich darauf verlassen kann, dass der Wind immer in eine bestimmte

Florian: Richtung weht, ist es gut zu wissen, wenn man in einer Zeit lebt,

Florian: wo man Schiffe noch mit Segeln antreibt.

Florian: Das heißt, so früher war das extrem wichtig, weil du halt gewusst hast,

Florian: im Atlantik oder im Pazifik, wenn ich auf der Breite bin, dann kommt der Wind

Florian: immer aus derselben Richtung, kann ich gut mit dem Segelschiff hin und her fahren.

Florian: So, was macht der Wind, wenn er gerade keine Segelschiffe antreibt?

Florian: Der schiebt auch das Wasser durch die Gegend. Das heißt, der Passatwind oder

Florian: die Passatwinde schieben auch das Wasser der Ozeane vor sich her.

Florian: Und wir schauen uns jetzt mal den Pazifik auf der Südhalbkugel an.

Florian: Da habe ich gesagt, auf der Südhalbkugel ist der Passat ein Wind aus südöstlicher

Florian: Richtung. Der weht also von der Westküste Südamerikas in Richtung Südostasien.

Florian: Und dabei schiebt er Wasser vor sich her.

Florian: Kannst du dir das so vorstellen, dass der Passat quasi so einen Wasserberg auftürmt,

Florian: was dazu führt, dass der Wasserspiegel des Meeres oder der Meeresspiegel,

Florian: wie man auch kürzer sagen kann, der Meeresspiegel.

Florian: Vor Südamerika 60 Zentimeter im Schnitt niedriger ist als am anderen Ende da

Florian: so gegen Malaysien, Indonesien und so weiter.

Florian: Weil der Wind halt ständig da schiebt. Dann, Meereströmungen sind kompliziert,

Florian: muss man mal ganz viele Faktoren erwähnen.

Florian: Weil wir haben jetzt nicht nur den Wind, wir haben nicht nur die Veränderungen

Florian: im Meeresspiegel, sondern wir haben auch Temperaturänderungen.

Florian: Vor Südamerika ist das Wasser an der Oberfläche ja vergleichsweise warm.

Florian: Das wird jetzt auch die Passatwind weggeschoben und dann kommt das kalte Wasser

Florian: aus den tieferen Schichten nach oben.

Florian: Und auch da könnte ich jetzt wieder über so Eckmann-Transporttheorien und alles

Florian: reden, aber dann brauchen wir noch ein paar Folgen. Also dann wird es wirklich

Florian: komplizierter, wir wollen es ja einfach halten.

Florian: Also es ist, habe ich bei der Recherche festgestellt, erstaunlich komplex,

Florian: sowas wie kaltes Wasser steigt auf zu beschreiben aus wissenschaftlicher Sicht.

Florian: Da haben sich ganze ozeanografische Theorien rumentwickelt.

Florian: Aber kaltes Wasser steigt auf von nach oben und deswegen haben wir vor Südamerika

Florian: kaltes Wasser, das aus den tieferen Schichten des Ozeans kommt.

Florian: Dieses kalte Wasser bewegt sich langsam Richtung Westen durch den Passat und

Florian: wird dabei erwärmt. Das heißt, das Wasser fängt davor Südamerika mit 24 Grad

Florian: ungefähr an und in Indonesien auf der anderen Seite vom Pazifik hat es dann um die 28 Grad.

Florian: Was macht warmes Wasser? Es verdampft leichter. Wir haben warme und feuchte

Florian: Luft in der Ecke vom Pazifik.

Florian: Diese Luft steigt auf, kühlt ab, es regnet und das heißt Monsoon.

Florian: Das heißt, wir haben in Südostasien Monsoon und in Südamerika an der Westküste

Florian: vom Pazifik ist es eher trocken.

Florian: Das ist jetzt der Normalzustand.

Claudia: Ich finde es gut, dass der Normalzustand schon so komplex ist.

Claudia: Aber ja, das ist der Normalzustand.

Florian: Das ist der Normalzustand. Das nennt man auch die Normalphase der El Niño-Saudan-Oscillation.

Florian: Also normalerweise liegt über Südostasien ein Tiefdruckgebiet,

Florian: weil die Luft dort höhere Temperatur hat und schneller aufsteigt.

Florian: Und in Südamerika hast du ein Hochdruckgebiet.

Florian: Und die Luft, die in Südostasien aufsteigt, die strömt dann weiter nach Osten,

Florian: sinkt bei Südamerika wieder ab.

Florian: Und diese Luft ist aber sehr trocken, weil der ganze Monsoon schon früher rausgeregnet ist.

Florian: Das heißt, die Luft, die sammelt dann erst wieder Feuchtigkeit,

Florian: wenn sie über dem Meer zurückströmt.

Florian: Und nennt man, glaube ich, Walker-Zirkulation, ist jetzt aber auch irrelevant.

Florian: Und das ist eigentlich ein stabiles System. Dieses ganze Zeug ist eigentlich stabil.

Florian: Du hast halt warme Luft und kommt kaltes Wasser, geht von Südamerika nach Südostasien.

Florian: Das ist ein ganz stabiles System, solange nicht irgendwas passiert.

Florian: Und es kann was passieren. Es können sich die Luftdruckverhältnisse umdrehen.

Florian: Es kann sein, dass in Südostasien der Luftdruck stärker wird,

Florian: in Südamerika schwächer wird oder sich das vielleicht sogar umkehrt,

Florian: dass du auf einmal da so in der Ecke von Indonesien ein Hochdruckgebiet hast

Florian: und ein Tiefdruckgebiet vor Südamerika.

Florian: Und wenn das passiert, dann ist alles, was ich gerade erzählt habe, umgekehrt.

Florian: Die Passatwinde können schwächer werden oder komplett umgekehrt laufen.

Florian: Das Wasser kann umgekehrt laufen. Wie ich es gerade erzählt habe,

Florian: warmes Wasser kann von Südostasien auf einmal nach Südamerika strömen.

Florian: Dann hast du dort warmes Wasser, du hast dort viel Wasser in der Luft,

Florian: du hast dort ungewöhnlich starke Regenfelge,

Florian: du hast dann auch kein kaltes Wasser, das aus den tiefen Ozeanschichten mehr

Florian: aufsteigt und im Gegenzug ist es in Südostasien dafür sehr viel trockener als normal.

Florian: Und das ist die Phase, die man El Niño nennt. Und wer sich jetzt fragt,

Florian: was ist der Grund dafür, dass sich Luftdruck- und Windverhältnisse alle paar Jahre umdrehen.

Florian: Ja, die Antwort heißt, keine Ahnung.

Claudia: Passiert halt, es ist ein Zyklus.

Florian: Ja, also wir wissen es nicht. Wir wissen nicht im Detail, was dazu führt,

Florian: dass sich das ab und zu mal alle paar Jahre umkehrt. Wissen wir nicht.

Florian: Also die Meteorologie wird schon sehr, sehr viel wissen, aber ja,

Florian: letztgültig ist es nicht geklärt, was jetzt die Ursache dafür ist.

Florian: Wir können beschreiben, was passiert, aber wir wissen nicht, warum es so ist.

Florian: Und es gibt auch noch eine dritte Phase übrigens, La Nina heißt die,

Florian: also El Niño, das Kind und La Nina, was ist das, das Mädchen?

Florian: El Niño, das müssen wir ja alle wissen, kommt von El Niño de Navidad,

Florian: das Christkind, weil diese El Niño-Phasen dann meistens so dort in Südamerika,

Florian: im Winter Weihnachten rum auftreten.

Claudia: Ah, okay, das wusste ich nämlich noch nicht. Und ich dachte auch so,

Claudia: ich habe mein Spanisch, es ist sehr schlecht.

Claudia: Aber ich hatte auch noch nicht darüber nachgedacht, dass das danach benannt ist.

Florian: Ja, es liegt da auch nicht nahe. Ich meine, nur weil das jetzt irgendwie Weihnachten

Florian: kommt, sage ich jetzt irgendwie, dass das Christkind kommt, wenn auf einmal

Florian: irgendwie die Dürre ankommt. Ist ja auch komisch.

Florian: Aber egal, haben die Leute dort gemacht und deswegen sagen wir dazu El Niño.

Florian: Und La Niña ist quasi eine verstärkte Normalphase, wenn es in Indonesien extrem

Florian: viel regnet, in Südamerika extrem trocken ist und so weiter.

Florian: Das wäre quasi der umgekehrte El Niño wäre La Niña.

Florian: Und das sind diese drei Phasen der Enso Oscillation, Normalphase,

Florian: El Niño, La Niña, die sich abwechseln.

Florian: Aber ist nicht jetzt so regelmäßig, wie man sich denkt. Und der kann auch sein,

Florian: dass mal zwei El Nino-Phasen hintereinander kommen oder dass die Normalphase

Florian: vielleicht auch mal ein Jahrzehnt andauert und so weiter.

Florian: Also ist nicht alles so geordnet, aber das sind so diese drei grundlegenden Phasen.

Florian: Und ja, jetzt habe ich erklärt, was es ist, aber die Auswirkungen,

Florian: habe ich noch nicht erklärt, die Auswirkungen von El Nino, hat eigentlich Auswirkungen

Florian: auf alles, wenn man so will.

Florian: Also ich meine, du hast auf jeden Fall während der El Nino-Phase kein kühles

Florian: Wasser vor Südamerika mehr, das nach oben steigt. Dadurch kommen auch weniger

Florian: Nährstoffe nach oben zum Beispiel.

Florian: Dann stirbt das Plankton ab und das finden die Fische doof.

Claudia: Ja, und auch das wärmere Wasser ist nicht so ideal für Fische.

Florian: Genau, das finden die Fische doof, weil die haben nichts zu essen oder sterben.

Florian: Die Menschen finden es auch doof, weil die leben unter anderem vom Fischfang.

Florian: Das heißt, haben die das auch nicht.

Florian: Du hast dann auf einmal feuchte Luft über den Anden, die ansonsten nicht da ist.

Florian: Das heißt, plötzlich hast du extreme Regenfälle in den Anden,

Florian: nicht mehr in Südostasien, und hast dort eben Hangrutschungen,

Florian: Überschwemmungen und so weiter.

Florian: Aber du hast jetzt eben nicht nur Auswirkungen auf Südamerika.

Florian: Das ist jetzt kein lokales Phänomen, sondern hast auf der ganzen Welt Phänomene.

Florian: Du hast im Amazonas auf der anderen Seite von Südamerika Trockenheit,

Florian: Trockenheit. Wirbelstürme in Mittelamerika können von El Niño ausgelöst werden.

Florian: Du hast die Trockenheit in Südostasien während der El Niño-Phase,

Florian: die eigentlich nicht normal ist.

Florian: Das macht dort Waldbrände viel wahrscheinlicher.

Florian: Die Temperaturen, die dort herrschen, sind ungewohnt in diesen El Niño-Phasen.

Florian: Das heißt, es gibt Probleme für Korallen, für Vögel, für Robben und so weiter.

Florian: Also du kannst das Ganze auch global betrachten und dann kommt raus,

Florian: dass während einer El Niño-Phase die globale Temperatur kurzfristig wärmer ist

Florian: als sonst, also in der Normalfase.

Florian: Und auch das lasse ich jetzt aus, die genaue Erklärung hat auch damit zu tun,

Florian: wie sich eben das Wasser im Pazifik verteilt und erwärmt, wo es hinkommt.

Florian: Aber auf jeden Fall hast du eben im El Niño eine wärmere Meeresoberfläche.

Florian: Die natürlich auch mehr Wärme in der Atmosphäre abgibt, die mehr Wasserdampf

Florian: in der Atmosphäre abgibt.

Florian: Und im Mittel ist es während einer El Niño-Phase ein bisschen wärmer als sonst.

Florian: Das ist etwas, was wieder weggeht, wenn der El Niño weggeht.

Florian: Aber solange El Niño da ist, hast du so 0,3 Grad oder irgendwie sowas ist der

Florian: Wert, um den die globale Mitteltemperatur ansteigt während einer El Niño-Phase.

Florian: Und das kann schon durchaus Auswirkungen haben.

Florian: Selbst wenn es jetzt nur ein paar Monate lang kurzfristig erhöht ist,

Florian: kann das schon reichen, dass dann vielleicht irgendwie ein paar lokale Kipppunkte erreicht werden.

Florian: Oder halt anderswo lokale Wetterextreme auftreten. Eben wie eine Hitzewelle,

Florian: wie eine Überschwemmung und so weiter.

Florian: Weil halt dann einfach auf der ganzen Welt die Temperatur kurzfristig höher

Florian: ist. Wenn El Niño Vielen Dank.

Florian: Dazu führt, wenn wir jetzt einen starken El Niño kriegen in den nächsten Monaten,

Florian: dann wird das, was jetzt schon passiert, auch noch nicht unbedingt besser werden.

Florian: Was ich auch noch überlegen kann, ist, wie wirkt die Klimakrise auf El Niño

Florian: ein? Wird vielleicht die El Niño-Phasen durch die Klimakrise heftiger, häufiger?

Florian: Können wir nicht genau sagen, weil wir noch nicht genau wissen, wie das alles entsteht.

Florian: Aber es ist so ein komplexes System, dass man sich denken kann,

Florian: wenn man da dran rumfummelt, wird es vermutlich nicht besser werden.

Claudia: Ja, und ich glaube, so ein bisschen merkt man ja schon, dass sich da was verändert hat.

Claudia: Aber genau, es wird auf jeden Fall sich was verändern. Und das hängt ja von

Claudia: so viel ab. Du hast es am Anfang ja erklärt, du brauchst die ganzen Luftströmungen,

Claudia: müssen alle funktionieren und so weiter, damit das stabil wird.

Florian: Ja, aber ich habe gedacht, da El Nino jetzt in den Nachrichten immer öfter auftaucht,

Florian: erkläre ich einmal kurz El Nino, damit man es sich dann immer wieder anhören

Florian: kann, weil ich muss es mir auch jedes

Florian: Mal neu durchdenken, wie das Zeug funktioniert, weil ich habe zwar schon,

Florian: beim allerersten Mal, als wir über El Nino gesprochen haben,

Florian: mir das durchgedacht, ich habe schon mal in einem anderen Podcast was drüber

Florian: gemacht und so weiter, ich habe bei den Science-Bass darüber gesprochen und

Florian: jedes Mal muss ich mich wieder hinsetzen und mir das Ganze aufmalen und es durchdenken.

Claudia: Ich habe auch. Das gehört dazu. Das lernt man. Also das habe ich nie auswendig

Claudia: gelernt. Sowas musste ich mir immer herleiten.

Florian: Und darum habe ich gedacht, wir machen da jetzt mal eine eigene Folge drüber.

Florian: Dann können alle jedes Mal, wie irgendwo El Nino in den Nachrichten auftaucht,

Florian: alle mal kurz diese Viertelstunde anhören und wissen dann, was El Nino ist.

Claudia: Wie es funktioniert. Ja, sehr gut. Sehr, sehr schön. Wunderbar.

Claudia: Ja, dann genau müssten wir jetzt eigentlich in die Zukunft gucken,

Claudia: auf die nächste Folge. Die wird ja auch nochmal ein bisschen anders.

Claudia: Es ist keine Sommerfolge per se, aber ich richte mit anderen Forschenden eine

Claudia: Konferenz aus, die sich um Nachhaltigkeit dreht.

Claudia: Und da werde ich ein bisschen von berichten. Ich weiß noch nicht genau wie, mit wem.

Claudia: Wir sind ja noch im Juli. Aber es wird auf jeden Fall eine Folge geben,

Claudia: die live vor Ort aufgezeichnet wird.

Florian: Bin ich schon gespannt.

Claudia: Genau, ich bin auch gespannt, wie wir es machen. Genau, bis dahin hoffen wir,

Claudia: ihr seid gut durch den Sommer gekommen oder kommt weiter gut durch den Sommer.

Claudia: Es ist ja noch bis Ende September offiziell.

Claudia: Aber bestimmt locker bis Ende September heiß. Davon gehe ich aus.

Claudia: Und wir freuen uns, wenn ihr uns schreibt, vielleicht zu Wetterphänomenen,

Claudia: die wir auch noch mal so kurz erklären sollen. Das wäre ja tatsächlich mal was,

Claudia: was wir auch mal machen könnten.

Claudia: Vielleicht, wenn wir noch mal so kurze Folgen machen möchten.

Claudia: Genau, schreibt uns an podcast.dasklima.fm Ihr findet auf dasklima.fm die Shownotes,

Claudia: die ihr noch mal nachlesen könnt. Ihr könnt da auch kommentieren und findet

Claudia: auch, wie ihr uns supporten könnt.

Claudia: Und natürlich erscheint Und dann in zwei Wochen wieder eine Folge von Das Klima,

Claudia: dann ein bisschen länger und dann von einer Konferenz.

Florian: Ja, da freuen wir uns drauf und verabschieden uns. Bis in 14 Tagen. Tschüss.

Claudia: Tschüss.

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