DK175 - Was bringt ein Tempolimit?
Shownotes
DK175 - Was bringt ein Tempolimit?
Und: Warum haben wir es so eilig?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 175 treten wir auf die Bremse. Wir werfen einen Blick auf die Debatte um das Tempolimit. Denn wenn wir alle ein wenig langsamer fahren würde, wäre das gut für das Klima und für viele andere Sachen auch noch. Und die negativen Folgen wären längst nicht so dramatisch, wie viele denken.
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Tempolimit
Eine Studie des Umweltbundesamt hat geschaut, wie viel Zeit man durch ein Tempolimit verliert: Im Schnitt 0,2 bis 3 Minuten pro Tag.
Das BAST hat in einer Studie 2025 berechnet, dass man mit einem Tempolimit von 130 auf der Autobahn circa 1,3 bis 4,2 Millionen Tonnen Emissionen sparen könnte. In Österreich kommt eine Studie auf ein Einsparungspotenzial von ca. 250.000 bis 600.000 Tonnen pro Jahr.
Für Deutschland entspricht das den Jahresemissionen von 354.000 bis 1,42 Mio. durchschnittlich genutzten Pkw; in Österreich sind es 116.000 bis 280.000 Pkws.
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”.
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at Live Shows Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.
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Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
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Transkript anzeigen
Claudia: Hier ist das Klima, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise.
Claudia: Wir lesen und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung jeden zweiten
Claudia: Montag mit Florian Freistetter.
Florian: Und mit Claudia Frick. Herzlich willkommen. Herzlich willkommen im Juli.
Florian: Wie hast du das erste große Klimaereignis des Jahres hinter dich gebracht?
Claudia: Nass.
Florian: Nass.
Claudia: Schweißnass.
Florian: Ja, ich habe es in nicht klimatisierten Hotels und Universitäten verbracht,
Florian: die Hitzewelle des Juni.
Florian: Ich habe mir gerade wunderbar ausgesucht, dass ich eine Lehrveranstaltung über
Florian: Klimapsychologie mit unterstützend halte in München.
Florian: Und wie Universitäten so sind, sind die nicht klimatisiert. Das heißt,
Florian: wir haben auch einen schönen heißen Tag gehabt. Und das Hotel,
Florian: wo ich in München benachtet hatte, war auch nicht klimatisiert und mein Zimmer unterm Dach.
Claudia: Super, das ist wie bei mir. Mein Büro ist unterm Dach, meine Wohnung ist unterm
Claudia: Dach. Ist super. Also es ist egal, wo man ist.
Claudia: Und ja, Hörsäle, was sollen Klimaanlagen sein?
Florian: Jedenfalls ist der Sommer angebrochen. Das wollte ich eigentlich damit sagen.
Florian: Und wir machen jetzt im Sommer Sommerfolgen.
Florian: Das heißt nicht, dass wir nur über Schwimmbäder und Eis essen und sowas reden,
Florian: obwohl das auch nett wäre.
Florian: Aber wir haben gedacht, wir wollen im Sommer vielleicht auch mal ein bisschen
Florian: weniger machen, weil wir nicht durchgehend arbeiten können. Also können schon, aber nicht lange.
Florian: Und nachhaltig ist es, wenn wir uns ein bisschen mal auch erholen können.
Florian: Deswegen gibt es jetzt im Sommer Sommerfolgen. Das heißt, es gibt weiterhin
Florian: alle 14 Tage eine Folge von Das Klima.
Florian: Nur in dem Fall werden es deutlich kürzere Folgen sein. Also wir peilen so irgendwas
Florian: um 10, 15 Minuten an und wir werden auch nicht, so wie sonst jetzt komplett
Florian: ausgewachsene wissenschaftliche Arbeiten.
Florian: Hier referieren, sondern wir haben gedacht, wir suchen uns so kleine Fun Facts,
Florian: beim Klima ist das falsche Wort, aber wir suchen uns halt so Faktoide,
Florian: wenn man es so nennen will.
Florian: Also Dinge raus, die man auch erzählen kann und die interessant sind,
Florian: aber die normalerweise nicht eine komplette Klimafolge wert wären oder tragen würden vom Inhalt her.
Florian: Und die präsentieren wir jetzt hier im Sommer. Und das Zweite,
Florian: was ich zu den Sommerfolgen noch sagen möchte, ist, wir nehmen jetzt gleich
Florian: heute, an diesem Tag, wo Claudia und ich aufnehmen, was der 7.
Florian: Juli ist, alle Folgen für den ganzen Sommer auf.
Florian: Das heißt, wenn irgendwas bis so Mitte September Dramatisches passiert in Sachen
Florian: Klimawissenschaft, dann werdet ihr es hier nicht hören.
Florian: Aber wir sind ja sonst auch kein News-Podcast, also seid ihr es ja eh nicht
Florian: gewohnt, hier bei uns die Neuigkeiten zu bekommen, sondern ihr bekommt Informationen
Florian: und die bekommt ihr im Sommer auf.
Florian: Jetzt, ja, weiß ich nicht, irgendwas passiert.
Claudia: Wenn wir die Klimakrise lösen.
Florian: Können wir das nicht direkt aufgreifen. Genau, genau. Das machen wir dann erst im September wieder.
Florian: In der letzten Folge, und ich bin jetzt auch mit dem Rückblick dran,
Florian: weil wir haben auch nochmal die Reihenfolge umgestellt.
Florian: Das heißt, auch heute werde ich wieder so in der letzten Folge mein Thema präsentieren.
Florian: Und in der letzten Folge habe ich über das gesprochen, was, weiß gar nicht,
Florian: wenn diese Folge erscheint, schon vorbei ist oder läuft es dann noch?
Florian: Diese Folge kommt raus. Nein, da ist es gerade vorbei.
Florian: Da ist das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft schon geschlagen,
Florian: wenn diese Folge erscheint. Gestern war das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft.
Florian: Ja, keine Ahnung, wer gewinnt.
Claudia: Bestimmt war super spannend.
Florian: Wahrscheinlich. Ja, ist mir eigentlich relativ egal. Österreich ist ausgeschieden,
Florian: Deutschland ist ausgeschieden.
Florian: Also selbst mit Nationalstolz kann man mich nicht mehr da irgendwie mit Interesse
Florian: an dieser Fußball-WM halten. Es wird irgendwer gewonnen haben.
Florian: Donald Trump wird wahrscheinlich irgendwas Blödes gemacht haben bei der Preisverleihung,
Florian: der Medaille geklaut oder sonst irgendwas. Frag mich nicht.
Florian: Vielleicht gewinnt ja Belgien. Dann ist Donald Trump wahrscheinlich extra verärgert,
Florian: weil das war ja der aktuelle Skandal.
Florian: Denn wir haben in der letzten Folge über die Gefahren für den Fußball gesprochen
Florian: und damit das Klima gemeint.
Florian: Aber der Fußball kriegt es auch ganz selbst hin, sich zu gefährden durch die
Florian: ganzen korrupten Machenschaften, die da abgehen. Wenn du es nicht mitbekommen
Florian: haben, weil du dich nicht so für Fußball interessierst, nehme ich an.
Claudia: Ich habe nicht mal mitgekriegt, dass Deutschland ausgeschrieben ist bis ein paar Tage später.
Florian: Ja, ich kriege es auch nicht mit, aber ich schaue aktuell gerade wieder Tour
Florian: de France Radfahren. Das interessiert mich ja wirklich.
Florian: Und da kriegt man halt im Zuge dessen auch andere Sportnachrichten mit.
Florian: Darum bin ich halbwegs gut informiert über den Verlauf der Fußball-Weltmeisterschaft.
Florian: Hat ein Typ von den USA eine rote Karte bekommen und durfte dann nicht mehr
Florian: mitspielen, weil man eine roten Karte bekommt, ist man automatisch für mindestens
Florian: ein Spiel gesperrt und hätte dann beim, was war es, 16. Finale,
Florian: 18. oder 8. Finale, frage ich mich nicht, irgendeinem Ausscheidungs-Match,
Florian: durfte er nicht mitspielen.
Florian: Und dann hat Donald Trump angerufen beim FIFA-Präsidenten Infantino und gesagt,
Florian: mach das weg und der hat das weggemacht.
Florian: Und da braucht man nicht auf die Klimakrise warten, dass die den Fußball kaputt
Florian: macht. Wenn das so läuft, dann ist der Fußball schon ganz von selbst kaputt.
Florian: Aber das besagte Spiel Belgien gegen die USA hat heute Nacht stattgefunden und
Florian: Belgien hat es auf seine Art gelöst und die USA 4 zu 1 rausgehauen.
Florian: Vielleicht werden sie jetzt Weltmeister und dann muss Donald Trump dastehen
Florian: und sich mit den Belgiern auseinandersetzen.
Florian: In der letzten Folge, wie gesagt, haben wir über einen Bericht gesprochen,
Florian: Pitches in Peril, wo es um die Auswirkungen der Klimakrise
Florian: vor allem auf die Fußballplätze geht, aber auf den Fußball im Allgemeinen auch
Florian: und untersucht wurde, wie man denn diesen Sport noch rausüben kann in den nächsten
Florian: Jahrzehnten, wenn es so weitergeht mit der Klimakrise.
Florian: Und das Ergebnis war ja nicht ganz so gut. Also da wird sich auf jeden Fall der Sport verändern.
Florian: Und wir haben auch über die Einstellung der Fußballfans zur Klimakrise gesprochen.
Florian: Da gab es auch Umfragedaten.
Florian: Also wir haben Fußball gehabt und in dieser Folge...
Florian: Geht es um was anderes, weil wir können ja nicht über nur Fußball reden.
Claudia: Ich wollte gerade sagen, reden wir jetzt über Fahrrad?
Florian: Nee, nee, das ist vor kurzem auch eine interessante Studie über Tour de France
Florian: in Zeiten der Klimakrise rausgekommen.
Florian: Und eins, und dann sehe ich jetzt das doch nochmal kurz, dann wird die Sommerfolgericht
Florian: wieder 30 Minuten lang. Aber ich habe ein schönes Bild, das so über die sozialen
Florian: Netzwerke gegangen ist, was du wahrscheinlich nicht gesehen hast,
Florian: weil du zwar in der Klimabubble sein wirst, aber nicht in der Fahrradfahr- und Tour de France-Bubble.
Florian: Absolut nicht. Vor einigen Jahren hat mal das französische Fernsehen,
Florian: die Wetterredaktion, so eine
Florian: Fake, also nicht Fake, aber halt eine fiktive Wetterschau, so einen fiktiven
Florian: Wetterbericht gemacht über Tour de France 2030, 2040, weiß ich nicht.
Claudia: Ich glaube, das hast du mal erzählt, ja.
Florian: Und dann haben sie so ein Bild veröffentlicht, also wie das Wetter dann aussehen
Florian: wird mit lauter argen Temperaturen, so 40 Grad überall und so.
Florian: Und das haben sie dann gegenübergestellt, ich weiß nicht, wer das gepostet hat,
Florian: eh alle, dem realen Wetterbericht in Frankreich der letzten Wochen,
Florian: der halt deutlich schon heißer und schlimmer war als der damals angenommene
Florian: fiktive Wetterbericht der Tour de France.
Claudia: Wunderbar.
Florian: Und es ist auch, glaube ich, eine wissenschaftliche Arbeit erschienen vor kurzem.
Florian: Die habe ich nur so mal abgespeichert zur Wiedervorlage.
Florian: Aber da ging es auch um Tour de France in Zeiten der Klimakrise,
Florian: also im Wesentlichen sowas, was wir in der letzten Folge über Fußball besprochen haben.
Florian: Aber ich habe gedacht, wir können ja nicht andauernd Sport machen.
Florian: Wir sind ja kein Sport-Podcast hier.
Claudia: Ja, ich habe auch wirklich wenig Kompetenzen in dem Bereich, das muss ich zugeben.
Florian: Ja, aber das Thema heute, da haben wir alle Kompetenzen, denn Deutschland ist
Florian: wie Österreich ein Autoland und es geht ums Autofahren.
Claudia: Ja, also da sind wir super drin.
Florian: Genau. Nein, ich habe einfach einen Klassiker rausgesucht, der immer wieder
Florian: auftaucht und der auch immer wieder gerne diskutiert wird, auch privat diskutiert wird.
Florian: Und ich habe gedacht, ich suche da mal ein paar Zahlen raus,
Florian: dass man mal am aktuellen Stand ist, falls man in so eine Diskussion kommt.
Florian: Es geht um das Tempolimit.
Claudia: Oh,
Claudia: das ist ein Hot Topic hier. Wenn du das Klima noch mehr aufheizen willst,
Claudia: rede über das Tempolimit.
Florian: Ja, das ist eine Diskussion, die sowohl in Deutschland als auch in Österreich
Florian: geführt wird, obwohl Deutschland kein Tempolimit hat, was ja eigentlich auch
Florian: nicht stimmt, bis auf ein paar Stücke auf der Autobahn habt ihr auch über Tempolimit,
Florian: aber Deutschland bildet sich immer noch was ein, überraschenderweise,
Florian: dass sie kein Tempolimit haben.
Florian: In Österreich haben wir ein Tempolimit, auch 130 auf der Autobahn,
Florian: 100 Landstraße und 50 im Ort.
Florian: Also das haben wir, aber sowohl in Deutschland als auch in Österreich wird über
Florian: ein Tempolimit diskutiert, in Deutschland halt mal überhaupt eins einzuführen
Florian: und in Österreich, dass wir es halt reduzieren.
Florian: Also keine Ahnung, 100 auf der Autobahn, 120 auf der Autobahn,
Florian: dann irgendwie weniger zu machen.
Florian: Das ist eine Diskussion, die sowohl aus verkehrstechnischen Gründen als auch
Florian: aus Umweltschutzgründen geführt werden kann, weil wenn man nicht so schnell
Florian: fährt, dann gibt es weniger Unfälle, gibt weniger Schadstoffe,
Florian: man verbraucht weniger Benzin oder Diesel oder was auch immer man reintankt ins Auto,
Florian: was ja auch nicht schlecht ist angesichts der Preisentwicklung.
Florian: Also es gibt viele Gründe, warum man diskutieren kann, aber ein Grund,
Florian: warum man über das Tempolimit diskutiert, ist natürlich auch die Klimawirkung,
Florian: weil wenn die Autos nicht so schnell fahren, dann kommt auch weniger CO2 raus
Florian: und das ist gut fürs Klima.
Florian: Deswegen diskutiert man da immer wieder drum, weil es halt eine von vielen,
Florian: vielen Maßnahmen ist, die man machen kann. Und wir haben diese Maßnahme auch
Florian: immer wieder mal erwähnt in unseren diversen Diskussionen.
Florian: Aber ich habe gedacht, ich hole das jetzt einmal raus und suche mir mal ein
Florian: paar aktuelle Studien raus, was denn da wirklich jetzt so passiert.
Florian: Was kann man da wirklich einsparen durch Tempolimit? Bringt das was?
Florian: Weil das hört man ja auch ganz oft, Tempolimit, es bringt ja eh nichts am Ende,
Florian: wenn wir ein bisschen langsamer fahren.
Florian: Dann kommen wir alle nur viel, viel später an, haben viel, viel mehr Stress
Florian: und einsparen lässt sich da höchstens ein bisschen was.
Florian: Also habe ich mal geschaut, wie es denn wirklich so ist. Und es ist gar kein so triviales Thema.
Florian: Weil herauszufinden, wann, wo, wie Auto gefahren wird, ist gar nicht so leicht,
Florian: weil es gibt ja unterschiedlichste Fahrzeuge, die unterwegs sind.
Florian: LKWs, PKWs mit Diesel, PKWs mit Benzin und Motorräder und andere Arten von Fahrzeugen.
Florian: Alle fahren unterschiedlich schnell auf unterschiedlichen Straßen,
Florian: machen unterschiedliche Arten von Emissionen.
Florian: Also das alles auseinanderzubasteln ist deutlich schwieriger.
Florian: Und da muss man noch berücksichtigen, wenn man solche Szenarien ausrechnet.
Florian: Wenn ich jetzt das Tempo verringere von, keine Ahnung, unlimitiert auf 130 auf
Florian: deutschen Autobahnen, vielleicht fahren dann mehr Leute, denken sich,
Florian: wenn ich jetzt nicht mehr mit 240 über die Autobahn brettern kann,
Florian: dann lasse ich es gleich bleiben und fahre mit 100 über die Landstraße.
Florian: Also man muss dann auch noch schauen, wie ändern sich die Verkehrsflüsse,
Florian: wie ändern sich die Verkehrsflüsse überhaupt im Laufe der Zeit,
Florian: wenn ich Prognosen mache für die nächsten Jahrzehnte, wie ändert sich die Zusammensetzung
Florian: der gesamten Autoflotte, Weil es werden ja trotzdem immer mehr Elektroautos zugelassen.
Florian: Das muss man auch berücksichtigen. Wenn ich jetzt sage, ich will wissen,
Florian: was ich bis 2030 reduzieren kann, dann muss ich berücksichtigen,
Florian: dass vielleicht 2030 weniger Leute mit Verbrennern fahren als heute.
Florian: Also all das ist in diesen Studien drinnen und ich verlinke diese Studien auch,
Florian: damit ihr euch all das im Detail anschauen könnt. Und ich habe jetzt wirklich
Florian: probiert, um es nicht zu kompliziert zu machen, wirklich so die Mittelwerte,
Florian: Durchschnittswerte, Gesamtwerte rauszuholen.
Florian: Und eine Studie ist vom Umweltbundesamt aus dem Jahr 2024.
Florian: Und da habe ich mir rausgesucht, wie das ist mit dem zu spät kommen.
Florian: Weil das heißt ja immer, wenn ich nicht mehr so schnell fahren kann,
Florian: wie ich will, dann brauche ich ja viel länger, um irgendwo anzukommen.
Florian: Und das ist ja überhaupt ganz schlecht.
Claudia: Entschuldigung.
Florian: Es ist genauso wie die Reichweitenangst bei den Elektroautos,
Florian: wo die Leute denken, wenn ich nicht irgendwie 500 Kilometer am Stück fahren
Florian: kann, dann brauche ich gar nicht erst einsteigen, obwohl in Wahrheit...
Florian: Keine Ahnung, die Zahlen habe ich jetzt nicht rausgesucht, aber im Durchschnitt
Florian: fährt man, keine Ahnung, 50 Kilometer oder sowas und ab und zu mal machst eine längere Tour.
Claudia: Ja, genau, wo man sich dann vielleicht auch mal ein Auto leihen könnte, aber nur so.
Florian: Genau. Und ich weiß, ich weiß jetzt kommen wieder Leute, die sagen,
Florian: ja, aber mein Job beinhaltet es, dass ich 500 Kilometer am Tag fahre.
Florian: Ja, sowas gibt es auch, aber wie gesagt, ich möchte jetzt eben nicht diese Detailfälle
Florian: aufarbeiten, sondern wir schauen uns das Gesamt an.
Florian: Und die haben in dieser Studie unter anderem untersucht, was jetzt das Tempolimit
Florian: wirklich für einen zusätzlichen Zeitaufwand verursacht und haben auch diverse
Florian: Szenarien. Ich habe jetzt nur so die extremen Szenarien.
Florian: Also einmal wäre Deutschland jetzt bezogen, Tempo 130 auf der Autobahn,
Florian: 100 auf den Landstraßen oder Tempo 100 auf der Autobahn, 80 auf der Landstraße.
Florian: Also das waren quasi so die beiden Extremwerte der Szenarien.
Florian: Und wenn du das jetzt ausrechnest, wie viel die durchschnittliche Fahrleistung
Florian: der PKW ist in Deutschland und so weiter auf den unterschiedlichen Straßen und
Florian: das alles zusammenrechnest, kommst du, wenn du das dann am Ende runterrechnest,
Florian: auf einen Tag im Durchschnitt, pro Tag im Durchschnitt verlierst du 0,2 bis 3 Minuten.
Claudia: 0,3 oder 0,2 bis insgesamt 3 Minuten?
Florian: Nein, in einem Extremszenario 0,2 Minuten, im anderen drei Minuten.
Claudia: Drei Minuten, ja, davon kann ich viel machen, schlafen.
Florian: Genau.
Claudia: Das ist ja nichts, das ist ja wirklich gar nichts.
Florian: Und auch da wieder, ja natürlich, wenn du jetzt von Flensburg nach München fährst,
Florian: Klar, verlierst du da vielleicht ein bisschen mehr, aber wie gesagt,
Florian: wir reden jetzt hier vom Durchschnitt und im Durchschnitt fällt es nicht ins
Florian: Gewicht, das Tempolimit.
Florian: Bist vielleicht ein bisschen entspannter, weil du nicht so stressig fahren musstest,
Florian: weil es ist ja eigentlich urstressig, so schnell fahren.
Florian: Ich fahre schon lange nicht mehr selbst Auto, aber da, wo ich Auto gefahren
Florian: bin, wo doch überhaupt nicht über Tempolimit diskutiert worden ist,
Florian: bin ich dazu übergegangen, auf der Autobahn auch nach 100 zu fahren,
Florian: weil es war weniger stressig. Es hat mich immer so gestresst,
Florian: dass ich da so mit 130 durch die Gegend brettern muss.
Florian: Da muss man so viel aufpassen. Man muss ja immer aufpassen, aber langsam fahren
Florian: ist auch einfach weniger stressig. dann ist man viel entspannter.
Claudia: Also ich habe jetzt grundsätzlich nichts dagegen schnell zu fahren.
Claudia: Ich bin aber auch in Deutschland sozialisiert benutzt, unserer Auffassung von schnell fahren.
Claudia: Aber ich habe auch absolut nichts gegen langsam fahren. Außerdem ist es gut
Claudia: fürs Klima. Das ist ein guter Grund, das halt einfach zu machen.
Florian: Gut, aber das jetzt mal nur so zum Zeitaufwand. Aber das fürs Klima ist ja relevant,
Florian: was an CO2 eingespart wird dadurch.
Florian: Und da gibt es auch eine schöne Studie vom BAST. Was war das BAST nochmal?
Florian: Bundesanstalt für Straßen und Verkehrswesen. Das ist BAST.
Florian: Und die haben eine Studie gemacht, 2025, Auswirkungen einer generellen zulässigen
Florian: Höchstgeschwindigkeit von 130 kmh auf Autobahnen auf die CO2-Emissionen.
Florian: Also da geht es wirklich mal nur um die Autobahn und was passiert, wenn wir da 130 machen.
Florian: Und die haben sich auch Folgendes angeschaut. Das ist ja auch interessant.
Florian: Du kannst ja ein Tempolimit, das kann ich dir aus Österreich sagen,
Florian: du kannst 130 auf der Autobahn haben, heißt noch nicht, dass alle 130 fahren.
Claudia: Ja, das ist so wahr. Also es gibt die, die fahren da auch 170 und dann gibt es die, die fahren da 70.
Florian: Genau. Und die haben das berücksichtigt. Das heißt, die haben modelliert einen
Florian: Befolgungsgrad, wo sie da die Daten her haben. Wie gesagt, das ist eine sehr,
Florian: sehr lange Studie, die ist viele Seiten lang.
Florian: Aber sie haben halt unterschiedliche Szenarien, je nachdem, wie gut dieses Tempolimit befolgt wird.
Florian: Und haben halt da dann so unterschiedliche Werte rausbekommen und ein,
Florian: fand ich ein sehr schönes Szenario, ein Szenario mit Begrenzer,
Florian: wo sie dazu gesagt haben, das ist jetzt wirklich nur fiktiv,
Florian: aber wir stellen uns vor,
Florian: wir haben nur noch Autos, die schlicht und einfach nicht schneller als 130 fahren können, technisch.
Florian: Selbst wenn du willst, kannst du das Tempolimit nicht überschreiten. Was kommt daraus?
Florian: Und die Zahlen sind, wenn ich jetzt auf die Vernunft der Menschen vertraue,
Florian: dass sie sich ans Tempolimit halten, dann kommt je nach dem Befolgungsgrad des Tempolimits
Florian: eine Einsparung insgesamt pro Jahr von 1,3 bis 2 Millionen Tonnen CO2 raus durch das Tempolimit.
Florian: Wenn ich dieses fiktive Begrenzer-Szenario nehme, dann sind es 4 Millionen Tonnen,
Florian: 4,2 Millionen Tonnen, die ich einsparen kann.
Florian: Und ich werde gleich sagen, was man sich unter diesen Zahlen vorstellen kann.
Claudia: Ja, genau. Ich habe schon wieder das Problem, mir die Zahlen gut einzuordnen.
Florian: Genau. Aber wir sind schon mal bei einem Wert, sagen wir mal 1 bis 4 Millionen Tonnen.
Florian: Das ist jetzt auf jeden Fall nicht nichts. Und dann habe ich nochmal nach Österreich
Florian: geschaut, weil da wird es ja auch diskutiert.
Florian: Da gibt es auch eine Studie vom Umweltbundesamt, eine aktuelle.
Florian: Die haben geschaut, wieder Tempo 120 auf Autobahn, Tempo 100 auf Autobahn im
Florian: Vergleich zu 130, was wir jetzt haben. Was kann man da einsparen?
Florian: Da sind wir bei 1,5 bis 3,6 Millionen Tonnen, aber kumuliert von 225 bis 230.
Florian: Also pro Jahr würden wir in Österreich ungefähr 250.000 bis 600.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.
Florian: Wir sind kleiner, wir haben weniger Autos. Die verlinke ich auch,
Florian: die Studie, ich verlinke alle, die ich angesprochen habe.
Florian: Da kann man sich auch schön anschauen, wie berücksichtigt wurde,
Florian: dass sich die Flotte ändert.
Florian: Wenn man sich da die Zahlen anschaut, die da auch einzeln pro Jahr von 225 bis
Florian: 235 aufgeführt sind, sieht man schön, dass,
Florian: quasi der Einsparungseffekt dann relativ immer geringer wird im Laufe der Zeit
Florian: durchs Tempolimit, weil immer mehr E-Autos erwartet werden auf den Straßen.
Florian: Aber was heißt das jetzt im Kontext des Verständnisses? Weil wie gesagt,
Florian: 1 bis 4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr kann man sich wenig vorstellen.
Florian: Ich habe jetzt probiert, das umzurechnen. Was wäre das quasi in Autos?
Florian: Also wie viele Autos wären dann weniger?
Florian: Du kannst ausrechnen, wie viel CO2 schmeißt ein Auto pro Kilometer raus.
Florian: Dann kannst du schauen, wie viele Kilometer werden durchschnittlich gefahren im Jahr und so weiter.
Florian: Also das kann man alles ausrechnen, diverse Mittelwerte machen und so weiter.
Florian: Und dann kommst du drauf, dass diese 1 bis 4 Millionen Tonnen CO2,
Florian: die du durch ein Tempolimit in Deutschland einsparen könntest,
Florian: den Jahresemissionen von ungefähr
Florian: 350.000 bis 1,4 Millionen Pkw in Deutschland entspricht.
Florian: Das heißt, ein Tempolimit einzuführen in Deutschland wäre so,
Florian: als würdest du ein Jahr lang 350.000 bis 1,4 Millionen Autos von der Straße holen.
Claudia: Das sind auch nicht nichts. Und wie viele haben wir insgesamt?
Florian: 50 Millionen Autos hat Deutschland ungefähr. Also eine Million von 50 ist schon, ja, aber trotzdem.
Florian: Ich sage noch kurz die Zahl für Österreich. Das ist für Österreich auch ausgerechnet.
Florian: In Österreich würden wir uns 100.000 bis 300.000 Autos sparen.
Florian: Die Emissionen, die in Österreich durchs Tempolnimit eingespart werden,
Florian: entsprechen den Jahresemissionen von ungefähr 300.000 Autos ungefähr.
Florian: Und in Österreich haben wir ungefähr 5 Millionen Autos. Also das Verhältnis
Florian: ist ungefähr größtenordnungsmäßig gleich.
Florian: Und jetzt kann man sagen, ja, das ist ja tatsächlich nichts,
Florian: das ist ja nichts. Also das bisschen, ja, mag sein, dass es im Großen und Ganzen
Florian: für die Gesamtemissionen nicht viel ist. In Österreich entspricht es einem Prozent
Florian: der gesamten Emissionen.
Florian: Also wir würden durch dieses Tempolimit in Österreich ein Prozent,
Florian: grob gerechnet, das sind alles Überschlagsrechnungen, wir würden ein Prozent
Florian: unserer gesamten Emissionen wegkriegen. in Deutschland, da sind sie ein bisschen
Florian: weniger, weil Deutschland ist doch ein bisschen größer, hat mehr andere Emissionen
Florian: aus Industrie und so weiter.
Florian: Da sind wir, keine Ahnung, bei so einem Drittel Prozent, aber,
Florian: und das ist der Punkt, das ist der Punkt, erstens mal,
Florian: Wir müssen einsparen, egal wo und wie, das ist wichtig.
Florian: Und es ist kaum etwas so einfach umzusetzen wie ein Tempolimit.
Florian: Bei diesen ganzen anderen Geschichten, die man da sagt, du musst jetzt hier
Florian: überall die Gasheizungen austauschen.
Florian: Alle müssen sich E-Autos kaufen. Du musst die ganze Industrie dekarbonisieren.
Florian: Du musst die Stahlindustrie auf Wasserstoff umstellen.
Florian: Überall Solarausbau, erneuerbare Energie ausbauen. Das müssen wir auch alles machen.
Florian: Aber das ist alles sehr, sehr aufwendig. Tempolimit ist das Einfachste,
Florian: was du machen kannst. Du musst nur ein paar Schilder aufstellen.
Florian: Und dann kommen wieder irgendwelche Futsters her und sagen, ja,
Florian: man kann nicht einfach nur Schilder aufstellen.
Claudia: Aber Schilder, genau, Schilder muss man dann auswechseln. Das ist auch viel
Claudia: ab. Ja, ja, ich erinnere mich.
Florian: Aber es ist wirklich eine der simpelsten Klimaschutzoptionen,
Florian: die du umsetzen kannst. Ein Tempolimit.
Florian: Und dafür, dass der Aufwand so gering ist für diese Maßnahme,
Florian: ist das, was rauskommt, durchaus beeindruckend. Das ist der eigentliche Punkt, um den es geht.
Claudia: Und auch die Sicherheit steigt. Ja. Mit 130 kmh oder unbegrenzt hast du ein
Claudia: gewisses höheres Unfallpotenzial. Da habe ich jetzt keine Zahlen zu,
Claudia: aber natürlich ist das der Fall.
Florian: Und die Tatsache, dass sich die Politik sowohl in Österreich als auch in Deutschland
Florian: so vehement wehrt, das umzusetzen, ist ein sehr gutes Zeichen dafür,
Florian: wie ernst sie es mit der Klimapolitik nehmen.
Florian: Weil wenn nicht mal die simpelste Maßnahme oder eine der simpelsten Maßnahmen,
Florian: die möglich ist, gemacht wird, dann kann man sich ausrechnen,
Florian: wie ernsthaft da von der Politik Klimaschutz betrieben wird.
Florian: Das war meine kurze Geschichte zum Tempolimit.
Claudia: Ja, aber ich finde es sehr gut. Es ist halt wirklich ein Thema, das auch viele bewegt.
Florian: Halt langsam in Zukunft, hoffentlich.
Claudia: Genau, das Wortspiel war nicht beabsichtigt. Aber gut, es ist passiert.
Claudia: Ja, das ist aber auch doch eine schöne Folge für den Sommer.
Claudia: Ich glaube, bei Tempo 100 ist es auch schöner, Cabrio zu fahren als bei 130.
Florian: Ja, und wie gesagt, man kommt auch entspannter im Urlaub an,
Florian: wenn man sich nicht hinterstresst auf der Autobahn. Und vielleicht kommt man
Florian: dann auch überhaupt gesund oder überhaupt an, wenn man nicht so schnell fährt.
Florian: Darf man auch nicht vergessen.
Claudia: Man spart auch noch Sprit.
Florian: Ja, könnt ihr ein extra Eis kaufen.
Claudia: Wenn man Benziner unterwegs ist, spart man wirklich auch noch Sprit. Also, ja, genau.
Florian: Fahrt langsam in den Urlaub. Wenn ihr fahrt, es ist gut für alles.
Claudia: Sehr schön, das ist ein gutes Schlusswort. Da habe ich nicht so nichts zu sagen.
Claudia: Wie ist das eigentlich mit unseren Sommerfolgen? Sprechen wir dann darüber,
Claudia: was auch als nächstes kommt? Ja, ich dachte, ich mache auch was Leichtes für
Claudia: den Sommer. Ich dachte, wir spielen nächstes Mal. In zwei Wochen reden wir über Spielen.
Florian: Cool, dann spielen wir was in der nächsten Folge. Und bis dahin könnt ihr uns
Florian: gerne kontaktieren unter podcast.daskliber.fm, wenn ihr uns auch was erzählen
Florian: wollt über das Tempolimit.
Florian: Aber bitte, ja, seid vernünftig. Ja, ich meine, ihr seid ja vernünftig,
Florian: aber seid vernünftig. Wenn ihr über das Tempo-Level mit uns reden wollt,
Florian: könnt ihr uns auch gern was über die Fußball-Weltmeisterschaft schreiben.
Florian: Haben wir auch nichts dagegen.
Florian: Und wenn ihr wissen wollt, welche Studien ich hier verwendet habe,
Florian: findet ihr die in den Shownotes unter dasklima.fm.
Florian: Wenn ihr uns auch im Sommer unterstützen wollt, gibt es auch die Infos unter
Florian: dasklima.fm und in den Shownotes.
Florian: Und ansonsten hoffen wir, dass ihr langsam und sicher kühl in den Urlaub kommt
Florian: oder dort bleibt, wo ihr jetzt seid.
Florian: Und in zwei Wochen wieder dabei
Florian: seid, wenn wir mit Claudia gemeinsam was spielen. Ich bin schon gespannt.
Claudia: Wir sprechen nicht so viel, aber wir hören uns in zwei Wochen.
Florian: Tschüss.
Claudia: Ja, weil ich bin eher, okay. Sprintstart in den Tag.
Florian: Ja, frag mich, wie gesagt, ich habe heute fünf Aufnahmen mit dir,
Florian: danach vier Sommerfolgen mit Ruth.
Florian: Und dann hat sich Martin Puntigam auch noch angemeldet, der möchte auch noch kurz was aufnehmen.
Claudia: Alles klar, wunderbar.
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