DK173 - Stoppt das Wirtschaftswachstum
Shownotes
DK173 - Stoppt das Wirtschaftswachstum
Und: Was kommt danach?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 173 geht es um die Wirtschaft. Sie muss immer wachsen; zumindest funktioniert so die Welt in der wir leben. Aber Wachstum kann es nicht ewig. Und was kommt nach dem Ende Wachstum: Wenn wir uns anstrengen, eine bessere Welt für alle, die noch dazu klimafreundlich ist.
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Post-Growth und die globalen Grenzen
In unserem derzeitigen Wirtschaftssystem braucht es ständiges Wachstum. Das kollidiert aber nicht nur mit den globalen Grenzen, sondern auch mit dem Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit. Und, wie eine aktuelle Forschungsarbeit zeigt: Auch nach dem Wachstum kann es sinnvoll weiter gehen. Wir müssen das Ende des Wirtschaftswachstum, das früher oder später kommen wird, nur sinnvoll planen.
Mehr zum Thema gibt es auch beim Global Justice Report und im Guardian
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”.
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at Live Shows Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.
Hinweis zur Werbung und Unterstützung
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian| Instagram Claudia
Bluesky Florian| Bluesky Claudia
Transkript anzeigen
Florian: Hier ist Das Klima, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise.
Florian: Wir lesen und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung jeden zweiten
Florian: Montag mit Claudia Frick.
Claudia: Und Florian Freistetter.
Florian: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Das Klima.
Florian: Einer sehr müden Folge, zumindest von meiner Seite, weil ich beim letzten Mal,
Florian: dir leichtsinnigerweise gesagt habe, ach, lass uns doch um sieben aufnehmen,
Florian: wenn du am Vormittag so viel zu tun hast. Ich stehe jeden Tag um sechs auf, ist kein Problem.
Florian: Ich habe aber nicht berücksichtigt, dass am Tag davor die letzte
Florian: Show der Science Busters vor dem Sommer war, also die letzte Show vor der Saison
Florian: endet und das heißt, ich bin dann generell erst spät fertig mit meiner Arbeit
Florian: und dann habe ich gestern noch zwei andere Podcaster getroffen,
Florian: mit denen ich was besprechen wollte nach der Show.
Florian: Das heißt, ich war, glaube ich, erst irgendwann um halb zwei im Bett,
Florian: als ich dann endlich wieder zu Hause war und dann vier Stunden später schon
Florian: wieder wach. Also ich hoffe, du sprichst heute leise und ruhig und lass dich
Florian: nicht irritieren, wenn du so ein leichtes Schnarchen hörst von meiner Seite aus.
Claudia: Das ist okay, ja. Aber ich finde es gut, dass wir beide mal genauso wenig Schlaf
Claudia: hatten. Das wird eine allgemein müde Folge.
Florian: Nein, wir werden trotzdem mit voller Energie unsere Geschichten erzählen,
Florian: und in der letzten Folge haben wir auch Geschichten erzählt,
Florian: beziehungsweise ich habe eine Geschichte erzählt,
Florian: nämlich über Greenwashing in der Fleisch- und Milchindustrie und überraschenderweise
Florian: gibt es das dort und überraschenderweise gibt es das dort nicht nur,
Florian: sondern es gibt es fast ausschließlich.
Florian: Wir haben festgestellt, dass das, was diese Firmen über ihre Produkte sagen,
Florian: was diese Firmen auf ihren Homepages erzählen, dass sie so klimafreundlich sind,
Florian: dass das so was was irgendwie 98% Greenwashing ist.
Claudia: Wir haben festgestellt, wir essen doch kein Fleisch.
Florian: Ja gut, das hätte man vorher auch schon wissen können. Aber es gibt kein klimafreundliches
Florian: Fleisch, keine klimafreundlichen Milchprodukte. Zumindest nicht so,
Florian: wie es diese Firmen immer behaupten.
Claudia: Ja, wir gehen heute, es hat eine Verbindung, aber nicht so wirklich,
Claudia: also ein bisschen vielleicht.
Claudia: Ich weiß nicht, du erinnerst dich noch an deine Folge zur Wirtschaftswissenschaft.
Florian: Ich erinnere mich vermutlich, ja, ich erinnere mich, ja, ich erinnere mich dran, ja.
Florian: Das war die, wo die Wirtschaftswissenschaft erklärt hat, warum sie eigentlich
Florian: nicht vernünftig beschreiben kann, wie die Risiken der Klimakrise funktionieren wirtschaftlich.
Claudia: Exakt, exakt. Und das ist mir so noch so ein bisschen länger nachgehangen, das Thema.
Claudia: Ich bin ja nun auch nicht die Expertin in Wirtschaft. Nee, bin ich auch nicht.
Claudia: Und deswegen ging es mir, glaube ich, so lange nah. Und vor allem auch an der
Claudia: Folge, aber auch grundsätzlich haben wir ja auch super oft dieses Framing,
Claudia: wenn es um Wirtschaft geht, ach ja, jetzt hier so Klimakrise und alles Mögliche,
Claudia: da gibt es einfach ein bisschen langsameres Wachstum, aber das wird alles schon.
Florian: Ja.
Claudia: So, und das gibt mal ein paar Knicke, weil es kann ja irgendwie mal eine Katastrophe
Claudia: geben, Aber das erholt sich alles wieder.
Claudia: Also das Bruttoinlandsprodukt, das steigt doch nach einer Katastrophe wieder
Claudia: an. Ich hinterlässe das immer zum unguten Gefühl, weil ich mir so denke,
Claudia: naja, das Bruttoinlandsprodukt mag steigen, aber es sind hier tatsächlich reale
Claudia: Werte, Häuser, Industrien, Arbeitsplätze verloren gegangen, zerstört worden und Menschen leiden.
Claudia: Und dann bleibt ja so ein komisches Gefühl. Ich warte, ich beschäftige mich
Claudia: nochmal so ein bisschen mit dieser Thematik, weil wir das am Rande auch schon
Claudia: öfter mal angesprochen haben, nämlich diese Frage, was passiert eigentlich,
Claudia: wenn wirtschaftliches Wachstum nicht mehr nur langsam,
Claudia: funktioniert, sondern gar nicht mehr funktioniert oder sogar halt eben schädlich ist.
Claudia: Das hatten wir ja schon öfter mal, dieses Thema Post-Growth.
Florian: Ja.
Claudia: Ja, also Post-Wachstum. Und das ist ja so ein wirtschafts- oder gesellschaftspolitisches
Claudia: Konzept, das eigentlich die Rolle von ständigem Wirtschaftswachstum einfach
Claudia: mal komplett in Frage stellt.
Florian: Genau, ich wollte gerade fragen, ob du noch definierst, was Post-Growth heißt.
Florian: Also nicht das Wachstum der Post und auch nicht, es ist ja ein komisches Wort,
Florian: weil Post-Wachstum meint ja eigentlich kein Wachstum, oder?
Claudia: Sondern was kommt nach dem Wachstum? Also wir sind momentan in der Phase der
Claudia: Welt und Gesellschaft, in der alles auf Wachstum ausgerichtet ist.
Claudia: Wirtschaftswachstum, genauer gesagt.
Claudia: Und wir dadurch irgendwie unseren Lebensstandard sichern, dass wir immer weiter wachsen.
Claudia: Und Postbrose sagt, ja, muss das?
Claudia: Oder sollte das? Oder kann das? Also die Frage ist eigentlich,
Claudia: die dahinter steckt, wie können eigentlich Gesellschaften gut leben,
Claudia: ohne dass die Wirtschaft immer weiter wachsen muss?
Claudia: Und wenn das so die zentrale Frage ist, merkt man schon, das ist eigentlich
Claudia: so ein Oberbegriff. Also man kann da sehr, sehr viele verschiedene Dinge reinpacken
Claudia: oder sehr präzisere Ideen reinpacken, sowas wie Degrowth zum Beispiel,
Claudia: also das Gegenteil von Wachstum, Entwachstum.
Claudia: Dass man eher schrumpfende Wirtschaft hat. Aber das muss jetzt nicht unbedingt
Claudia: Post, also das ist ein Bereich von Post-Growth.
Claudia: Aber die Frage ist wirklich einfach, was machen wir denn als eine Gesellschaft,
Claudia: wenn Wirtschaftswachstum nicht mehr das Ziel ist, um unser Leben zu sichern?
Florian: Okay, ja, was machen wir denn?
Claudia: Ja, das ist eine gute Frage. Also, was man vielleicht vorher nochmal sagen muss,
Claudia: ist, dass klassische Wirtschaftssysteme, wie wir sie jetzt kennen,
Claudia: also klassisch im Sinne von jetzt bekannt,
Claudia: Die werden ja häufig, das besprechen wir super oft, am Bruttoinlandsprodukt
Claudia: gemessen, also das, was wir hier so erwirtschaften.
Claudia: Und das wird allen quasi angesehen als notwendig für Wohlstand,
Claudia: für Arbeitsplätze, für Stabilität.
Claudia: Und das wird halt so gleichgesetzt mit dem, was wir so unter gut leben verstehen.
Claudia: Und diese Gleichsetzung, also dass ein gutes Leben bedeutet,
Claudia: wir haben ein gutes Wirtschaftswachstum und ein gutes Bruttoinlandsprodukt,
Claudia: das sichert uns Wohlstand und Arbeitsplätze und Stabilität.
Claudia: Das stellt Post-Growth eben in Frage.
Florian: Genau, also ich habe, glaube ich, in einer früheren Folge irgendwann schon mal
Florian: den berühmten Slogan der österreichischen Wirtschaftskammer kundgetan,
Florian: der da lautete, geht es der Wirtschaft gut, geht es uns allen gut.
Claudia: Genau.
Florian: Und du sagst, das stimmt gar nicht.
Claudia: Ja, Post-Growth fragt, ist das wirklich so?
Claudia: Muss das? Und genau das ist halt so diese grundlegende Perspektivverschiebung, die Post-Growth macht.
Claudia: Das ist jetzt kein fertiger Plan oder sowas. Post-Pros ist nicht,
Claudia: hier ist die Lösung, wie man das machen kann, sondern die sagen einfach,
Claudia: okay Leute, mehr ist besser nicht das Ziel, sondern wie wäre es mit genug für alle?
Claudia: Am besten noch innerhalb planetarer Grenzen. Und das erklärt auch schon,
Claudia: warum wir hier drüber reden, weil Postgrowth auch den Blickwinkel hat zum Thema,
Claudia: Nachhaltigkeit und planetare Grenzen, über die wir ja auch schon gesprochen haben.
Claudia: Wir müssen in den planetaren Grenzen bleiben, um nachhaltig auf diesem Planeten
Claudia: leben zu können und auch für zukünftige Generationen Leben zu ermöglichen auf diesem Planeten.
Claudia: Und Post-Growth vereinbart das mit sich. Und ich habe mir so ein Paper rausgesucht,
Claudia: das ein Review gemacht hat zu Post-Growth-Forschung, also sich ganz viele Artikel
Claudia: zum Thema Forschung rund um Post-Growth angeguckt hat und das zusammen gefasst hat.
Claudia: Das ist von letztem Jahr und heißt Post-Growth, the science of well-being within planetary boundaries.
Claudia: Sagt schon das, was ich gerade auch gesagt habe. Das Paper beginnt eben mit
Claudia: dieser ganz, also ich wollte gerade sagen, einfachen Frage. Aber es gibt wahrscheinlich
Claudia: Leute, die würden es als radikale Frage bezeichnen.
Claudia: Also wie können Gesellschaften menschliches Wohlergehen sichern,
Claudia: wenn die Wirtschaft nicht weiter wächst?
Florian: Ja, das ist doch voll radikal.
Claudia: Ja, ich finde es auch sehr radikal. Und Sie sagen, es gibt drei Gründe,
Claudia: warum diese Frage relevant ist.
Claudia: Aktuell, ganz relevant ist aktuell. Das erste sind, wie ich schon gesagt habe,
Claudia: unsere ökologischen Grenzen.
Claudia: Also unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten ist jetzt nicht so möglich.
Claudia: Wir haben ganz klare ökologische Grenzen mit unserem Wachstum,
Claudia: was Ressourcenverbrauch, Klimawandel, Artensterben angeht.
Claudia: Das ist das erste ökologische Grenzen. Das zweite ist eine soziale Debatte,
Claudia: also begrenzte soziale Vorteile von Wachstum.
Claudia: Wachstum führt nicht automatisch zu mehr Gerechtigkeit, zu mehr Lebensqualität.
Claudia: Im Gegenteil, Ungleichheit kann ja sogar zunehmen.
Claudia: Das heißt, auch das ist eine wichtige Frage, die wir gerade in der Gesellschaft
Claudia: ja auch erleben und diskutieren wollen.
Claudia: Und der dritte Grund, den es gibt, warum man sich damit beschäftigt,
Claudia: ist, dass es tatsächlich ja aktuell schon sinkende Wachstumsraten gibt in reichen Ländern.
Claudia: Also offensichtlich stoßen wir auch an ökonomische Grenzen. Also das sind die
Claudia: drei Gründe, warum man sich damit beschäftigt.
Claudia: Das heißt, für uns auch wichtig, also Postgrowth ist jetzt nicht einfach eine
Claudia: Klimaschutzidee oder hat hauptsächlich was mit Klima zu tun,
Claudia: sondern es ist eigentlich ein Versuch, drei Probleme gleichzeitig zu lösen oder anzugehen.
Claudia: Nämlich ökologische Grenzen, soziale Grenzen und ökonomische Grenzen.
Florian: Ja, aber das ist ja alles Ökologie und Soziales und Klima, das ist doch irrelevant für die Wirtschaft.
Claudia: Ja, jetzt wo du sagst, ja.
Florian: Macht doch alles die KI heutzutage mittlerweile.
Claudia: Ja, vor allem die Wasserqualität macht die KI. Das sind so diese drei Aspekte
Claudia: und natürlich hängt alles irgendwie miteinander zusammen.
Claudia: Und ein wichtiger Punkt ist natürlich genau bei dieser Forschung und das stellen
Claudia: sie auch direkt am Anfang vom Paper, ist halt die Frage, was ist eigentlich Lebensqualität,
Claudia: und müssen wir nicht weg von diesem Bruttoinlandsprodukt-Gedanken und das Ganze
Claudia: voneinander entkoppeln.
Florian: Ich wollte gerade sagen, Lebensqualität, zumindest ein Aspekt,
Florian: den ich unter Lebensqualität einordnen würde, wäre nicht ständig Stress haben,
Florian: weil man die Wirtschaft zum Wachse bringen muss.
Claudia: Ja, genau, finde ich auch. Also meine Lebensqualität hängt von mehr ab.
Claudia: Aber dazu kommen wir dann gleich noch. Also ich werde die ganzen Aspekte gleich nochmal aufgreifen.
Claudia: Ich dachte, vielleicht lohnt es sich mal, diese drei Gründe oder drei Bereiche durchzugehen.
Claudia: Also vielleicht fangen wir einfach mal mit der ökologischen Debatte an.
Claudia: Ja, machen wir das. Ökologische Debatte zum Thema, also wir haben hier ökologische
Claudia: Grenzen und da stellt man sich natürlich die Frage, gibt es Grenzen des Wachstums
Claudia: aus ökologischer Sicht?
Florian: Würde behaupten, ja. Ich glaube, das gab es schon irgendwann 1960er Jahre,
Florian: Grenzen des Wachstums, Club of Rome. Ich glaube, das wissen wir schon eine Zeit
Florian: lang, dass es sowas geben könnte.
Claudia: Die haben auch, das fand ich ganz spannend, also weil sie ja wirklich so einen
Claudia: Komplettüberblick gemacht haben, haben sie tatsächlich auch sogar nochmal so
Claudia: in der Geschichte von Post-Growth,
Claudia: quasi das Ausgepackten angeschaut und das fing irgendwie alles an in den 70ern
Claudia: mit dem Konzept des Limits of Growth, also was limitiert eigentlich Wachstum.
Claudia: Da haben sie auch eine große Abbildung, also die müssen wir uns jetzt nicht
Claudia: ansehen, aber die, die so diese Szenarien zeigt, die damals gerechnet wurden.
Claudia: Und sie haben die aber verglichen mit dem, wie es heute ist, also so 50 Jahre später.
Claudia: Wie sind denn diese Simulationen, die die damals gemacht haben?
Claudia: Du erinnerst dich Simulationen in der Wirtschaftswissenschaft.
Florian: Ja.
Claudia: Genau. Wie ist das denn im Vergleich zur Realität? Und das Interessante ist,
Claudia: dass unsere Realität am meisten dem Szenario ähnelt, das Double Resources heißt.
Claudia: Also dem Szenario, wo man dachte, was ist eigentlich, wenn die Ressourcen,
Claudia: die wir haben, also welche Ressourcen der Planet hat, doppelt so hoch sind.
Florian: Ach, das wäre doch cool. Hätte mir doppelt so viel Zeug.
Claudia: Genau, aber das ähnelt tatsächlich diesem Szenario gerade am meisten.
Claudia: Und das Interessante damals war auch schon, dass in diesem Szenario,
Claudia: sie nennen es tatsächlich Kollaps, ich will es nicht Kollaps nennen,
Claudia: aber die Probleme auftauchen einfach nur ein bisschen später.
Claudia: Und zwar nicht, weil wir keine, also damals schon wussten sie das,
Claudia: dass es nicht, weil wir keine, wir nicht genug Ressourcen haben im Sinne von
Claudia: verbrauchbaren Ressourcen wie Öl, sondern anderen,
Claudia: Grenzen, die auftauchen, wie Umweltverschmutzung.
Claudia: Also Ökosystemstabilität. Das bedeutet, obwohl wir mehr Ressourcen zur Verfügung
Claudia: haben, als ursprünglich angenommen offenbar, treten Probleme auf.
Claudia: Und die Grenze, die wir uns jetzt anschauen, oder die Grenze dieses Wachstums
Claudia: ist nicht mehr die Rohstoffknappheit, was man natürlich trotzdem bedenken sollte.
Claudia: Also nicht, dass wir die wegwischen, sondern das ist jetzt gerade nicht die
Claudia: Grenze, sondern die Grenze ist die Umwelt- und Klimabelastung.
Claudia: Also nicht die Ressourcen sind die Knappheit, sondern die Senken,
Claudia: die unseren Dreck aufnehmen können, sind Grenzen, die wir gerade erreichen.
Claudia: Das fand ich super spannend, weil das eine Verschiebung der Grenze ist,
Claudia: nicht jetzt zu höheren Ressourcen, sondern zu einem anderen Bereich,
Claudia: der uns gerade ökonomisch begrenzt.
Claudia: Wir können nicht unendlich die ganzen Ressourcen, die da sind,
Claudia: verbrauchen, weil wir unsere Natur damit zerstören. Und das fand ich jetzt wirklich
Claudia: spannend. Und wir kennen ja diese planetaren Grenzen, die da auftauchen.
Claudia: Wir sprechen hier über Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Stickstoffkreisläufe.
Claudia: Wie viele der planetaren Grenzen sind mittlerweile überschritten?
Claudia: Von diesen neun, ich glaube sechs oder sieben.
Florian: Irgendwie ist eine hohe Zahl auf jeden Fall, ja.
Claudia: Ja, ist zu hoch. Das merken wir also ja schon. Also wir überschreiten diese
Claudia: Grenzen tatsächlich ja schon. Und dann gibt es ja, ökonomisch gesehen,
Claudia: aber Antworten auf diese Frage.
Claudia: Ja, könnte man nicht, und dann kommt so ein Abschnitt in dem Paper,
Claudia: das sich dieser Frage widmet, ja, können wir denn nicht hier so grünes Wachstum haben?
Florian: Wie ist denn grünes Wachstum? Da habe ich im Garten jede Menge davon.
Claudia: Das ist gutes grünes Wachstum, Florian, das können wir haben.
Claudia: Was die meinen ist, grünes Wachstum ist ja, wir wachsen weiter,
Claudia: also wir wachsen hier weiter, weil das ist ja hier unsere Doktrin,
Claudia: dass wir weiter wachsen müssen für den Wohlstand und unser Lebensglück.
Claudia: Aber gleichzeitig reduzieren wir die Umweltbelastung stark genug.
Claudia: Also darüber reden wir ja sehr, sehr häufig. Und das Ganze nennt man halt so
Claudia: Entkopplung. Also man entkoppelt das Wachstum von den Umweltbelastungen.
Florian: Ja, das klingt gut, aber wie macht man das denn?
Claudia: Ja, also das kann, guck mal ein Beispiel. Es gibt so eine Art relative Entkopplung.
Claudia: Das wäre zum Beispiel, wenn ein Auto benötigt heute zum Beispiel weniger Benzin
Claudia: pro Kilometer als noch vor 30, 40 Jahren.
Claudia: Und das heißt, die Wirtschaft wächst weiter, als der Ressourcenverbrauch wächst.
Claudia: Also die Wirtschaft wächst schneller, als der Ressourcenverbrauch wächst,
Claudia: weil wir eben Autos haben, die jetzt weniger verbrauchen. Das passiert ja.
Florian: Ja, aber ich denke jetzt so gerade wieder an diesen komischen...
Claudia: Rebound.
Florian: Genau, ja. Dann haben wir auch mehr Autos, die rumfahren. Dann haben wir auch.
Claudia: Ja, exakt. Dann haben wir mehr Autos, die rumfahren. Exakt, genau.
Claudia: Und das ist das Problem an dieser relativen Entkopplung.
Claudia: Dann haben wir halt wirklich, es wird billiger.
Claudia: Wir fahren mehr, wir kaufen mehr Autos. Exakt das. Also diese Einsparungen,
Claudia: die wir dann machen im Ressourcenverbrauch, Die fressen wir quasi selber wieder
Claudia: auf. Und das ist das Problem an relativer Entkopplung. Aber immerhin, es gibt sie.
Claudia: Also wenn wir irgendwie den Rebound-Effekt aufhalten könnten,
Claudia: hätten wir zumindest so eine relative Entkopplung. Es gibt aber auch die Idee
Claudia: absoluter Entkopplung.
Claudia: Also die Wirtschaft wächst weiter,
Claudia: aber der Ressourcenverbrauch sinkt tatsächlich. Also die Wirtschaft.
Claudia: Gibt es offensichtlich auch teilweise. Ist aber super schwer wirklich so zu
Claudia: beschreiben, weil das halt einfach, wir steigen alle auf Fahrräder um.
Claudia: Ja, das lässt unsere Wirtschaft auch wachsen.
Florian: Ich dachte, du hast jetzt ein Beispiel dafür, aber das gibt es doch gar nicht.
Claudia: Also es gibt es schon, aber mir fällt gerade kein Beispiel an.
Claudia: Sie hatten im Paper auch keins.
Florian: Achso, gut.
Claudia: Aber es ist natürlich sowas, wie man steigt auf einen komplett anderen Wirtschaftszweig
Claudia: zum Beispiel um. Also die Fahrradindustrie steigt extrem hoch,
Claudia: was dort Arbeitsplätze wieder sichert, die aus der Autoindustrie kommen.
Claudia: Das könnte man zum Beispiel so eine absolute Entkopplung sich vorstellen. Ist aber echt schwer.
Claudia: Also man merkt schon, da muss ja so eine ganze Wirtschaft transformieren, um sowas hinzukriegen.
Claudia: Und dann gibt es noch so ein Zwischenkonzept, wo sie sagen, es gibt so eine
Claudia: ausreichende, anhaltende, absolute Entkopplung. Und ausreichend klingt schon
Claudia: wie so eine 4 in der Schule. Ja, das ist doch gut eine 4.
Florian: Du hast da alles gemacht, was gemacht werden muss.
Claudia: Ja, ist ausreichend. Also, dass der Ressourcenverbrauch irgendwie schnell genug
Claudia: sinkt, um innerhalb der planetaren Grenzen zu bleiben.
Claudia: Also, es gerade noch irgendwie so passt, dass man so drunter bleibt,
Claudia: aber die Wirtschaft wächst fleißig weiter.
Claudia: Dafür gibt es aber keine empirischen Belege, also dass das sowas überhaupt irgendwie
Claudia: möglich wäre oder existiert. Das heißt, darauf sollten wir uns vielleicht nicht so verlassen.
Claudia: Also relative Entkopplung oder am besten eben absolute Entkopplung wäre gut, aber ist schwierig.
Claudia: Und das ist so die ökonomische Debatte, die wir gerade haben.
Claudia: Es muss sich etwas grundlegend in unserem wirtschaftlichen System verändern,
Claudia: damit diese Entkopplung überhaupt möglich wird.
Florian: Genau, Revolution.
Claudia: Ja, Revolution, wahrscheinlich. Das ist der erste Teil. Also das ist die ökonomische
Claudia: Debatte. Da steckt schon viel Konfliktpotenzial drin.
Claudia: Also die zweite Debatte, jetzt holen wir die nämlich mal raus,
Claudia: weil die hängen alle miteinander zusammen, ist die soziale Debatte.
Claudia: Macht Wachstum glücklich?
Claudia: Um es mal provokant zu fragen.
Florian: Ja, kommt drauf an, wer von dem Wachstum profitiert.
Claudia: Wir haben ja jetzt einen Billionär, lassen wir so stehen. Nee,
Claudia: Billionär auf Deutsch, ne?
Florian: Auf Deutschland ist es ein Billionär, ja.
Claudia: Ja, wir haben einen schönen Billionär. Freuen wir uns doch alle für.
Claudia: Also wenn wir annehmen, Wachstum wäre weiter möglich, ist die Frage,
Claudia: bringt uns das etwas oder bringt uns das noch etwas?
Claudia: Und Forschung zeigt ja immer wieder, dass Länder, die eben ärmer sind oder nicht
Claudia: so ein hohes Wachstum haben im Moment, die profitieren stark davon, Wachstum zu haben.
Claudia: Also für dies Wirtschaftswachstum bringt tatsächlich Lebensqualität,
Claudia: Stabilität, all das, was ich vorher genannt habe, Wohlstand.
Claudia: In reichen Ländern bringt ständiges Wachstum oder höheres Wachstum deutlich weniger.
Claudia: Und ich meine das jetzt nicht auf individueller Ebene. Also alle,
Claudia: die irgendwie Armut selbst mal erlebt haben oder über längere Zeit Geldknappheit
Claudia: irgendwie erlebt haben, wissen, dass Geld in unserem heutigen System glücklicher macht.
Florian: Bisschen entspricht das, was du gerade gesagt hast, auch dem,
Florian: was ich so jetzt noch immer aus Halbwissen von anderen Studien über privates
Florian: Vermögen weiß, dass Geld schon
Florian: glücklich macht, aber viel Geld nicht unbedingt mehr glücklich macht.
Florian: Also es gibt da irgendwo, das flacht dann irgendwo ab bis zu einer gewissen
Florian: sehr hohen, doch sehr hohen Summe, macht Geld glücklich, aber danach wirst du
Florian: nicht glücklicher, wenn du noch mehr Geld hast.
Claudia: Und ganz ähnlich kann man sich es eben bei Ländern auch vorstellen,
Claudia: also bei Nationen, dass es ähnlich ist.
Claudia: Es gibt natürlich wirklich, nimmt Geld substanzielle Sorgen,
Claudia: gibt eine Lebensgrundlage und da ist Wachstum in dem unteren Bereich super wichtig
Claudia: und sehr, sehr hilfreich, um diese Zufriedenheit und diese Sicherheit zu geben.
Claudia: Aber in diesen reichen Ländern, jetzt hier in Deutschland und in Österreich,
Claudia: mehr Wachstum bringt uns nicht mehr Wachstum.
Claudia: Glück, mehr Wohlstand. Da tritt tatsächlich eine Entkopplung einfach ein von
Claudia: Wachstum und Lebenswohlstand und Zufriedenheit.
Claudia: Ganz automatisch, wie du gesagt hast. Irgendwann flacht es ab und dann ist mehr
Claudia: Wachstum eben nicht mehr Glück.
Claudia: Das heißt, es gibt da irgendwie auch eine Grenze dieses Zusammenhangs.
Claudia: Kurz gesagt, Wachstum hilft gegen Hunger, gegen fehlende medizinische Versorgung,
Claudia: gegen Analphabetismus, also hilft für Bildung und solche Sachen.
Claudia: Aber Wachstum hilft jetzt weniger bei Einsamkeit, psychischer Gesundheit,
Claudia: Stress, Sinnfragen, bei sozialem Zusammenhalt. Also da hilft nicht mehr Wachstum.
Claudia: Und das ist dann eben die Debatte, die wir auch führen.
Claudia: Wollen wir jetzt sozial, sehen wir jetzt gar nicht so die großen Effekte?
Claudia: Wollen wir jetzt da trotzdem Wachstum haben oder nicht? Also bringt uns Wachstum da was?
Claudia: Das ist die zweite Frage. Wir können jetzt aber nochmal zur dritten Frage gehen,
Claudia: damit wir so das gesamte Bild einmal haben. Und die dritte Frage war ja die ökonomische Debatte.
Claudia: Was, wenn Wachstum einfach ohnehin endet? Die Autoren zeigen,
Claudia: dass in den meisten reichen oder in vielen reichen Ländern einfach Wachstumraten
Claudia: schon seit Jahrzehnten sinken.
Claudia: Also es gibt immer noch Wachstum, aber die Wachstumsrate wird kleiner.
Florian: Ein schönes Beispiel für die Existenz der zweiten Ableitung in der rechten Welt.
Claudia: Ah, ja, die zweite Ableitung. Das erklärst du jetzt.
Florian: Ach nee, das ist egal.
Claudia: Wachstum entschleunigt sich, wird immer ein bisschen langsamer.
Claudia: Also sie haben dann da Abbildungen auch, wo sie das zeigen, die müssen wir uns
Claudia: jetzt aber auch nicht anschauen. Die Abbildungen sind alle sehr,
Claudia: naja, weißt du, Wirtschaftswissenschaftler haben Abbildungen gemacht.
Claudia: Es ist informativ, aber sie sind jetzt einfach hauptsächlich Grafen.
Claudia: Und da zeigen sie dann USA, Japan, Italien oder eigentlich alle Länder mit einem
Claudia: hohen Einkommen wachsen seit heute deutlich langsamer als vor 50 Jahren.
Claudia: Also die Frage lautet tatsächlich in der ökonomischen Debatte weniger,
Claudia: wollen wir ohne Wachstum leben, sondern wir müssen vielleicht einfach ohne Wachstum
Claudia: leben. Was machen wir denn dann?
Florian: Ja, keine Ahnung, haben wir ja Freizeit. Ich weiß es nicht. Oder sind alle ärmer.
Claudia: Aber ich finde, das ist halt spannend, wenn man sich überlegt,
Claudia: wir haben diese drei Bereiche in unserem Leben, wo wir merken,
Claudia: es gibt sowieso gerade, also Wachstum hört sowieso auf.
Claudia: Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, was wir machen, was passiert danach,
Claudia: also was passiert nach dem Wachstum post-growth.
Claudia: Die soziale Debatte, uns bringt das Wachstum gerade gar nichts mehr,
Claudia: wollen wir weitermachen?
Claudia: Und die ökonomische Frage, wir schaden unserem Planeten, damit wir kommen an Grenzen des Wachstums.
Claudia: Und diese drei Bereiche kommen zusammen. Und jetzt stehen wir so vor diesem,
Claudia: kleinen Haufen von Scherben und Fragen und müssen uns überlegen,
Claudia: wie geht es denn jetzt weiter.
Claudia: Und das ist ja der eigentliche Kern. Wie kann denn Post-Growth-Wirtschaft funktionieren?
Florian: Ja, ich hoffe, das ist eine Antwort.
Claudia: Also das Paper gibt sich Mühe, eine Antwort zu geben. Das Paper liefert aber
Claudia: jetzt keinen fertigen Plan.
Claudia: Das kann es ja auch gar nicht. Es versucht hier zusammenzufassen,
Claudia: was es an Forschung gibt.
Claudia: Aber es liefert zum Beispiel Simulationen und versucht sich anzuschauen mit
Claudia: verschiedenen Konzepten von Post-Growth oder.
Claudia: Es gibt auch das Business-as-usual-Modell, das heißt eben kein Post-Growth,
Claudia: sondern Growth, wie sich das weiterentwickelt.
Claudia: Also verglichen wird Frankreich, glaube ich, mit Kanada in dem Fall.
Claudia: Und man kann, also wenn wir jetzt mal Frankreich nehmen, weil das jetzt,
Claudia: wenn wir mal in der EU bleiben wollen, gibt es dieses Modell einmal Business
Claudia: as Usual, dann gibt es den Green Growth, also dieses Versuchen weiter zu wachsen, aber eben,
Claudia: in diesen planetaren Grenzen zu bleiben und die Growth, also wir wachsen nicht mehr weiter.
Claudia: Und die Post-Growth-Szenarien, also die, die sagen, wir wollen weniger und eigentlich
Claudia: nicht mehr wachsen, das ist das Spannende. Die haben natürlich deutlich weniger
Claudia: Emissionen. Das ist jetzt noch nicht so überraschend.
Claudia: Aber zum Beispiel gibt es eine deutlich stabilere Beschäftigung bei diesem Degrowth-Szenario.
Claudia: Also Leute sind stabiler beschäftigt und angestellt und haben eine sichere Lebensgrundlage,
Claudia: und die soziale Ungleichheit sinkt.
Claudia: Also es gibt diesen Koeffizienten, wie hieß er noch, Gini-Koeffizienten,
Claudia: der soziale Ungleichheit ja misst, der sinkt tatsächlich. Das hängt natürlich
Claudia: davon ab, dass entsprechende politische Maßnahmen eingeführt werden.
Claudia: Und genau über diese politischen Maßnahmen, diese Lösungen, diese Antworten
Claudia: wollte ich jetzt sprechen.
Claudia: Weil es klingt ja schön, weniger Wachstum, weniger Emissionen,
Claudia: weniger Ungleichkeit. Yes, nice, wollen wir haben.
Claudia: Und da kommt jetzt halt diese Tabelle ins Spiel, die die haben.
Claudia: Und ich weiß jetzt gar nicht mehr, welche Tabellennummer das ist.
Claudia: Da muss ich ja selber nochmal nachgucken. Ich glaube, es war Tabelle 2.
Claudia: Die lohnt es sich anzuschauen.
Florian: Ich glaube, ich habe eine Tabelle offen, aber da steht nur Tabelle und keine Zahl dabei.
Claudia: Sie haben nur eine Tabelle, das ist doch auch gut.
Florian: Ich weiß nicht, ob es nur eine gibt, aber da steht einfach nur Table und keine
Florian: Nummerierung. Aber ich scrolle mal durch, ob da auch eine andere Tabelle ist. Nee, ich glaube nicht.
Claudia: Ich glaube, es ist nur die eine. Ja, genau. Also diese eine,
Claudia: die stellt im Prinzip Maßnahmen zusammen oder Beispiele von Maßnahmen zusammen,
Claudia: die man durchführen kann, um in solchen Post-Growth-Szenarien,
Claudia: eben darauf zu achten, dass es nicht stabiler Beschäftigung gibt,
Claudia: dass es weniger Ungleichheit gibt, dass es eben weniger Emissionen gibt und
Claudia: trotzdem Wirtschaft und, das ist nicht wirtschaftweit erwachsen,
Claudia: sondern und trotzdem Menschen Wohlstand haben, gut leben.
Claudia: Weil das ist ja das Ziel. Wir wollen ja eben nicht das weitere Wachstum,
Claudia: sondern gutes Leben für Menschen.
Claudia: Und da kommt genau diese Sachen, die du gerade schon angesprochen hast,
Claudia: dazu. Wie du eben gesagt hast, weniger Stress würde mir schon helfen.
Claudia: Also ich will jetzt nicht einfach nur diese Tabelle durchgehen,
Claudia: weil da gibt es natürlich Dinge drin, die irgendwie relativ logisch sind.
Claudia: Aber man kann vielleicht mal über Probleme von der Problemseite rangehen.
Claudia: Also Problem 1 wäre ohne Wachstum oder gar mit negativen Wachstum,
Claudia: also wenn es wirklich Degrowth gibt, verlieren Menschen ihre Jobs.
Claudia: So, das ist ein Problem, das ist ein soziales Problem und die eine Antwort,
Claudia: die sie hier nennen, ist zum Beispiel Arbeitszeitverkürzung.
Florian: Okay, aber das ist ja gerade so in der deutschen politischen Debatte ganz,
Florian: ganz böse, das ist ja das Gegenteil.
Claudia: Ja, ich habe hier tatsächlich so eine Notiz, da steht Side Eye auf Merz.
Claudia: Ich sage ja nur, was die Wissenschaft sagt. Die sagt, Arbeitszeitverkürzungen
Claudia: sind eine Antwort auf die Frage, was machen wir, wenn wir kein oder ein schwächeres
Claudia: Wachstum oder gar ein negatives Wachstum haben.
Claudia: Und eine der Antworten, um dabei gleichzeitig das Wohlergehen von Menschen im
Claudia: Blick zu haben, ist Arbeitszeitverkürzung sowie eine Jobgarantie.
Claudia: Also das wäre die zweite Maßnahme, dass man tatsächlich garantiert,
Claudia: dass die Menschen, die möchten und können, Arbeit haben.
Claudia: Also Beispiel, du hast irgendwie 100 Menschen, die irgendwie 40 Stunden arbeiten,
Claudia: und dann lässt du aber 20 Menschen arbeitslos werden, weil es gibt eben nicht
Claudia: mehr genug Arbeit für alle, weil wir negatives Wachstum haben.
Claudia: Lässt du einfach alle arbeiten, die können und wollen, aber halt 32 Stunden.
Florian: Okay, ja.
Claudia: Also es wird nicht weniger gearbeitet insgesamt, sondern alle,
Claudia: die können und wollen arbeiten und insgesamt bleibt die Arbeitskraft eben gleich.
Claudia: Das muss aber natürlich auch für die Menschen mit der Reduktion,
Claudia: also wenn man von 40 auf 32 Stunden geht, nicht in negativen Konsequenzen wie Armut enden.
Claudia: Also es passiert, muss eine Umverteilung passieren und das ist natürlich,
Claudia: und das kann man hier direkt sagen, durchaus schwierig.
Claudia: Also man muss sich überlegen, wie kann man das denn gewährleisten,
Claudia: die Arbeitsstunden zu reduzieren, aber dafür für alle eine Jobgarantie zu haben.
Claudia: Gesetze, glaube ich, gibt es.
Claudia: Ich bin mir sehr sicher, das ist ein Problem, das könnte man politisch gut lösen. Das ist ein Problem.
Claudia: Und hier sind zwei Antworten, wie man es lösen kann. Und das müsste aber natürlich
Claudia: politisch umgesetzt werden. Frage zwei, das ist auch so eine Frage,
Claudia: wo man wieder Richtung unserem deutschen Bundeskanzler Merz schauen kann.
Claudia: Wie finanziert man jetzt eigentlich den Sozialstaat?
Claudia: Wie kann man das eigentlich machen oder was brauchen wir eigentlich an Sozialstaat
Claudia: in einem sinkenden Wirtschaftswachstumsbereich?
Claudia: Wirtschaftswachstum sinken klingt verwirrend.
Claudia: Also wenn das Wirtschaftswachstum sich eben bremst oder nicht mehr ganz so hoch
Claudia: ist, wie wir es ja schon erleben, oder stagniert oder sich umkehrt.
Claudia: Und die Antworten, die man in der Tabelle eben zum Beispiel finden kann,
Claudia: wären zum einen das bedingungslose Grundeinkommen, Universal Basic Income,
Claudia: solche Sachen und Universal Basic Services.
Claudia: Preis, Gesundheitsversicherungssysteme, Bildung, Wohnraum, Transport,
Claudia: Essen, Pflege, Dinge, die wir alle brauchen, universelle Basis-Überlebensdinge, die wir brauchen,
Claudia: die tatsächlich zur Verfügung stehen sollten für alle.
Claudia: Ohne dass das Bezahlen dafür die Menschen arm macht.
Claudia: Oder überhaupt ohne, dass man dafür bezahlen muss.
Florian: Ja, also das Gesundheitssystem und so weiter, ohne dass die Menschen arm
Florian: werden, wenn sie es benutzen, das glaube ich, müsste man nicht mal im Kontext
Florian: irgendwelcher Wirtschaftsdinger machen, sondern generell sollte das eigentlich
Florian: ein Interesse aller Menschen sein, dass die Menschen nicht die Wahl haben zwischen
Florian: krank oder arm in dem Fall.
Claudia: Ja, oder Bildung oder Arm. Also es ist, genau, und eigentlich sagt das einfach,
Claudia: wir brauchen das kostenfrei. Also ohne, dass jemand dafür wirklich einzeln die
Claudia: Leute bezahlen, muss das für alle zur Verfügung stehen.
Claudia: Das würde unser Wohlempfinden, unser Wohl, das, was wir gut leben nennen,
Claudia: steigern, ohne dass das irgendwas mit Wirtschaftswachstum zu tun hätte.
Claudia: Natürlich ist dann die Frage, wie macht man das?
Claudia: Und hier ist ganz klar die Antwort, es ist eine öffentliche Finanzierung notwendig.
Claudia: Alle gemeinsam müssen das machen und da greift noch eine dieser weiteren Maßnahmen,
Claudia: die hier steht, die einfach nur, wie nennen wir das denn?
Claudia: Ich glaube, sie nennen es irgendwie Wealth Tax, Vermögenssteuer.
Claudia: Ich würde sagen Tax the Rich.
Florian: Ja, das geht doch nicht.
Claudia: Ich weiß, ich kann schon wieder so ein Zeiteirichtung, ach egal,
Claudia: das ist eigentlich der Ansatz, wir müssen dafür sorgen, dass alle mitfinanzieren,
Claudia: wirklich alle, insbesondere die, die ganz oben gerade in dem Bereich der Superreichen unterwegs sind,
Claudia: dafür sorgen, dass diese universellen Dienstleistungen, die wirklich einen signifikanten
Claudia: Teil zum Wohlbefinden von Menschen und zum Abbau von Ungleichheit ausmachen,
Claudia: von allen finanziert werden.
Claudia: Also diese Gesundheitsversorgung sollte nicht mehr über unser Wirtschaftswachstum
Claudia: finanziert werden, wie es gerade so schön passiert, sondern über Umverteilung.
Florian: Ja, finde ich auch gut.
Claudia: Problem Nummer drei, wie reduzieren wir denn jetzt Emissionen?
Claudia: Da kommen Sie auch mit einigen getesteten und in den Papern,
Claudia: die Sie analysiert haben, gefundenen Beispielen.
Claudia: Sowas wie CO2-Steuer ist natürlich eine mögliche Maßnahme. Da haben wir aber
Claudia: auch schon darüber diskutiert, was daran Probleme sind.
Claudia: Man kann aber auch Dinge einführen wie Fossil-Fuel-Caps, also wirklich harte
Claudia: Grenzen, bis wohin darf was überhaupt benutzt werden.
Claudia: Oder unser schöner Green New Deal, da will ich jetzt nicht nochmal drauf eingehen.
Florian: Oder hocheffiziente Verbrenner, die gehen auf.
Claudia: Ja, genau. Da werden wir, glaube ich, bei den relativen Entkoppeln.
Claudia: Noch als letztes Problem, was man vielleicht sich aus der Welle dann rausziehen
Claudia: kann, ist die Frage, ich finde, es ist ein Problem, aber man muss es natürlich
Claudia: nicht als Problem empfinden, je nach Position.
Claudia: Warum messen wir überhaupt gutes Leben am Bruttoinlandsprodukt?
Claudia: Und da kann man natürlich, sagt das Paper, auch andere Antworten finden,
Claudia: indem man zum Beispiel das Bruttoinlandsprodukt
Claudia: raussetzt und andere Wohlstandsindikatoren herannimmt.
Claudia: Also eben solche Sachen, die Menschen tatsächlich Wohlempfinden bringen.
Claudia: Also zum Beispiel, warum feiern wir wirtschaftliches Wachstum,
Claudia: aber nicht, dass niemand krank geworden ist oder krank arbeiten musste.
Florian: Stimmt, ja.
Claudia: Es gibt ja Dinge, die kann man viel besser feiern. Da findet man diese kleinen
Claudia: Bausteine, wo sie sagen, dann nimmt doch andere Wohlstandsindikatoren.
Claudia: Also es gibt Antworten auf diese kleinen Fragen, aber das Faszinierende daran
Claudia: ist und auch das Problematische, dass keine dieser Maßnahmen irgendwie konfliktfrei ist.
Claudia: Alle Maßnahmen haben irgendwie Konflikte, also machen irgendwie,
Claudia: haben Vor- und Nachteile für bestimmte Sektoren, für bestimmte Bereiche.
Claudia: Ich denke mir aber so, ja, das ist aber nun mal Aufgabe von Politik.
Florian: Das ist der Hauptjob der Politik. Konflikte irgendwie ausgleichen,
Florian: Interessen ausgleichen.
Claudia: Ja, aber ich habe das Gefühl, dass Politik gerade nicht sehr gut ist im Konflikte
Claudia: austragen, ehrlich gesagt.
Florian: Ja, da hast du schon wieder recht.
Claudia: Ja, lass ich mal so. Also, was jetzt noch hinzukommt, und das finde ich halt
Claudia: wichtig, ist, dass wir nicht nur auf einzelne Länder gucken,
Claudia: sondern dass wir eben ja ein globales Problem haben.
Claudia: Und ich hatte jetzt die ganze Zeit, haben wir jetzt gerade so ein bisschen auf
Claudia: einzelne Länder geguckt und haben versucht, ein einzelnes Wirtschaftssystem anzugucken.
Claudia: Aber globale Gesellschaft und wir sind ja nicht entkoppelt.
Claudia: Und ich finde es ganz schön, die Abbildung 5, die sie haben,
Claudia: die kannst du dir gerne mal hervorheben, die könnt ihr euch auch gerne mal anschauen.
Claudia: Sondern dass es im Prinzip eine Grafik, wo unten steht, die unsere planetaren
Claudia: Grenzen, wie viele davon wurden so überschritten. Da geht es dann eben von 0 bis 6 in dem Fall.
Claudia: Und unten auf der x-Achse und auf der y-Achse nach oben hin steht dann eben,
Claudia: die Anzahl der sozialen Wohlempfinden oder Wellbeing-Kriterien, die erreicht wurden.
Claudia: Das heißt, idealerweise sind wir links oben.
Claudia: Also wir überschreiten keine planetaren Grenzen, aber haben ein sehr hohes Wohlbefinden von Menschen.
Florian: Genau. Und Österreich ist ganz rechts oben.
Claudia: Ja, genau. Ihr seid leider total ganz rechts oben.
Florian: Ja, aber Deutschland ist nicht so viel weiter weg.
Claudia: Nee, wir sind nur eine planetare Grenze links davon.
Florian: Ja, was haben wir denn kaputt gemacht, was ihr nicht kaputt gemacht habt?
Claudia: Weiß ich nicht. Keine Ahnung. Ich weiß nicht, was... Norwegen und ihr,
Claudia: was habt ihr denn da gemacht?
Florian: Ich habe keine Ahnung.
Claudia: Also ich kann jetzt nicht auf die Details, das weiß ich jetzt nicht,
Claudia: aber genau, also wir sind oben rechts, das heißt, wir sind zwar bei diesen ganzen.
Claudia: Wellbeing-Indikatoren weit oben, aber wir überschreiten da eben auch alle planetaren Grenzen.
Claudia: Es gibt immer so zwei, drei Länder, wo man schon so sagen kann,
Claudia: die sind auf so einem guten Weg, hier so Costa Rica, Trinidad und Tobago, die sind so,
Claudia: Mitte Richtung oben links unterwegs. Das heißt, wir haben hohe soziale Standards
Claudia: bei uns, aber wir haben eben keine hohe planetare Nachhaltigkeit.
Claudia: Und unsere Aufgabe ist eher, die planetare Nachhaltigkeit zu stärken und gleichzeitig
Claudia: unsere sozialen Standards zu halten.
Claudia: Während in anderen Ländern der Welt, wo keine planetaren Grenzen überschritten
Claudia: werden, wir die Leute aber hochbringen möchten und wollen zu hohen sozialen
Claudia: Standards und einem guten Wellbeing-Koeffizienten.
Claudia: Und das aber ohne gleichzeitig nach rechts zu wandern und planetaren Grenzen zu überschreiten.
Claudia: Und das ist natürlich wirklich eine globale Aufgabe, weil wir sehen,
Claudia: wir können nicht das machen wie bisher.
Claudia: Also der Lebensstil von uns, den können wir nicht globalisieren.
Claudia: Wenn wir das machen, geht alles kaputt, weil die planetaren Grenzen gerissen werden.
Claudia: Und wir müssen eigentlich zeigen, wie wir es schaffen können,
Claudia: einen hohen sozialen Standard zu haben, ohne planetare Grenzen zu zerreißen.
Claudia: Wir haben da so, wir sollten mal vorangehen, sage ich so.
Claudia: Und wir sollten aber auch nicht vergessen...
Claudia: Warum die Länder da sind, wo sie sind auf dieser Karte.
Claudia: Also es hat natürlich sehr viele komplexe Gründe, warum bestimmte Länder irgendwie
Claudia: da oben rechts und bestimmte da unten links oder unten rechts sind ja auch Länder.
Claudia: Also gibt es tatsächlich auch Länder, die sehr, sehr viele planetare Grenzen
Claudia: reißen und wenig soziale Standards erfüllen oder Wellbeing-Faktoren haben.
Claudia: Warum das so ist, das wird auch in dem Paper diskutiert und natürlich ist der
Claudia: hohe Lebensstandard vieler reicher Länder darauf basierend, dass Ressourcen,
Claudia: Energie und Arbeit aus anderen Teilen der Welt abgegriffen werden. Kolonialismus, Juhé.
Claudia: Das heißt, da sind ja auch Strukturen, die das so gemacht haben,
Claudia: wie wir es jetzt auf dieser Abbildung sehen.
Claudia: Und das bringt halt globale Abhängigkeiten mit sich. Also wenn jetzt reiche
Claudia: Länder einfach in Degrowth gehen, was halt vielleicht auch einfach passiert,
Claudia: also weil es einfach die Grenzen gibt, die wir ja gesehen haben, ökonomische Grenzen,
Claudia: dann wirkt sich das auch auf andere Länder aus und umgekehrt.
Claudia: Also die Länder, die jetzt vielleicht vorher da irgendwie von dem Export in
Claudia: die reichen Länder gelebt haben und wenn da jetzt aber Degrowth stattfindet,
Claudia: konnte dieser Export auch nicht mehr so stattfinden.
Claudia: Ich glaube, das ist mir ein bisschen zu neutral formuliert. Also die Ökonomie
Claudia: bestimmter Länder wurde vom Ressourcenverbrauch der reichen Länder abhängig gemacht.
Claudia: Und wir haben diese Abhängigkeiten, über die müssen wir nachdenken,
Claudia: wenn wir eben Post-Growth-Szenarien entwickeln.
Florian: Ja, das sollten wir tun.
Claudia: Also wir müssen das global denken. Da gibt es ja zum Beispiel,
Claudia: aber das sagen Sie auch so, Zusammenschlüsse von ganzen Ländern oder Ökonomien,
Claudia: die ähnliche Ziele haben.
Claudia: Das wäre ja eine Möglichkeit zu sagen, unser Ziel ist, ein hoher Lebensstandard
Claudia: in unseren Ländern und gleichzeitig wenig darin Grenzen reißen.
Claudia: Und dann schließen sich diese Länder zusammen mit den ähnlichen Zielen und versuchen
Claudia: ein gemeinsames Wirtschaftssystem aufzubauen.
Claudia: Ich will jetzt nicht irgendwelche Wirtschaftsbegriffe falsch benutzen,
Claudia: aber man kann sich zusammenschließen und natürlich sagen, okay,
Claudia: wir könnten das jetzt gemeinsam angehen.
Claudia: Dafür brauchst du auch wieder Politik, sag ich mal.
Florian: Darauf läuft es immer hinaus.
Claudia: Ja, ja, ja. Also ich meine, das ist tatsächlich, das sagen die auch am Ende,
Claudia: also das eigentlich wissen wir ja schon sehr, sehr viel über alles und Veränderungen,
Claudia: aber man muss es halt politisch durchsetzen und das hängt mal wieder an der
Claudia: Politik, dass das Ganze sozialverträglich umgesetzt wird.
Claudia: Das ist am Ende auch ihr Fazit.
Claudia: Ich möchte aber das nicht bei dem Fazit des Papers stehen lassen,
Claudia: sondern noch was hinterher schieben, weil es gab, das ist wirklich sehr,
Claudia: sehr kurz her erst, eine Veröffentlichung vom Global Justice Project.
Claudia: Die haben ein Report rausgebracht, der heißt A Plan for Equality and Prosperity
Claudia: within Planetary Boundaries.
Claudia: Ich hatte keine Zeit, mir das alles durchzulesen, weil das sind wieder mal 150 Seiten Bericht.
Claudia: Aber was die machen, was dieser Global Justice Report macht,
Claudia: ist eben eine Vision aufzustellen für globalen Fortschritt im 21.
Claudia: Jahrhundert, der menschliche Weiterentwicklung auf Gleichheit in planetaren Grenzen aufbaut.
Florian: Die trauen sich was.
Claudia: Ja, oder?
Florian: Ja.
Claudia: Ja. Und die dann tatsächlich...
Claudia: Konkrete Pläne vorschlagen und die klare Fazit ziehen können und die auch sagen,
Claudia: ey Leute, das ist möglich.
Claudia: Es ist möglich, das umzusetzen, also in planetaren Grenzen ein hohes Wohlbefinden
Claudia: für alle Menschen zu gewährleisten.
Claudia: Allerdings brauchen wir dafür so ein bisschen sehr viel Transformation.
Claudia: Und sie haben aber drei Hauptbestandteile, die es braucht.
Claudia: Um das zu machen. Ich dachte, die lasse ich uns nochmal da, weil ich finde die
Claudia: ein bisschen greifbarer.
Claudia: Das erste ist schnelle Dekarbonisierung, also Energiesysteme sofort raus mit
Claudia: allem, was irgendwie CO2 macht.
Claudia: Dann brauchen wir, das nennen sie ein Major Shift toward Sufficiency.
Claudia: Das bedeutet, man braucht eine starke Reduktion von Arbeitsstunden und von dem
Claudia: materiellen Fußabdruck, den wir hinterlassen, also dem Verbrauch und den Produktionen
Claudia: von Konsumbut und von Ressourcen.
Claudia: Bedeutet, wir brauchen andere Konsumverhalten, anderes Essverhalten,
Claudia: andere Art, wie wir Land nutzen und diese Sachen.
Claudia: Also Suffizienz ist das Wort auch auf Deutsch, aber das sagt relativ wenig,
Claudia: aber es bedeutet, also es sagt nicht allen was, was dieses Wort genau bedeutet,
Claudia: aber genau das steckt halt dahinter. Weniger Arbeiten, weniger Ressourcenverbrauch,
Claudia: weniger Fußabdruck, andere Art zu leben.
Claudia: Und das dritte ist eine drastische Reduktion von Ungleichheit,
Claudia: weil das schafft Stabilität.
Florian: Das klingt alles so wie die Dinge, die wir schon besprochen haben,
Florian: die notwendig sind, wenn man die Klimakrise bewältigen will.
Florian: Und jetzt sagst du, man kriegt dann auch noch eine global gerechte Welt,
Florian: wenn man das alles macht.
Claudia: Ja, und die nicht mehr darauf aufbaut, dass wir hier ständig Wirtschaftswachstum
Claudia: haben und es kaputt machen.
Claudia: Ich weiß, und das finde ich halt das Spannende an dieser Post-Growth-Forschung,
Claudia: dass sie ja diese vielen Probleme oder diese vielen Dinge gleichzeitig angehen,
Claudia: und dann eben zum Schluss kommen, der alle drei Bereiche ökonomisch,
Claudia: sozial und ökologisch gemeinsam abdeckt und uns eine Zukunft aufzeigt,
Claudia: wo wir all diese Sachen gemeinsam angehen können und am Ende alle besser damit
Claudia: leben. Und ich hätte das gerne, sage ich mal.
Florian: Ja, ich auch, aber es gibt halt immer noch genug Dinge.
Florian: Menschen, Länder, Firmen, Organisationen, die es sehr gut damit leben,
Florian: dass man nichts ändert, weil sonst hätte es sich ja schon geändert.
Claudia: Ja, ja. Aber ich finde es toll. Also es gibt ja jetzt offensichtlich einen Plan.
Claudia: Man muss da nochmal reinschauen. Wir können ja diesen Social Justice Report
Claudia: mal verlinken. Gab da auch einen schönen Artikel in The Guardian drin,
Claudia: der das nochmal ein bisschen verständlicher aufbereitet hat.
Claudia: Kann man sich mal anschauen. Und ich finde, da sollte man mal ein Auge draufhalten.
Claudia: Falls es da neue Entwicklungen gibt, komme ich darauf zurück.
Florian: Ja, das ist doch eine gute Idee. Ja, ich komme nicht zurück auf die globale
Florian: Gerechtigkeit oder vielleicht in einem gewissen Sinn schon, weil in der nächsten
Florian: Folge habe ich auf jeden Fall ein globales Thema mit dabei.
Florian: Ich habe was vorbereitet, was global sein wird. Ich war ein bisschen unkreativ, wenn man so will.
Florian: Ich habe mir ein Thema ausgesucht, das aktuell sowieso alle Menschen beschäftigt.
Florian: Aber ich habe etwas gefunden zu diesem Thema, was ich dann am Ende doch sehr
Florian: interessant fand und was ich vor allem dir gerne erzählen wollte,
Florian: weil ich auf deine Meinung als Expertin gespannt bin.
Florian: So, mehr verrate ich nicht und den Rest hört ihr dann in zwei Wochen.
Florian: Und ich bin gespannt, ob ihr das Thema genauso interessant findet wie ich.
Florian: Ich weiß nicht, ob ich jetzt zu kryptisch war oder nicht, aber ich wollte noch
Florian: nicht spoilern, weil es ist ein kontroverses Thema, wenn man so will,
Florian: auch insofern kontrovers, als dass Leute vielleicht diesen Podcast gerne hören,
Florian: dieses Thema nicht interessant finden.
Florian: Darum verrate ich es jetzt nicht, weil sonst kommt keiner, obwohl es ist dann
Florian: eben Titel von der nächsten Folge. Also es wäre tatsächlich egal,
Florian: aber ich lasse die Spannung jetzt mal hoch.
Claudia: Ja, lass das. Okay.
Florian: Ja, und wenn ihr uns auch was zu sagen habt, dann sagt das bitte gerne unter
Florian: podcast.dasklima.fm und wenn ihr die diversen Links zu den Papers und Berichten
Florian: haben wollt, dann findet ihr die unter das.klima.fm. Da ist unsere Homepage.
Florian: Da gibt es auch alle anderen Kontaktinformationen. Da gibt es Informationen,
Florian: wie man uns unterstützen kann.
Florian: Da könnt ihr Kommentare direkt dazuschreiben und ihr könnt anderen Leuten erzählen,
Florian: dass es den Podcast gibt, weil je mehr Leute zuhören, desto besser ist es.
Florian: Und wenn alle Menschen der Welt unseren Podcast hören, dann gibt es vielleicht
Florian: auch genug, die die Politik entsprechend in den Hintern treten,
Florian: damit wir das mit der globalen Gerechtigkeit doch nochmal hinkriegen.
Claudia: Ja, das wäre schön.
Florian: Ja, dann macht es eure Aufgabe Hausübung. Bis zur nächsten Woche einmal der
Florian: Politik in den Hintern treten und wir hören uns bei der nächsten Folge in zwei
Florian: Wochen wieder. Bis dahin sagen wir Tschüss.
Claudia: Tschüss.
Claudia: Ich höre aber so ein leichtes Fiepsen, aber das kann also bei mir sein.
Florian: Ich höre kein Fiepsen.
Claudia: Ja, das ist doch gut. Wenn du kein Fiepsen hörst, dann höre nur ich ein Fiepsen.
Florian: Vielleicht sitzt eine Maus unterm Schreibtisch.
Claudia: Die Fieps dauerhaft, das klingt auch nicht gesund. Naja, okay.
Neuer Kommentar