DK176 - Der Klima-Brettspielabend
Shownotes
DK176 - Der Klima-Brettspielabend
Und: Wir feiern Geburtstag!
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 176 wird gespielt. Claudia hat sich das Klima-Brettspiel “Daybreak” angesehen und berichtet von ihren Erfahrungen und von der Erforschung der Klimaspiele. Außerdem feiern wir mit dieser Folge unseren 5jährigen Podcastgeburtstag.
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Klimabrettspiele
Claudia war zu Gast im Podcast “Die Wissensarchitekt_innen” und hat dort über Spiele geredet. Und das macht sie in dieser Folge auch. Es geht um das Spiel Daybreak, bei dem man kooperativ eine Welt ohne Emissionen bauen soll. Das funktioniert auch, man lernt viel dabei und es macht sogar Spaß. Mehr Wissenschaft über Klimaspiele gibt es in dieser Forschungsarbeit.
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”.
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at Live Shows Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.
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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
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Transkript anzeigen
Florian: Hier ist das Klima, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise.
Florian: Wir lesen und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung jeden zweiten
Florian: Montag mit Claudia Frick.
Claudia: Und Florian Freistetter.
Florian: Wir sind wieder in einer Sommerfolge, den kurzen Sommerfolgen,
Florian: so wie es auch in der letzten
Florian: kurzen Sommerfolge der Fall war, wo ich über das Tempolimit
Florian: erzählt habe, kurz und zu dem Schluss kam gemeinsam mit dir und der Wissenschaft,
Florian: dass es für alle gut wäre, wenn wir ein bisschen langsamer mit Autos durch die Gegend fahren.
Claudia: Ja, das wäre wirklich toll. Sollten wir alle tun.
Florian: Das war die letzte Folge. Und diese Folge, ich erwähne es, damit es nicht heißt,
Florian: wir hätten es übersehen, ist unsere fünfjährige Geburtstagsfolge.
Florian: Vor mehr oder weniger fünf Jahren, ich glaube nicht auf den Tag genau,
Florian: aber vor fünf Jahren ziemlich auf den Tag genau, haben wir diesen Podcast gestartet.
Florian: Und wir haben uns tatsächlich für diese Geburtstagsfolge genau nichts Spezielles überlegt.
Claudia: Absolut nicht. Ja, absolut gar nichts. Das heißt, wir ignorieren das jetzt einfach.
Florian: Ja, wir könnten auch so tun, als hätten wir uns was überlegt.
Florian: Wir könnten unsere Nicht-Überlegungen einfach nachträglich uminterpretieren
Florian: und sagen, beim Klima gibt es auch nichts zu feiern. Warum sollen wir was feiern? Sehr gut, genau.
Claudia: Und da möchte man natürlich dann auch einfach eher vielleicht eine Schweigeminute einlegen.
Florian: Genau, machen wir aber auch nicht. Wir feiern dann vielleicht unser sechsjähriges
Florian: Jubiläum oder irgendwas, unser fünfeinhalb oder fünftreivierteljähriges.
Florian: Weg vom Zwang der ganzen Zahlen.
Claudia: Ja, ja, lass uns irgendwie so ein Pi mal zwei.
Florian: Genau, ja.
Claudia: Das feiern wir.
Florian: Ist in Ordnung. Ja, was hast du heute zu erzählen? Spielen hast du gesagt, wir spielen was?
Claudia: Ja, also nicht wir spielen was, aber ich dachte, wir reden über das Spielen.
Florian: Ja, okay.
Claudia: Weil ich dachte so, Sommer, habe ich an zwei Dinge gedacht.
Claudia: Erstens an Urlaub und zweitens, dass ich während dieser unsäglichen Hitzewelle,
Claudia: die wir schon hatten im Juni, bei einem anderen Podcast zu Gast war.
Claudia: Diese zwei Dinge, ich weiß, die hören sich jetzt nicht so an,
Claudia: als hätten die was mit Spielen zu tun, haben bei mir aber was mit Spielen zu tun.
Claudia: Denn zu den Podcasten, ich weiß nicht, ob du den kennst, das ist die WissensarchitektInnen.
Florian: Habe ich schon mal gehört davon, also ich weiß, dass es ihn gibt.
Florian: Es kann sein, dass ich auch mal eine Folge gehört habe, aber er gehört nicht
Florian: zu den regelmäßigen Podcasts, die ich höre. Aber wenn du dabei bist,
Florian: dann höre ich mir das vielleicht auch mal an.
Claudia: Muss man auch sagen, es ist ein mieschiger Podcast, zu Recht.
Claudia: Das macht ihn eben auch sehr gut.
Claudia: Weil es geht hauptsächlich um Daten und Bibliotheken, Algorithmen,
Claudia: Forschung, aber die sich alles so um Informationsgesellschaft und sowas dreht.
Claudia: Also wie das unsere Informationsgesellschaft formt. Und das macht eine Kollegin
Claudia: von mir, Ulrike Wuttke. Die hatte mich eingeladen für einen Spieletest,
Claudia: weil ich offensichtlich bekannt bin dafür, dass ich gerne spiele.
Florian: Okay.
Claudia: Genau. Und da haben wir gemeinsam ein Spiel gespielt.
Claudia: Da ging es dann um Daten-Tracking. Also es war was ganz anderes.
Claudia: Aber da war ich eingeladen, weil ich mich eben mit Spielen auskenne.
Claudia: Und dann habe ich mich daran erinnert, dass mein letzter Urlaub,
Claudia: im Gegensatz zu meinem Sommerurlaub dieses Jahr, mein letzter Urlaub im April
Claudia: war. Und das, weißt du, was wir da gemacht haben, den ganzen Urlaub?
Florian: Gespielt?
Claudia: Ja, wir haben gelesen und gespielt. Das ist der Einzige. Wir waren in der Hütte
Claudia: mitten im Nichts in Belgien und haben nichts getan, außer Lesen und Spielen.
Florian: Das klingt doch gut.
Claudia: Das klingt hervorragend. Und dabei haben wir nämlich ein Spiel gespielt,
Claudia: von dem ich dir nämlich heute gerne erzählen möchte. oder generell einfach die
Claudia: Art von Spielen. Und zwar haben wir ein Klimaspiel gespielt.
Florian: Okay, was ist ein Klimaspiel?
Claudia: Hast du schon mal Klimaspiele gespielt?
Florian: Nee.
Claudia: Ich weiß nicht, ob ich das schon mal gefragt habe.
Florian: Du hast das schon mal gefragt, aber glaube ich nicht in einer Folge.
Florian: Und wir haben schon mal darüber gesprochen. Wir hatten ja auch mal zwei Folgen
Florian: über Klimakomputerspiele.
Florian: Aber jetzt kommt was anderes.
Claudia: Jetzt reden wir bei Brettspiele.
Florian: Ja, da bin ich noch mehr raus als bei Computerspielen.
Claudia: Ja, also Brettspiele sind auch bei mir in der Popularität definitiv hinter Computerspielen.
Claudia: Aber ich fand, das ist ein sehr faszinierendes Spiel. Das Spiel,
Claudia: um das es sich handelt, ich habe auch direkt einen Link mitgebracht für ein
Claudia: Video, falls alle Leute sich das angucken möchten, wie es aussieht,
Claudia: weil es ist schwierig zu erklären.
Claudia: Aber das Spiel heißt Daybreak.
Florian: Genau, das ist immer auch das Nervigste bei Brettspielen, dass man erstmal immer
Florian: irgendwie hier diese ganzen komplizierten Regeln lesen muss.
Florian: Also Mensch ärgere dich nicht, das bin ich noch gut.
Florian: Habe ich letztes Jahr erst mit meinem Neffen und meiner Nichte habe,
Florian: wir haben Mensch ärgere dich nicht gespielt.
Florian: Und wir hatten großen Spaß, also das darf man nicht unterschätzen.
Florian: Es war durchaus eine unterhaltsame Stunde, die wir da Mensch ärgere dich nicht
Florian: gespielt haben. Und man braucht keine Regeln erklären. Wunderbar.
Claudia: Ja, also die Regeln sind relativ simpel. Das ist jetzt klimabedingt schon schwierig.
Claudia: Also bei einem Klimaspiel, wenn das einfache Regeln hat, das passt schon nicht
Claudia: zu der Realität von Klima.
Claudia: Aber ich hatte das Glück, dass einer der zwei, mit denen ich im Urlaub war,
Claudia: einer der Freunde, hatte das Spiel schon sehr oft gespielt und ist auch ein
Claudia: großer Fan des Spiels, konnte das komplett
Claudia: aufbauen und erklären und wir hatten mehrere Runden, um das zu lernen.
Claudia: Aber das Spiel fand ich deshalb so gut.
Florian: Ich kenne das Spiel. Ich habe gerade drauf geklickt und auf Deutsch,
Florian: hast du schon gesagt, wie es heißt?
Claudia: Daybreak.
Florian: Ja, genau. Und auf Deutsch heißt das E-Mission, oder? Kann das sein?
Florian: Weil ich habe jetzt gerade auf die Homepage geklickt und da kriege ich auf Deutsch
Florian: ein Spiel angezeigt, das E-Mission heißt und auf Englisch heißt es Daybreak,
Florian: wenn ich auf die englische Version der Seite gehe.
Florian: Und dieses Spiel E-Mission habe ich, glaube ich, mal meinem Bruder geschenkt,
Florian: weil mein Bruder ist ein totaler Brettspiel-Nerd und Freak. Der findet das alles toll.
Claudia: Und ich hoffe, dass er das Spiel auch toll findet, weil mich hat es voll überzeugt.
Claudia: Also jetzt nicht, weil es einfach zu spielen ist. Also ich meine,
Claudia: wir waren im Urlaub, es war jetzt keine Fun-Activity per se,
Claudia: aber es ist ein sehr gutes Realitätsnaß, also so gut wie ein Game halt Realitätsnaß
Claudia: sein kann, Spiel und macht trotzdem Freude.
Florian: Ja, das ist doch immer gut.
Claudia: Ja, es ist eine super Kombination. Genau, und ich dachte, ich berichte mal so
Claudia: ganz kurz, wie das Setup ist, weil ich finde, es gibt verschiedene Klimaspiele,
Claudia: die verschieden gut sind.
Claudia: Und ich habe auch noch am Ende ein paar andere mitgebracht, damit natürlich
Claudia: die Leute noch ein bisschen mehr Auswahl haben. Aber Daybreak kann ich empfehlen.
Claudia: Zum einen, weil man sich aussuchen kann, wer mitspielt.
Florian: Das gleiche mehr so auch.
Claudia: Nee, ich meinte jetzt mehr so, welche Regionen der Welt.
Claudia: Also man kann nämlich aus vier verschiedenen, wie nennt man es?
Claudia: Ja, Weltregionen wählen und zwar einmal, ich weiß, das ist jetzt keine Weltregion,
Claudia: das ist ein Land, United States, aber es geht eben um die Big Player,
Claudia: China, Europa als Ganzes und Majority World,
Claudia: also die Mehrheit der Welt, die außerhalb der USA, China und Europa liegt.
Claudia: Und alle haben unterschiedliche Startpunkte.
Claudia: Also zum Beispiel die United States haben irgendwie ganz hohe Werte irgendwie
Claudia: schon in Research, also in Forschung.
Claudia: China hat sehr hohe Werte in Industrialisierung und ökonomische Kontrolle,
Claudia: also was man irgendwie schnell steuern kann. Europa hat tatsächlich ja sowas
Claudia: wie Resilience, also Resilienz und sowas ganz gut.
Claudia: Und die Majority World, also die Mehrheit der Welt hat irgendwie schon durchaus
Claudia: Probleme, wie die haben schon irgendwie Unrest. Jetzt weiß ich gar nicht,
Claudia: was Unrest auf Deutsch heißt.
Claudia: Also gesellschaftliche Probleme, die haben aber auch hohe Emissionen und die
Claudia: halt auch irgendwie historisch bedingt sind.
Claudia: Das heißt, man hat schon das Setup, das irgendwie klar sagt,
Claudia: wir haben hier unterschiedliche Startpunkte.
Claudia: Unterschiedliche, zum Beispiel grüne Ressourcen, also grüne Ressourcen,
Claudia: die dabei helfen, zum Beispiel Emissionen einzufangen oder sich vor Katastrophen zu schützen.
Claudia: Und genau, das Ziel ist es halt tatsächlich, und das ist das Spannende,
Claudia: dass man gemeinsam die Klimakrise beendet.
Claudia: Also am Ende negative Emissionen hat. Das Ziel ist negative Emissionen und man
Claudia: kann das Spiel nur zusammen gewinnen.
Claudia: Oder zusammen verlieren. Das finde ich jetzt schon mal eine sehr gute Prämisse.
Claudia: Weil es der Realität entspricht. Was ist nicht bei allen Spielen der Fall?
Claudia: Also man könnte natürlich durchaus auch so spielen, dass man sagt,
Claudia: ja, wir gucken einfach, dass wir uns hier eintunneln.
Florian: Oder ein Raumschiff bauen, so wie bei der allerersten Civilization,
Florian: wo du irgendwie ein Raumschiff bauen musst, dass du Alpha Zetauri fliegt am Ende.
Claudia: Und dann bist du weg und sagst, tschüss, viel Spaß da unten für den Rest.
Claudia: Also das funktioniert nicht. Wir sitzen hier alle gemeinsam und man muss dann
Claudia: eben gucken, wie man sich gegenseitig hilft.
Claudia: Also man kann sich gegenseitig unterstützen, während man den globalen Krisen, die,
Claudia: als Karten überall auftauchen, versucht zu bewältigen und dabei muss man darauf
Claudia: achten, dass man seine eigenen Emissionen reduziert, also zum Beispiel weniger
Claudia: Fleischkonsum, weniger
Claudia: dreckige Energieproduktion, Häuser sanieren und ähnliche Sachen,
Claudia: dass man da die Emissionen und den Energiebedarf auch senkt.
Claudia: Und gleichzeitig sich selbst und anderen, damit es eben anderen auch gut geht,
Claudia: Resilienz gibt, Ressourcen in verschiedenen Formen.
Claudia: Also man unterstützt sich gemeinsam, während man gemeinsam auch noch die globalen
Claudia: Herausforderungen lösen muss, die es auch gibt und man muss viel diskutieren.
Claudia: Also man muss wirklich viel diskutieren und eine gemeinsame Strategie finden.
Claudia: Jetzt vielleicht mal aus dem Gameplay, was wir gemerkt haben,
Claudia: ist übrigens, also man spielt ja so in verschiedenen Runden und man guckt immer,
Claudia: wie viele Emissionen hat man denn Und dann hat man, wie viele Wald habe ich
Claudia: denn noch und wie viele Ozeane habe ich denn noch und wie viele Senken habe ich denn noch so.
Claudia: Wie viel von den Emissionen kriege ich denn raus? Man kann natürlich auffrosten,
Claudia: wenn man möchte. Und dann, wie viel geht dann von den Restemissionen auf unser
Claudia: globales Budget? Und dann sieht man so die Temperatur steigen.
Claudia: Es ist sehr spannend und wir haben gemerkt, es ist wirklich deutlich einfacher,
Claudia: das Spiel zu gewinnen. Es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade,
Claudia: wie die auch sagen, wenn die USA mitspielen. Bisschen traurig,
Claudia: aber wenn die USA mitspielen, ist das Spiel deutlich einfacher zu gewinnen.
Florian: Das war nicht unbedingt realitätsnah aktuell.
Claudia: Nee, ist leider absolut nicht drin. Also wir haben dann auch versucht,
Claudia: den Schwierigkeitsgrad zu steigen und haben gesagt, weißt du,
Claudia: jetzt spielen wir nur China, Europa und Majority World.
Claudia: Haben wir auch hingekriegt, aber es war deutlich härter und die Welt war deutlich
Claudia: heißer, bevor wir es geschafft haben.
Claudia: Also es zeigt natürlich wieder einen gewissen Realismus und das hat mich total
Claudia: gefreut, weil die wenigsten Spiele irgendwie diese Art von Realismus haben.
Claudia: Natürlich nicht perfekt, also dass man jetzt irgendwie sagt zum Beispiel,
Claudia: dass die Wälder werden da ausschließlich als CO2-Senke quasi verstanden.
Claudia: Das ist natürlich jetzt eine sehr große Simplifizierung.
Claudia: Die werden ja noch deutlich für mehr benutzt. Genau, aber das trotzdem...
Claudia: In Erster Ernährung kann man das jetzt für ein Klimaspiel tatsächlich mal sagen.
Claudia: Aber gleichzeitig ist es ja eigentlich auch Lebensraum, Raum für Biodiversität,
Claudia: kulturelle Relevanz, die da irgendwie existiert.
Claudia: Aber das ist jetzt für das Spiel, das wirklich auf die CO2-Emissionen reduziert
Claudia: ist, nicht relevant, aber in der Realität schon.
Florian: Ja, klar.
Claudia: Perfekt ist es nicht, aber ich finde, es hat schon viel, was man lernen kann
Claudia: und man muss sich schon sehr austauschen, weil wenn diese globalen Krisen kommen
Claudia: und man kriegt den nicht gelöst, dann bekommen alle so Schaden.
Florian: Ja, das ist eh auch wie in echt. Ja, exakt.
Claudia: Also zum Beispiel verschwinden irgendwie grüne Ressourcen, also so Naturreservoirs oder ähnliches.
Claudia: Und wenn man da keine hat auf seiner Platte, auf seinem eigenen Spielbrett und
Claudia: man sagt, oh okay, ich muss jetzt eigentlich hier ein Stück Natur von mir aufgeben,
Claudia: habe ich aber nicht, dann entstehen soziale Unruhen.
Claudia: Und diese sozialen Unruhen, die kann man nur bis zu einem gewissen Grad steigern.
Claudia: Und es gibt mit jeder sozialen Unruhe, Steigerung quasi Nachteile,
Claudia: die dann alle erfahren oder die Region oder der Spieler erfährt.
Claudia: Und ja, bei einem gewissen Grad verliert man einfach das Spiel.
Claudia: Und das Verlieren geht entweder über zu viele CO2-Emissionen oder zu viele soziale Unruhen.
Claudia: Also bis da die Grenze gesprengt ist. Ich finde das auch wieder einen realistischen Aspekt an der Sache.
Florian: Ja, das klingt alles sehr realistisch, aber du hast gesagt, es macht Spaß.
Claudia: Ja, es macht Spaß, tatsächlich, weil es ein bisschen komplex ist.
Claudia: Also Spiele, die zu einfach sind, sind ja auch nicht immer ideal.
Claudia: Ich weiß, Mensch, ärgere dich nicht, dein Favorit, aber da macht es ja auch
Claudia: Spaß, dass man gegen andere spielt. Und hier spielt man tatsächlich ja gegen
Claudia: die Karten, die man zieht. Also man bekommt gute oder schlechte Karten.
Claudia: Und das ist was, das hat natürlich so einen Zufallsfaktor einfach drin.
Claudia: In der realen Welt bestimmten natürlich bestimmte Bedingungen,
Claudia: welche Karten wir so ziehen.
Claudia: Und ich glaube, dann würde es noch mehr Spaß machen, wenn man diese Bedingungen
Claudia: mit beeinflussen könnte.
Claudia: Aber der Glückfaktor ist natürlich irgendwie auch dabei. Also man freut sich,
Claudia: wenn man es schafft, irgendwie seine Solarzellenenergie aufzubauen und dadurch
Claudia: eben dreckige Emissionen aus Kohle zu reduzieren.
Claudia: Ja, das ist möglich. Man kann übrigens auch Atomographwerke bauen,
Claudia: wenn man zwingt möchte. Sind aber nicht so gut.
Florian: Ja, das haben wir auch schon oft genug erklärt.
Claudia: Genau, also auch da wieder Realismus. Und ich fand, es hat Spaß gemacht,
Claudia: weil es auch Diskussionen gefördert hat. Also wir haben wirklich viel über diese
Claudia: verschiedenen Lösungswege diskutiert.
Claudia: Und es ist echt was anderes, wenn du am Küchentisch irgendwie sitzt.
Claudia: Also wir saßen in dieser Hütte mitten im Nichts in Belgien am Küchentisch.
Claudia: Und wir haben über Transformationen und machst du jetzt Solar,
Claudia: dann mache ich Wind gesprochen.
Claudia: Und das in einer Leichtigkeit, in der das Thema sonst nicht funktioniert.
Claudia: Besprochen wird. Also es hat es nicht entdramatisiert. Also wir waren schon
Claudia: wirklich, es ist nicht schön, das Spiel zu verlieren.
Claudia: Aber es war auch sehr schön, es dann zu gewinnen.
Claudia: Und weil man sich dann so dachte, es geht, Florian, es geht.
Claudia: Man kann das gewinnen. Man kann auf negative Emissionen kommen,
Claudia: wenn man zusammenarbeitet. Und ich finde, das hat den Spaß an der Sache tatsächlich ausgemacht.
Claudia: Also wenn du dann irgendwie so eine Karte ziehst, auf der dann irgendwie,
Claudia: weiß ich nicht, irgendwie draufsteht, ein bestimmtes Ereignis tritt ein,
Claudia: Naturkatastrophe und du findest dann gemeinsam eine Lösung. Ah,
Claudia: warte, ich gebe dir hier die Ressource X, dann ist das bei dir nicht so schlimm.
Claudia: Ich habe noch genug soziale Stabilität.
Claudia: Ich kann eine soziale Unruhe aushalten. Das sind Verhandlungen,
Claudia: die würdest du dir ja von anderen Menschen auf der Welt in bestimmten Positionen wünschen.
Florian: Ja, definitiv.
Claudia: Und das ermächtigt dann so ein bisschen, dass man selber mal diese Diskussion führen kann.
Claudia: Wie würde ich das denn machen? Das wollte ich dir erzählen. Also das ist jetzt
Claudia: keine tiefe Wissenschaft, aber ich wollte noch mitgeben, auch unseren Hörnern
Claudia: noch mitgeben, dass es eben noch deutlich mehr Spiele gibt.
Claudia: Und ich habe noch eine Veröffentlichung mitgebracht, die ich jetzt nicht irgendwie
Claudia: besprechen will, aber die sich so kommerzielle Spiele angeguckt hat.
Claudia: Die es gibt, Brettspiele, kommerzielle Brettspiele zum Thema Klima.
Claudia: Und die auch tatsächlich da so Vergleiche ziehen. Also das sind fünf Spiele.
Claudia: Und zwar ist es Daybreak oder halt Emission. Dann Carbon City Zero.
Claudia: Da geht es dann um eine Stadt zu dekarbonisieren. Dann gibt es Catan, New Energies.
Florian: Ich kenne Catan, aber ich habe das nie gespielt.
Claudia: Ja, ist nicht mein Typ von Spiel.
Claudia: Ich glaube, da geht es um Energiemechaniken, Umweltmechaniken und sowas,
Claudia: also die da mit eingebaut sind.
Claudia: Dann gibt es Kyoto. Das ist mehr so ein Verhandlungsspiel, also wo man so eine Klimakonferenz macht.
Florian: Klimakonferenz und Spiele, schäme ich lustig vor.
Claudia: Ja, also da habe ich gedacht, das möchte ich nicht spielen. Vor allem,
Claudia: weil es auch nicht, also das, was ich jetzt ja erzählt habe, ist ja kooperativ.
Claudia: Man kann es auch Solo spielen, aber es ist kooperativ. Aber zum Beispiel Katan ist kompetitiv.
Claudia: Und Kyoto auch. Also du spielst hauptsächlich gegeneinander.
Claudia: Also naja. Und dann gibt es noch Tipping Point. Ich glaube, das hatten wir auch schon mal.
Florian: Ja, ich habe vage Erinnerungen dran.
Claudia: Da geht es um Stadtentwicklung. Also es gibt mehr Spiele und die haben die sich
Claudia: angeschaut und haben die verglichen, indem sie, also im Prinzip haben sie die
Claudia: Spiele gelesen wie ein Text oder wie ein Buch.
Claudia: Also die haben die Spiele gespielt, haben die Karten gelesen,
Claudia: die Anleitung gelesen und haben die dann inhaltlich analysiert,
Claudia: um zu zeigen, was für Geschichten werden da eigentlich erzählt. Eben dieses Spiele.
Claudia: Lösen wir das gemeinsam oder ist das eher ein Gegeneinander?
Claudia: Und eigentlich alle Spiele stellen zum Beispiel Klimawandel als ein Problem
Claudia: dar, das gelöst werden muss. Das ist schon mal gut.
Claudia: Könnte ja auch anders sein können. Wobei das natürlich unterschiedlich stark
Claudia: ist. Bei den meisten geht es um Geld. Das fand ich noch ganz interessant,
Claudia: weil das jetzt bei Daybreak nicht der Fall war.
Claudia: Da spielt Geld höchstens so indirekt, also irgendwie so als Ressource irgendwie ein bisschen mit.
Claudia: Aber bei den anderen ist es meistens tatsächlich sehr viel möglich,
Claudia: sehr viel zu erreichen. dadurch, dass man Geld hat.
Florian: Ja gut, das ist aber in der echten Welt ja auch nicht unrealistisch.
Claudia: Absolut, absolut. Aber natürlich ist irgendwie, wenn man sich nur auf diesen
Claudia: finanziellen Faktor begrenzt und man weiß, welche Personen auf der Welt viel
Claudia: Geld haben, ja auch schnell wieder Hoffnungslosigkeit.
Claudia: Genau, Dapierk hingegen irgendwie fokussiert sich halt auf diese Projekte,
Claudia: die man gemeinsam macht, auf die Krisen, auf das Handeln.
Claudia: Und bei den Spielen ist tatsächlich so, dass nicht immer diese globale Ungleichheit gut dargestellt wird.
Claudia: Was ich jetzt gesagt habe, was in Daybreak gut funktioniert hat,
Claudia: also es ist nicht perfekt, aber besser. Also man startet mit unterschiedlichen
Claudia: Emissionen und Energiemixen und verschiedenen Krisen und verschiedenen Resilienzen,
Claudia: die es einfach schon gibt. Das ist nicht in allen Spielen der Fall.
Claudia: Mich würde total interessieren, also falls jetzt irgendjemand da draußen diese
Claudia: Spiele mal gespielt hat, mehr als eins vielleicht sogar,
Claudia: gerade dieser Aspekt mit Ungleichheit würde mich mal interessieren,
Claudia: ob der in den anderen Spielen und wie der da vorkommt, weil die Studie sagt,
Claudia: das wird wirklich nur kaum dargestellt, aber würde mich interessieren,
Claudia: wenn es dargestellt wird, wie.
Florian: Vielleicht müsste man mal so ein Spiele-Crossover machen, Daybreak und Risiko oder irgendwie sowas.
Claudia: Wir könnten tatsächlich einfach mal zusammen spielen. Machen wir einen Spieletest?
Florian: Ja, mal schauen. Vielleicht machen wir das zu unserem 2P-Geburtstag.
Florian: Der große, das Klimaspielerabend.
Claudia: Ja, also fände ich jetzt nicht verkehrt. Also ich meine, du bist jetzt nicht
Claudia: der Brettspielmensch, aber wir können es trotzdem machen.
Florian: Wir kriegen das schon irgendwie hin. Jetzt sind wir einfach so aufs Sofa und
Florian: schauen die ganze Zeit böse und trinken Bier.
Claudia: Das finde ich auch in Ordnung. Hauptsache, wir kriegen die Klimakrise gelöst.
Florian: Ja, ist okay.
Claudia: Genau, das war das, was ich heute mitgebracht habe. Ich wollte ein bisschen
Claudia: über das Spiel sprechen und über andere Spiele und Leuten, die vielleicht auch
Claudia: Spiele designen mitgeben, dass es offensichtlich geht, solche Sachen umzusetzen,
Claudia: auch wenn es komplex ist und das macht dann trotzdem Spaß.
Claudia: Und dass man aber vielleicht darauf achtet, welche Ungleichheiten macht man
Claudia: denn sichtbar und wie macht man das?
Claudia: Wie verbindet man so die Spielhandlung mit dem realen Klima?
Claudia: Ja, handeln oder unhandeln, nicht handeln, dass es so gibt.
Florian: Ja, coole Geschichte. Jetzt haben wir tatsächlich ungeplant in unseren Sommerfolgen
Florian: fast so eine schöne Urlaubs-Storyline.
Florian: In der letzten ersten Sommerfolge habe ich vom Tempolimit und vom Autofahren
Florian: erzählt. Also jetzt fahren wir quasi in den Urlaub und du erzählst es hier vom Spielen.
Florian: Jetzt sitzen wir quasi im Urlaub und spielen. Aber leider geht es in der nächsten
Florian: Folge nicht so weiter. Also muss ich natürlich mal nachdenken,
Florian: wie man das, was ich in der nächsten Folge vorhabe, in unseren Urlaubsnarrativ
Florian: einbauen könnte. Kann man wahrscheinlich auch.
Florian: Ja, es geht ein bisschen, ein bisschen geht es um Shoppen, wenn man so will.
Florian: Eigentlich nicht ein bisschen, eigentlich geht es voll um Shoppen.
Claudia: Das klingt jetzt aber schon nach einer Aktivität, die manche im Urlaub machen.
Florian: Ja, darum ist mir gerade eingefallen. Aber ja, es wird eine sehr,
Florian: sehr andere Folge als sonst, sage ich mal so. Also wir reden über ein Thema,
Florian: das eigentlich direkt Dix mit Klima zu tun hat, aber indirekt sehr, sehr viel.
Florian: Und es ist eine Geschichte, von der ich hoffe, dass sie die meisten Menschen
Florian: noch nicht kennen, weil ich sie auch erst vor kurzem kennengelernt habe.
Florian: Und ich hoffe, dass ich halbwegs repräsentativ bin mit meiner wissen,
Florian: diese Geschichte, dass die anderen, die das in der nächsten Folge hören,
Florian: dann auch entsprechend überrascht sind von dem, was ich erzählen werde.
Florian: Und wenn nicht, kann ich auch nichts machen. Dann hoffe ich,
Florian: dass du überrascht bist.
Claudia: Ich bin jetzt gespannt auf jeden Fall.
Florian: Ja, dann seid dabei in zwei Wochen. Davor könnt ihr uns gerne,
Florian: wie Claudia gesagt hat, eure Spieleerfahrungen schreiben unter podcast.dasklima.fm
Florian: oder ihr schaut in die Shownotes, wenn ihr euch die Videos und Podcasts anschauen,
Florian: hören wollt, die Claudia erwähnt hat.
Florian: Auch das findet ihr alles unter dasklima.fm.
Florian: Und wenn ihr wissen wollt, was ich in der nächsten Folge für überraschende Geschichten
Florian: erzähle oder auch nicht, müsst ihr in 14 Tagen wieder zuhören.
Florian: Und bis dahin wünschen wir euch weiterhin einen schönen Sommer und sagen Tschüss.
Claudia: So. Achso, ja, Jubiläumsfolge.
Florian: Ja, die ignorieren wir einfach. Oder wir sagen kurz was dazu.
Florian: Aber haben wir jetzt nichts vorbereitet.
Claudia: Wir haben auch nichts vorbereitet. So weiß ich nicht. Was wollen wir tun? Wir könnten singen.
Florian: Nee, ich kann nicht singen.
Claudia: Lass uns doch mal singen für uns selbst. Das ist doch bestimmt ganz,
Claudia: ganz toll, wenn man so asynchron gemeinsam singt.
Florian: Nee, das ist nicht.
Claudia: Nein? Okay.
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