DK171 - Ab wann wird Hitze tödlich?
Shownotes
DK171 - Ab wann wird Hitze tödlich?
Und: Wie kriegen wir mehr Schatten in die Welt?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 171 wird es heiß. Wir diskutieren über eine neue Arbeit, in der untersucht wird, ab wann Hitze wirklich tödlich für uns wird. Denn bisherige Modelle haben das ein wenig unterschätzt. Tatsächlich sind Hitzewellen viel gefährlicher für uns als wir gedacht hatten.
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Hitzewellen sind tödlicher als gedacht
Bisher galt: Wenn die sogenannte “Wet Bulb Temperatur”, also eine Kombination aus Hitze und Luftfeuchtigkeit, über 35 Grad steigt, ist das tödlich für uns, wenn wir zu lange im Freien sind. Das berücksichtigt aber nicht das Alter und die Physiologie der Menschen. Eine neue Arbeit hat sich das genauer angesehen und einige der tödlichen Hitzewellen der Vergangenheit untersucht, die eigentlich viel weniger Todesopfer forden hätten sollen. Mit dem neuen Modell wird allerdings klar, was hier passiert ist. Und es wird auch klar, was man in Zukunft tun muss, um sich gegen die Hitze zu wapnen: Nämlich für mehr Schatten sorgen!
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”.
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at Live Shows Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.
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Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
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Transkript anzeigen
Florian: Hier ist das Klima, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Gräse.
Florian: Wir lesen und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Florian: Jeden zweiten Montag mit Claudia Frick.
Claudia: Und Florian Freistetter.
Florian: Hallo. Herzlich willkommen zur Folge 171. Ein schönes Zahlenpalindrom.
Florian: Aber mehr kann ich über die Nummer spontan nicht sagen. Habe ich mir nicht vorbereitet.
Claudia: Ja, das ich auch nicht. Das ist schlecht jetzt, ne? Aber auch okay.
Florian: Ist ja auch kein Mathe-Podcast hier.
Claudia: Zum Glück.
Florian: Wir haben einen Klima-Podcast. Und in der letzten Folge gab es Keile.
Florian: Es gab Klimakeile. Das ist ein wissenschaftliches Konzept,
Florian: das Lösungen der Klimakrise kategorisiert und das soll dabei helfen,
Florian: die richtige Wahl zu treffen aus der Vielzahl an Möglichkeiten, die wir haben.
Florian: Und es gab Diskussionen darüber, ob das eine gute oder schlechte Methode ist
Florian: und wir haben auch darüber gesprochen in der letzten Folge und ich habe dann
Florian: mein Fazit gezogen und gesagt,
Florian: mag im Teil eine schlechte Methode sein, aber sie zeigt uns zumindest deutlich,
Florian: wie groß die Vielzahl der Möglichkeiten ist, die wir haben, um der Krise etwas
Florian: entgegenzusetzen und dass wir uns eigentlich nur noch darauf konzentrieren müssten,
Florian: diese Lösungsmethoden anzuwenden und nicht mehr darüber nachdenken müssen,
Florian: neue Methoden zu finden.
Florian: Ja, müssen wir eh auch, aber wir haben genug.
Florian: Das war so der Stand der Dinge an der letzten Folge.
Florian: Du hast gesagt, du machst was ohne Humor, du machst was ohne Keile,
Florian: vielleicht mit Tauben und Gurken. Das war noch was, ich mich erinnert habe.
Claudia: Ich mache vielleicht ein bisschen was mit Gurke. Ich versuche die Gurke einzubauen.
Claudia: Aber ich dachte, ich bereite mich auf den Sommer vor oder uns emotional schon
Claudia: auf den Sommer vor, weil es war, ich weiß nicht, wie es bei euch war,
Claudia: aber bei uns war es in der letzten Woche schon sommerlich.
Florian: Ja, definitiv hier auch, ja.
Claudia: Ja, also wir hatten schon so 26 Grad und Sonnenschein. Es war warm und ich hatte
Claudia: ein T-Shirt an und war am Spitzen.
Florian: Kann ich bestätigen. Also nicht, dass du am Schwitzen warst,
Florian: weil es war hier auch warm und sommerlich und man kam ins Schwitzen.
Claudia: Ja, und genau. Und da habe ich halt schon so ein bisschen drüber nachgedacht,
Claudia: dass jetzt der Sommer wieder kommt.
Claudia: Und gerade so die Temperaturen, sobald sie über 35 Grad steigen,
Claudia: sind so in meinem Kopf mit so einer klassischen meteorologischen Messgröße verbunden.
Claudia: Und ich dachte, über die können wir heute mal reden. Und dazu gab es nämlich
Claudia: auch eine Studie oder eine Veröffentlichung, die sich mit dieser Temperaturmarke beschäftigt hat.
Claudia: Genau, die wollte ich heute mal rausziehen. Es geht nämlich um diese schöne
Claudia: Grenze von 35 Grad Celsius, die in der Meteorologie funktioniert.
Claudia: Verwendet wird, um eben zu markieren, ab wann Hitze eigentlich tödlich ist für Menschen.
Claudia: Also Lufttemperatur 35 Grad, nicht Körpertemperatur.
Florian: Ja, ich wollte gerade sagen, wir hatten das, glaube ich, auch schon mal,
Florian: ich erinnere mich, Waage, dass ich das erzählt habe, da gibt es ja diese Red
Florian: Bulb Temperatur, also so eine Kombination aus Luftfeuchtigkeit und Hitze,
Florian: aber du redest jetzt über was anderes. Geht es bei dir jetzt nur um die Temperatur?
Claudia: Doch, doch.
Florian: Ah ja, okay.
Claudia: Genau, ich möchte auch genau über diese Temperatur reden, weil genau über die
Claudia: hattest nämlich schon mal gesprochen und wir haben diese 35-Grad-Grenze gesprochen.
Florian: Genau, weil Temperatur an sich muss ja nicht schlimm sein. Man kann ja auch
Florian: in der Sauna sitzen bei 90 Grad.
Florian: Das ist ja dann auch nicht dauerhaft gesund, aber zumindest stirbt man nicht sofort.
Claudia: Genau, man stirbt nicht sofort, genau. Und diese Red Bulb Temperature 35-Grad-Grenze
Claudia: war eine sehr lange etablierte Grenze,
Claudia: die gezeigt hat, wann die Kombination aus Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit
Claudia: für den Menschen eben tödlich ist, so ab einer gewissen Zeit natürlich erst,
Claudia: die man da drin verbringt.
Florian: Wenn man dann Hitze nicht mehr durch Schwitzen abgeben kann,
Florian: weil die Luftfeuchtigkeit zu groß ist, oder? Exakt.
Claudia: Vielleicht gehen wir da auch nochmal ganz kurz rein, die Leute nochmal abzuholen
Claudia: und uns nochmal abzuholen.
Claudia: Diese Wetbulb-Temperature ist ja die niedrigste Temperatur, die quasi unsere
Claudia: Entgebungsluft erreichen kann, wenn sie durch Verdunstung vollständig abgekühlt wird.
Claudia: Also gemessen wird sie ja mit diesen Thermometern, mit so diesen Glasräumen,
Claudia: um die so ein feuchtes Tuch gewickelt wird.
Florian: Voll wissenschaftlich, wie ich das erst einmal gelesen habe.
Florian: Da gibt es eine Wissenschaft hier, toll, Supercomputer, weiß Gott was, alles, aber nein.
Florian: Und dann wickelst du so ein Stoffstück um. Wir wissen, Fetzen um ein Thermometer.
Claudia: Ja.
Claudia: Aber so funktioniert es. Da kann man sich halt vorstellen, dann strömt ja die
Claudia: Luft über dieses Thermometer und wie, wenn unsere Haut feucht ist und man da
Claudia: so Luft drüber pustet, kühlt sich die Haut ab und eben das Thermometer auch.
Claudia: Also es senkt die Temperatur im Thermometer, wenn die Luft da strömt.
Claudia: Genau, durch diese Verdunstungskälte. Und je trockener und wärmer die Luft ist,
Claudia: die quasi vorbeiströmt, umso mehr kann verdunsten und umso kühler wird diese
Claudia: Temperatur im Thermometer, die gemessen wird unter diesem feuchten Schlauch.
Claudia: Also die Wet Bulb Temperature wird besonders niedrig, umso trockener und wärmer
Claudia: die Luft ist, die da vorbeiströmt.
Claudia: Diese Kombination hat man halt auch immer benutzt oder benutzt man ja heute
Claudia: noch, um auszudrücken, wie gut kühlt denn der Schweißfilm auf unserer Haut.
Claudia: Der Schweißfilm ist unser nasser Lappen.
Claudia: Und diese Temperatur hat man eben herangezogen, um diese Grenze zu ziehen.
Claudia: Die gilt schon sehr lange. Also diese 35-Grad-Grenze bei einem längeren Aufenthalt
Claudia: wird als die Grenze gewählt.
Claudia: Gesehen, ob der dann quasi so eine tödliche Hitzeerschöpfung oder ein Hitzeschlag
Claudia: quasi fast unvermeidbar ist für Menschen.
Claudia: Weil wir uns nicht mehr abkühlen können durch Schwitzen. Ich weiß nicht,
Claudia: ob wir auch mal so Zahlen nennen wollen.
Claudia: Vielleicht hilft es bei einigen, zum Beispiel, wenn man so 40 Grad Lufttemperatur
Claudia: hat, also normale Lufttemperatur und 0% Luftfeuchtigkeit. Also es ist super trocken.
Florian: So Wüste.
Claudia: Wüste, genau. Dann liegt diese ungefähr, weiß ich nicht, 20, 22 Grad grob.
Claudia: Diese Feuchttemperatur. Das ist gar nicht so schlimm. Also wir können uns gut,
Claudia: abkühlen durchs Schwitzen.
Florian: In der Wüste kann man ja auch rumlaufen, also auch nicht lange,
Florian: aber wenn man Wasser, das was dabei hat, dann gibt es die Lehm in der Wüste, also das geht ja.
Claudia: Also das ist der wichtige Punkt, man braucht Wasser, damit du trinken kannst,
Claudia: damit du weiter schwitzen kannst.
Claudia: Genau, und bei der, wenn du jetzt 30 Grad hast, was wir ja jetzt hier öfter
Claudia: mal so haben, und auch schon längst überschritten letzte Woche,
Claudia: und du hast aber gleichzeitig so 90 Prozent Luftfeuchtigkeit,
Claudia: dann liegt diese Wet Bulb Temperature schon eigentlich fast bei 30 Grad.
Claudia: Und dann ist es deutlich anstrengender für den Körper als diese 40 Grad und trocken.
Claudia: Und jetzt hat man sich aber diese Temperatur ja, diese 35 Grad Grenze festgelegt
Claudia: und hat die immer benutzt.
Claudia: Und wenn man jetzt mal auf die Realität guckt,
Claudia: Kommt man aber so ein bisschen auf erstaunliche Ergebnisse. Und diese Studie,
Claudia: die ich mitgebracht habe, die heißt Deadly Heat Stress Conditions Are Already
Claudia: Occurring und ist aus Nature Communications, das ist noch gar nicht so lange
Claudia: her, ist von diesem Jahr.
Claudia: Und die haben sich mal so Hitzewellen angeschaut aus den letzten 20 Jahren,
Claudia: 25 Jahren, wo es tatsächlich viele Meldungen von Hitzetoten gab.
Claudia: Also jetzt nicht gestartet mit, wir gucken irgendwelche Hitzewellen an,
Claudia: sondern wir gucken uns die Hitzewellen an, wo eben besonders viele Todesfälle gemeldet wurden.
Claudia: Also da gibt es dann irgendwie so rund um Bangkok oder im Jahr 2024,
Claudia: also so Südostasien oder Australien im Januar 2019 oder Europa.
Claudia: Also daran kann sogar ich mich noch erinnern, in 2003.
Florian: Ja, die ist tatsächlich spurlos an mir vorbeigegangen. Die taucht immer wieder
Florian: in der Literatur auf. Ich habe auch schon darüber gesprochen,
Florian: aber ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass 2003 irgendwas
Florian: Besonderes passiert ist.
Florian: Wenn es war das letzte Jahr meines Doktoratstudiums, vielleicht war ich da einfach so.
Florian: Gut, nee, ich habe nicht so hart gearbeitet, muss ich ehrlich sagen.
Claudia: Ich habe Abi gemacht. Also ich kann mich daran erinnern, aber es ist natürlich
Claudia: dann doch auch schon einige Zeit her.
Claudia: Und das Spannende an all diesen Fällen, also Sie haben da so sechs Fälle rausgesucht,
Claudia: ist, wenn man da reinschaut, Die hatten tatsächlich zum Beispiel im Mekka 2024
Claudia: über 1300 Hitzetote, aber die Wet Bulb Temperature lag ungefähr bei 29 Grad.
Claudia: Also das ist niedriger als unsere 35 Grad.
Claudia: Oder in Phoenix, also in den USA, Mexiko da die Ecke, 2023, da gab es über 2300
Claudia: Tote und die Red Bulb Temperature lag bei 24 Grad.
Claudia: Also da sind wir jetzt doch schon in einem Bereich, der weicht doch stark ab von unseren 35.
Florian: Gut, da bin ich jetzt noch gespannt. Also ich meine, du wirst es vermutlich
Florian: erklären, aber du hast jetzt gerade Mecca und Phoenix gesagt.
Florian: Ich habe jetzt von beiden so auf die Stelle nichts mitbekommen.
Florian: Aber bei Mecca zum Beispiel, da sind ja auch noch andere Umstände.
Florian: Also wenn es jetzt darum geht, um dieses Pilgerzentrum, dann sind da jede Menge
Florian: Menschen, die aus allen möglichen Gründen gestresst sind.
Florian: Menschen, die vielleicht sonst nicht verreisen würden, die aber deswegen dahin
Florian: gereist sind und die dann nämlich zusammengedrängt sind.
Florian: Also vielleicht liegt es auch einfach an äußeren Umständen, dass da schon die
Florian: niedrigere Temperatur gereicht hat, dass man vielleicht was mitbekommt.
Claudia: Also das zum einen sicher. Also da sind natürlich auch noch andere Rahmenbedingungen.
Claudia: Wobei, ich habe jetzt die Stadt genannt, damit man eine gute Idee hat, wo es ungefähr liegt.
Claudia: Aber die Hitze fokussiert sich natürlich auf einen größeren Bereich.
Florian: Okay, ich dachte jetzt, die Toten sind alle quasi von dem einen Punktort gezählt.
Claudia: Ah, ich glaube, die sind aus der Region.
Florian: Okay.
Claudia: Aber müsste ich jetzt auch nochmal genauer nachschauen. Ich glaube,
Claudia: das waren quasi alle aus dieser Hitzewelle.
Claudia: Aber natürlich ist es wieder was anderes, wenn du in der Stadt und wenn du ja
Claudia: in einer eher ländlichen Gegend
Claudia: bist, weil sich da auch wieder die Luftfeuchtigkeit anders sein kann.
Claudia: Und natürlich Leute, die da sind und vielleicht irgendwelche Aktivitäten durch
Claudia: irgendwie draußen in der Sonne arbeiten zum Beispiel. Das haben wir ja hier auch gerne dazu.
Claudia: Das hat natürlich auch Konsequenzen. Aber worauf wir hinaus wollen und was Sie
Claudia: in der Studie feststellen wollen, ist, dass das klassische Modell also auf jeden Fall versagt.
Claudia: Also 35 Grad Red Bulb Temperature, das kann es nicht sein.
Claudia: Also es kann nicht der Indikator sein für tödliche Temperaturen bei längerem
Claudia: Aufenthalt, weil wir offensichtliche Ausnahmen sehen.
Claudia: Es gibt ein neues Verständnis davon, was man vielleicht besser machen könnte.
Claudia: Und das ist nochmal was anderes, als du jetzt im Kopf hattest.
Claudia: Das wäre sicher, ist natürlich sicher immer noch relevant.
Claudia: Aber was die gesagt haben ist, naja, vielleicht sollte man, und ich weiß es
Claudia: jetzt, das ist jetzt revolutionär, aber man sollte vielleicht die Physiologie
Claudia: des Menschen berüchtigen.
Florian: Was? Ja. Wie sind katasphärischen Punkte in diesem Modell?
Claudia: Ja, ja. Man könnte sich wundern, aber du hast es ja vorhin schon gesagt zum
Claudia: Beispiel, Man muss in der trockenen Hitze viel trinken, damit man eben weiter
Claudia: schwitzen kann und nicht austrocknet.
Claudia: Aber weißt du, wir haben auch so eine maximal mögliche Menge an Schweißproduktion.
Florian: Ja, stimmt.
Claudia: Der menschliche Körper kann jetzt nicht unendlich viel Schweiß produzieren.
Florian: Ich wollte gerade sagen, man kann schon ordentlich schwitzen,
Florian: aber beliebig weit geht es nicht.
Claudia: Exakt. Also das ist zum Beispiel eine physiologische Grenze,
Claudia: die hatte da bisher noch gar keinen Einfluss drauf. Also die wurde zum Beispiel nicht berücksichtigt.
Claudia: Das ist zum Beispiel auch altersabhängig. Also ältere Menschen schwitzen anders
Claudia: oder weniger, genauer gesagt, als jüngere.
Florian: Okay, habe ich mir noch nicht so klar gemacht, dass man anders schwitzt oder
Florian: dass die Menge des Schwitzens sich im Alter verändert. Also ja, okay, gut.
Claudia: Ja, oder ältere Menschen trinken ja zum Beispiel auch weniger.
Florian: Das habe ich gewusst, ja.
Claudia: Diese physiologischen Parameter, die dahinter liegen, verändern sich.
Claudia: Es gibt natürlich noch andere Sachen.
Florian: Kleine Kinder können stundenlang im Schwimmbad sitzen, ohne dass es ihnen kalt wird.
Claudia: Zum Beispiel. Ja, die können noch viel länger durch Hitze rennen.
Claudia: Ja, also genau, es gibt, Menschen sind unterschiedlich.
Claudia: So, das hat man mal festgestellt. Und dass eben der biologische Prozess des
Claudia: Schwitzens und Trinkens auch eine Grenze hat.
Claudia: Und natürlich gleichzeitig auch noch so Sachen reinspielen, wie du jetzt angesprochen
Claudia: hast, wenn jemand tatsächlich in der Hitze steht, also in der Sonne,
Claudia: direkt ohne Schatten einfach in der Sonne steht,
Claudia: ist die Hitze auch nochmal anders, als wenn ich mich eben in den Schatten stelle,
Claudia: obwohl die Lufttemperatur die gleiche ist.
Florian: Ja klar.
Claudia: Und die Sachen werden auch berücksichtigt.
Claudia: Wenn wir jetzt mal sagen, wir sollten vielleicht diese 35 Grad Red Bulb Temperature
Claudia: anpassen an unsere physiologischen Gegebenheiten, dann kriegen wir ein leicht anderes Bild.
Claudia: Und du kannst ja jetzt mal auf die Studie klicken, die verlinken wir auch in
Claudia: den Shownotes, da könnt ihr mitgucken.
Claudia: Und da gibt es eine Abbildung 1.
Florian: Ja, Abbildung 1, habe ich sie gefunden.
Claudia: Hast du eine Abbildung für Menschen zwischen 18 und 35 und rechts hast du eine
Claudia: Abbildung für Menschen über 65.
Claudia: Und was wir sehen ist, unten ist die Temperatur aufgetragen von 30 Grad bis,
Claudia: ich glaube es geht so hoch, bis 60, bis 60 Grad. So warm will ich es bitte nicht haben.
Florian: Also Lufttemperatur musst du jetzt sagen, nicht die Wettbewerbtemperatur.
Claudia: Nicht die Wettbewerbtemperatur, weil links ist nämlich die relative Feuchtigkeit
Claudia: aufgetragen, die Luftfeuchtigkeit von 0 bis 100 Prozent.
Claudia: Und wir sehen oben rechts, da wo es also quasi hohe Lufttemperatur und hohe
Claudia: Luftfeuchtigkeit gibt, also oben rechts in der Ecke ist hohe Luftfeuchtigkeit
Claudia: und hohe Temperatur, einen roten Bereich. Und der...
Claudia: Ist abgegrenzt von diesem 35-Grad-Modell, das wir bisher immer genutzt haben.
Florian: Genau, da sieht man nochmal genau das, was du vorhin gesagt hast,
Florian: dass diese Wettballtemperature eben von beiden Größen abhängt.
Florian: Wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist, 100 Prozent, dann reichen schon niedrige
Florian: Temperaturen, um diese Wettballtemperature von 35 Grad zu erreichen.
Florian: Und bei niedriger Luftfeuchtigkeit, ja, da musst du halt dann 60 Grad oder irgendwie sowas haben.
Florian: Also es ist so ein dreieckiges Eck, das da quasi rot eingefärbt ist von diesem Quadrat.
Claudia: Genau, richtig beschrieben. So oben rechts ist so ein Dreieck in Rot.
Claudia: Das ist quasi von, wenn du 35 Grad Lufttemperatur hast und du hast 100 Prozent
Claudia: Luftfeuchtigkeit, dann hast du diese Wet Bulb Temperature von 35 Grad erreicht
Claudia: oder bei 60 Grad Lufttemperatur, aber bitte dann nur 20 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Claudia: So da oben rechts in der Ecke.
Claudia: Da waren wir bisher und haben gesagt, diese Konditionen, die sind tödlich.
Claudia: Und dann gibt es unten links auch so ein Dreieck quasi, das aber ein bisschen
Claudia: verformter ist. Das ist das neue Modell.
Claudia: Das ist dann so grün. Da sagt das neue Modell, das hier ist der sichere Bereich.
Claudia: Und zwischen dieser Linie, diesem grünen Bereich, wo das neue Modell sagt,
Claudia: da ist sicher, und dem Bereich rechts, wo es rot ist, wo das alte Modell sagte,
Claudia: da ist nicht sicher, dazwischen ist ein gelber Bereich.
Florian: Okay, das ist das, was man bisher übersehen hat offensichtlich.
Claudia: Das ist das, was man bisher übersehen hat. Und bei den jüngeren Personen,
Claudia: also zwischen 18 und 35 Jünger, also bei jungen Erwachsenen bis Erwachsenen,
Claudia: ist das ein relativ schmaler Bereich.
Claudia: Also es ist schon vorhanden, aber es ist relativ schmal. Und insbesondere da
Claudia: unten rechts, wo also die Temperaturen hoch sind und es trocken ist,
Claudia: gibt es einen Unterschied.
Claudia: Die tödliche Grenze liegt nicht bei 60 Grad und 20 Prozent Luftfeuchtigkeit, sondern da.
Claudia: Die liegt bei 50 Grad, bei 20 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Florian: Okay.
Claudia: Also da ist schon, also das sind 10 Grad Lufttemperaturunterschied,
Claudia: die wir bisher nicht gesehen haben.
Claudia: Da ist eigentlich der tödliche Bereich für den Menschen, für unsere Physiologie schon erreicht.
Claudia: Und jetzt kannst du auf die rechte Abbildung gucken, wo das für die über 65-Jährigen
Claudia: aufgezeichnet ist. Und da ist der gelbe Bereich deutlich größer.
Florian: Okay, dann habe ich jetzt noch eine Frage aus reinem Eigennutz.
Florian: Ich bin 49, ich bin noch 48, glaube ich.
Florian: Und was ist mit denen? Die sind wurscht. Also die 36- bis 64-Jährigen.
Claudia: Also die gleiche Abbildung kann man natürlich auch für die machen und das liegt genau dazwischen.
Florian: Ja, habe ich mir gedacht, ja.
Claudia: Ja, genau. Sie haben halt jetzt diese zwei Gruppen rausgesucht,
Claudia: um halt die Unterschiede deutlich zu machen.
Claudia: Aber wir Personen dazwischen, da liege ich ja auch. Vielleicht sollten wir uns
Claudia: einfach so, um sicher zu gehen, eher an dem Modell für die über 65-Jährigen.
Florian: Ja, rein gefühlsmäßig gucke ich da auch hin, ja.
Claudia: Ja, genau. Also von daher gucken wir vielleicht dahin, was für sicher ist.
Claudia: Und für die zum Beispiel ist bei dieser gleichen Grenze, wo ich eben sagte,
Claudia: das alte Modell sagt für alle gleichermaßen, bei 60 Grad Lufttemperaturen 20
Claudia: Prozent Luftfeuchtigkeit wird es tödlich.
Claudia: Für Jüngere ist das jetzt 50 Grad bei 20 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Claudia: Und für Menschen über 65 liegt die Temperatur nur noch bei 45 Grad,
Claudia: wenn wir 20 Prozent Luftfeuchtigkeit haben.
Florian: Okay, ja 45 hat man schon mal. Also jetzt bei uns doch nicht,
Florian: aber andere Länder haben das schon.
Claudia: Andere Länder haben das schon. Und wir haben aber dafür ja auch in der Regel
Claudia: höhere Luftfeuchtigkeiten.
Claudia: Also wir haben ja jetzt nicht so die super trockene Hitze. Da merkt man jetzt
Claudia: schon, wenn wir wirklich berücksichtigen, wie Menschen eigentlich schwitzen können,
Claudia: wie ihre Physiologie so ist, dann haben wir bisher mit diesem klassischen Modell,
Claudia: wir legen einfach eine Temperatur für alle fest, eben daneben gelegen.
Claudia: Und das erklärt natürlich zum Teil diese Lücke, die wir sehen,
Claudia: diese Diskrepanz zwischen, ja, wir haben hier eine hohe Sterblichkeit aufgrund
Claudia: von Hitze, aber hey, und die Wetbulb-Temperature wurde doch noch gar nicht erreicht.
Claudia: Wie gesagt, die Realität ist immer ein bisschen anders als die Theorie,
Claudia: vor allem wenn man Menschen nicht berücksichtigt.
Florian: Ich meine, es ist ein inhärentes wissenschaftliches, ich will nicht mal Problem
Florian: sagen, sondern Phänomen.
Florian: Wir können halt die Komplexität der Welt immer nur in ein Modell passen,
Florian: anders geht es nicht, sie ist nicht hundertprozentig abbildbar und die Modelle
Florian: füllen einen Zweck und je nach Kontext sind die Modelle manchmal unvollständig
Florian: oder können nicht genau das beschreiben,
Florian: was wir beschreiben wollen und jetzt hat man festgestellt,
Florian: wenn wir jetzt wirklich genau wissen wollen, was betrifft die Sterblichkeit
Florian: bei Hitzewellen, dann brauchen wir ein besseres Modell.
Claudia: Und da heißt dieses Modell, das übrigens, ich versuche gerade nochmal den Namen
Claudia: raus, Heat-Lim heißt, also Heat wie Hitze und Lim wie, weiß ich nicht, L-I-M.
Florian: Limo.
Claudia: Limo, ja, Hitze-Limo, nur ohne O. Die haben ein verbessertes Modell.
Claudia: Und wir können jetzt auch nochmal auf diese Hitzewellen gucken,
Claudia: wo du da gesagt hast, du kannst dich gar nicht mehr so erinnern auch. Und zwar Abbildung 2.
Florian: Ja, habe ich offen, ja.
Claudia: Hast du offen. Da sehen wir die Weltkarte, die haben wir schon lange nicht mehr gesehen.
Florian: Die Weltkarte?
Claudia: Gerade auf, ja. Wir haben sonst immer so viele Weltkarten.
Florian: Achso, ja, stimmt, ja.
Claudia: In letzter Zeit gar nicht so offen. Und da sind die verschiedenen Hitze-Events aufgezeichnet.
Claudia: Also du siehst zum Beispiel jetzt in Abbildung F, da hast du den Zoom rein auf Indien.
Florian: Ja, Indien ist doppelt drauf. Indien ist ein C auch, also. Ja.
Claudia: Stimmt, SNC auch, aber da ist es am Rande, hier ist es komplett im Fokus.
Claudia: Das war die Hitzewelle im Juni 2015.
Claudia: Und da sehen wir jetzt lustige farbige Markierungen. Die geben an,
Claudia: dass eine Kombination aus Populationsdichte,
Claudia: also wie viele Menschen leben dort, die über 65 sind, und gleichzeitig noch
Claudia: wie viele nicht überlebbare Tage,
Claudia: also mit einer Red Bulb Temperature über der im neuen Modell angegebenen,
Claudia: Gab es denn diese Hitzewelle an diesen Orten?
Claudia: Das heißt, wenn wir so die Farbe schwarz haben, dann gab es eine sehr,
Claudia: sehr hohe Dichte von Personen über
Claudia: 65 und sehr viele Tage, die diese Überlebensgrenze überschritten haben.
Florian: Ja, das sieht man auch immer sehr gut. Also die Hitzewelle in Europa,
Florian: da ist sehr spärlich farbig und sehr wenig dunkle Farben.
Florian: Das heißt, da ist die Kombination aus Physiologie, Alter,
Florian: Tagen, die die Tibetbulb-Temperature überschreiten und so weiter,
Florian: offensichtlich so, dass es ja deutlich weniger gefährlich ist für die Menschen
Florian: als jetzt zum Beispiel in Indien, was ja da in dieser einen Abwehr fast ein
Florian: kompletter roter Fleck ist.
Florian: Und das illustriert, ich meine sehr schön, es illustriert sehr schön,
Florian: aber es illustriert sehr schön ein nicht sehr schönes Phänomen,
Florian: nämlich das, was wir auch immer schon wieder mal besprochen haben,
Florian: dass die Länder, die historisch verantwortlich sind für die Klimakrise,
Florian: also vor allem eben so Europa, die Folgen bei Weitem noch nicht so stark spüren,
Florian: wie die Länder anderswo, die historisch gesehen nicht verantwortlich sind für die Klimakrise.
Florian: Also sowas wie Indien, Südostasien und so weiter.
Florian: Also da, die erwischt es voll, obwohl sie historisch gesehen nicht wirklich so viel dafür können.
Claudia: Absolut. Auch die Fläche, also wir jetzt sehen die Fläche an,
Claudia: die farbig eingefärbt ist einfach viel größer und das hat verschiedene Einflussfaktoren.
Claudia: Also wenn du auf diese Hitzewelle wirklich guckst in Europa,
Claudia: die angezeigt wird, da sehen wir, die Farben sind in diesen gelblichen Schattierungen.
Claudia: Das heißt, da ist die Dichte an Personen über 65 jetzt gar nicht so hoch,
Claudia: aber ein Teil der Tage über diesen Schwellwert war bei 100%.
Claudia: Das heißt, da haben wir eher, das sind zwar kleine Bereiche.
Claudia: Und in Indien ist der Farbbereich eher in diesem Orange-Bereich,
Claudia: der eben sagt, da ist eine höhere Populationsdichte.
Florian: Ja, definitiv.
Claudia: Allein das schon, dann mag es vielleicht dann weniger Tage prozentmäßig geben,
Claudia: die tödlich waren. Aber es gibt ja auch mehr Menschen, die diesen ausgesetzt waren.
Claudia: Das heißt also, die Sterblichkeit hängt ja von genau diesen beiden Faktoren ab.
Claudia: Also welche Todeszahlen wir sehen. Und das ist ja das, was man sich angeguckt
Claudia: hat, hängt von diesen beiden Faktoren an.
Claudia: Wie viele Menschen leben dort, die über 65 sind und wie viele Tage gibt es,
Claudia: die für die wirklich tödlich sind.
Claudia: Es gibt aber eine Abbildung, die eine gute Lösung zeigt. Weil das hier,
Claudia: diese Abbildung 2 ist, denn die Personen eben in der Sonne, der Sonne ausgesetzt
Claudia: sind, weil sie eben draußen sein müssen, draußen sind.
Claudia: Und dann gibt es die Abbildung 3, die zeigt quasi das Gleiche,
Claudia: nur mit dem Unterschied, dass die Personen jetzt nicht in der direkten Sonne
Claudia: stehen, sondern im Schatten.
Florian: Okay, ja klar.
Claudia: Lufttemperatur ist ja die gleiche.
Florian: Also mit Schatten meinst du jetzt wirklich draußen im Schatten und nicht irgendwo reingehen?
Claudia: Ja, also du hast dieselbe Lufttemperatur, aber du bist im Schatten.
Florian: Weil drinnen ist ja wieder was anderes.
Claudia: Genau, drinnen ist wieder was anderes. Da hast du ja auch eine andere Lufttemperatur
Claudia: um dich. Ja, und Luftfeuchtigkeit.
Claudia: Genau, also das heißt, du bist einfach nur in den Schatten verschoben und dann
Claudia: kannst du drauf gucken, das sind dieselben Farben.
Claudia: Also selbe Farbskala, selbe Zahlen und du hast auch dieselben Bereiche und du
Claudia: siehst, es wird alles sofort sehr viel heller. Und in Europa sieht man dann
Claudia: nur noch so ein paar hellgelbe Kleckse in 2003.
Claudia: Vielleicht noch so zwischendrin, wenn man genau hinguckt, noch so ein bisschen
Claudia: so einen Orangenklecks, so einen kleinen hellen.
Claudia: Aber man merkt, okay, hätten wir darauf, also würden wir darauf achten,
Claudia: dass wirklich alle Leute Schatten haben, in denen sie sein können.
Claudia: Da tut sich einiges und auch in Indien jetzt in der Abbildung F,
Claudia: da sehen wir jetzt sehr viel helllila.
Claudia: Das heißt, da ist die Populationsdichte super hoch, aber der Anteil der Tage,
Claudia: die tödlich sind, liegt jetzt weit unter 25 Prozent.
Florian: Man könnte fast meinen, es wäre eine gute Idee, Städte zu begrünen oder sowas.
Claudia: Ja, dass man Bäume pflanzt oder dass man grundsätzlich dafür sorgt,
Claudia: dass Leute irgendwie Schatten bekommen.
Claudia: Ja, ich weiß, es ist kein Hexenwerk wirklich.
Claudia: Es ist sehr simpel, aber zeigt eben auch hier, wenn wir die Physiologie berücksichtigen,
Claudia: hey, Schatten ist gut. Wunderbar.
Florian: Ja gut, andererseits noch kurze Anmerkung hierzu. Ein Bild Australien,
Florian: ich meine da die gefährdete Region ist genau die Mitte, wo halt wirklich,
Florian: da ist halt sehr wenig, da ist Wüste.
Florian: Da müssen wir jetzt nicht unbedingt Großaustralien aufforsten,
Florian: glaube ich, sondern eher darauf achten, dass die Leute da nicht rumrennen.
Claudia: Ja, dass sie da vielleicht gar nicht erst hinkommen in solchen Tagen.
Claudia: Was ich halt an diesem Hitzeindex und an den Abbildungen halt noch so wichtig
Claudia: finde zum Nachdenken, ist natürlich, dass wir ja auch einen demografischen Wandel
Claudia: haben. Und dass auch in Europa die Dichte an Personen über 65 einfach zunehmen wird.
Florian: Definitiv.
Claudia: Dann werden natürlich diese Abbildungen auch für uns zukünftig anders aussehen,
Claudia: weil wir einfach eine andere Bevölkerungsdichte haben in dieser Alterskategorie.
Claudia: Und deswegen wird es ja noch wichtiger, dafür zu sorgen, dass diese Personen
Claudia: eben auf sich achten können und wir Schatten anbieten können.
Claudia: Ja, aber das war jetzt schon mal so grob gesagt eigentlich, dass das dieser Artikel ausgesagt hat.
Claudia: Diese schöne starre Grenze, die wir mal hatten, funktioniert eigentlich gar nicht.
Claudia: Die Realität sieht anders aus. Wir müssen Physiologie berücksichtigen,
Claudia: Menschen berücksichtigen und unsere Schweißmenge berücksichtigen.
Claudia: Es gibt ja auch tatsächlich Personen, die einfach eine geringere Schweißproduktion haben.
Claudia: Ich kenne aber auch Menschen, die sehr viel schwitzen und sagen, das stört sie.
Claudia: Aber Leute, in dem Fall ist das gut. Ich weiß, es nervt trotzdem, aber in dem Fall.
Florian: Dann werden wir sehen, was dann die Evolution in Zeiten der Klimakrise macht.
Florian: Wir werden uns alle evolvieren zu Menschen, die schwitzen wie Sau,
Florian: weil das ein super Überlebens-Trade ist in Zukunft.
Claudia: Das ist ein Skill, den man braucht. Und das ist der Punkt.
Claudia: Also wenn man jetzt so oft in die Klimakrise schaut, wir haben ja jetzt schon
Claudia: diese Hitzewellen, wir haben ja jetzt schon diese tödlichen Hitzewellen,
Claudia: die einfach auftauchen.
Claudia: Und das wird ja künftig mehr. Und jetzt haben wir zumindest mit diesem neuen
Claudia: Index, mit diesem neuen Ansatz, diese Red-Bild-Temperature-Physiologie abhängig,
Claudia: altersabhängig zu betrachten,
Claudia: die Möglichkeit auch jetzt auf die Projektionen zu gucken, um nochmal zu re-evaluieren, okay,
Claudia: wie tödlich werden denn jetzt die Hitzewellen der Zukunft?
Claudia: Das haben sie jetzt noch nicht gemacht, aber das wäre so der nächste Schritt.
Claudia: Ich halte meine Augen auf, wenn die Sachen auftauchen.
Claudia: Aber es ist jetzt natürlich schon aus unseren Kenntnissen und den Zuhörenden
Claudia: sicher auch klar, dass das noch bedeutet, dass wir bisher unterschätzt haben.
Claudia: Wie die künftigen Hitzewellen sich auf die Sterblichkeit auswirken.
Florian: Ja, ist interessant. Ich frage mich, ob wir solche Karten wie die in dieser
Florian: Arbeit in Zukunft auch mal im Wetterbericht sehen werden.
Florian: Dass wir dann so Vorhersage bekommen für, wenn sie älter als 65 Jahre sind,
Florian: dann bitte morgen nicht vor die Tür gehen, weil sonst sterben sie.
Florian: Sie werden es nicht sagen, aber ob wir solche Karten auch regelmäßig in den
Florian: Nachrichten und Wetterberichten sehen werden und nicht nur in wissenschaftlichen Arbeiten.
Claudia: Ja, oder ob wir künftig dann Siesta machen.
Florian: Ja, das haben wir schon mal diskutiert. Da müssen wir wirklich die ganze Welt
Florian: umbauen, damit wir bei uns Siesta machen können, weil Schule,
Florian: Arbeit und alle anderen Sachen sind ja so abgestimmt auf das,
Florian: was wir bis jetzt gehabt haben.
Claudia: Ja, aber ich würde auch total gerne, das haben wir ja jetzt nicht gesehen,
Claudia: das habe ich an der Arbeit nicht gesehen, das Ganze nochmal für Kinder sehen.
Claudia: Also wirklich, wie ist das bei denen? Es kann sein, dass es halt einfach notwendig
Claudia: sein wird, ob wir jetzt wollen, oder nicht?
Florian: Ja, natürlich. Und dann nimmt die Welt keine Rücksicht drauf. Die macht, was sie will.
Florian: Wie war das nochmal mit Change by Design und Change by Desaster oder so ähnlich hieß das?
Claudia: Ja, ich dachte, es war Notwendigkeit, aber mir fällt das Wort auch gerade nicht
Claudia: ein. Aber ich glaube, es ist Desaster.
Claudia: Ja, exakt. Also von daher wird es einfach künftig so sein, dass wir entweder
Claudia: überall Schatten einziehen oder halt tatsächlich unsere Lebensweise ein bisschen
Claudia: verändern, dass wir eben eher in den Abendstunden arbeiten.
Claudia: Weil wirklich, also Arbeiten, Outdoor-Arbeiten, die auf der Straße oder im Freien
Claudia: einfach arbeiten, die brauchen entweder Schatten oder spätere Arbeitszeiten,
Claudia: wo die Sonne sie nicht mehr direkt bestrahlt.
Florian: Ja, ich sehe schon das nächste dystopische Geschäftsmodell für irgendwelche Tech-Firmen.
Florian: Schatten auf Bestellung, wo du irgendwie anrufst oder per App irgendwo hinklickst
Florian: und dann kommen irgendwie fünf Drohnen und beschatten dich.
Claudia: Ja, und halten die so einen Schatten...
Claudia: Damit könnte man wahrscheinlich wirklich toll Geld machen. Super.
Florian: Schauen wir, was die Welt in Zukunft bringen wird.
Claudia: Ja, wir freuen uns schon nicht. Okay, gut. Ja, aber das war mein heutiger Beitrag zum Thema.
Claudia: Ich fand das total spannend und ich werde jetzt überhaupt mal darauf achten,
Claudia: ob überhaupt Wet-Buy-Temperature irgendwo diskutiert wird im Wetterbericht.
Florian: Ja, mir ist es noch nicht wirklich oft untergekommen. Ich kann mich,
Florian: glaube ich, erinnern, es einmal irgendwo gesehen zu haben. Aber so regelmäßig
Florian: wird die Luftfeuchtigkeit im klassischen Wetterbericht erwähnt,
Florian: wenn ich mich richtig erinnere.
Claudia: Nee, tatsächlich auch. Also für mich ist auch die Erinnerung,
Claudia: dass das nicht drankommt.
Claudia: Aber ich weiß, dass es in den Apps
Claudia: mit dabei steht. Da steht nämlich immer Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Claudia: Und jetzt kann man halt anhand dieser Abbildung, gut, wir müssen wieder überlegen,
Claudia: wo wir dazwischen liegen.
Claudia: Aber kann man tatsächlich schauen, was ist denn jetzt die relative Luftfeuchtigkeit
Claudia: und was ist die Temperatur? wo liegt denn das auf diesem Diagramm?
Claudia: Liegt das in dem roten und gelben Bereich oder nicht?
Claudia: Also das finde ich irgendwie schon gut. Ich wünschte mir wirklich,
Claudia: dass wir das künftig angezeigt bekommen.
Florian: Ja, ein bisschen spürt man es ja auch, wie man sich fühlt. Aber ja,
Florian: oft kann man dem Gefühl dann nicht folgen.
Florian: Wenn ich jetzt, keine Ahnung, gerade draußen arbeiten muss, kann ich nicht zum
Florian: Chef gehen und sagen, Entschuldigung, ich fühle mich nicht gut, ich gehe nach Hause.
Florian: Kann man schon sagen, aber wenn man das unter den falschen Anstellungsbedingungen
Florian: so oft macht, dann hat man dann vielleicht bald keinen Job mehr.
Claudia: Ja, oh Gott. Okay, das war wieder eine Folge, da haben wir jetzt wieder nicht so die Positivität.
Claudia: Aber hey, weißt du, was helfen könnte, wenn wir uns vielleicht Gurken auf die Haut reiben?
Florian: Nein, okay.
Claudia: Die sind flüssig. Wenn wir nicht genug schwitzen, müssen wir halt mehr schwimmen
Claudia: oder halt Gurken auf uns drauf reiben.
Florian: Genau.
Claudia: Gurkenscheiben.
Florian: Gurkenscheiben. Ich wollte gerade sagen, Gurken reiben, stellen wir ein bisschen
Florian: unangenehm vor. Aber mache ich dann nur, wenn ich Tzatziki mache, dann reibe ich Gurken.
Claudia: Ja, aber du kannst sie aufschneiden und auf dir rumreiben, damit da so ein Feuchtigkeitsfond da ist.
Florian: Fast eine, eigentlich ist es gar nicht, aber fast eine Überleitung zu dem,
Florian: was nächste Folge kommen wird. Da geht es nämlich ums Essen, nicht ums Essen von
Florian: Die kommen in der nächsten Folge nicht vor, aber wir werden uns in der nächsten
Florian: Folge mit Nahrung beschäftigen bzw.
Florian: Mit den Firmen, die unsere Nahrung herstellen und was die so sagen und was man
Florian: davon halten darf, wenn die Dinge sagen.
Florian: Das wird das Thema der nächsten Folge sein. Und wer uns etwas erzählen will über Wetterberichte,
Florian: die anders sind, als wir sie gewohnt sind, vielleicht lebt ihr ja in Ländern,
Florian: wo die Wetterberichte nicht so laufen wie in Österreich oder Deutschland oder
Florian: vielleicht macht ihr selbst Wetterberichte im Fernsehen.
Florian: Ja, auch genug Leute, die das machen und vielleicht hört der eine oder die andere hier zu.
Florian: Erzählt uns, wie es bei euch läuft im Wetterbericht oder erzählt uns irgendwas
Florian: anderes, was ihr uns erzählen wollt.
Florian: Wenn ihr was erzählen wollt, dann am besten unter podcast.dasklima.fm. Da erreicht ihr uns.
Florian: Shownotes mit Links zu arbeiten und so weiter findet ihr unter dasklima.fm.
Florian: Und wenn ihr darüber hinaus den Podcast auch noch bewertet, abonniert, weitererzählt und so,
Florian: dann freuen wir uns, weil dann hören auch andere Menschen davon,
Florian: wie gut hoffentlich unsere Folgen sind und kommen dann auch zu uns.
Florian: Ihr könnt den Podcast auch unterstützen.
Florian: Auch diese Infos findet ihr in den Shownotes.
Florian: Vor allem ist es uns aber wichtig, dass ihr uns zuhört, wenn wir unsere Folgen
Florian: machen, weil der Grund, warum wir uns hier unterhalten, ist,
Florian: dass andere Menschen dabei zuhören.
Florian: Ich glaube, das ist die Definition eines Podcasts und genau deswegen machen wir das so.
Florian: Und in der nächsten Folge in zwei Wochen habt ihr die nächste Gelegenheit zum Zuhören.
Florian: Und bis dahin verabschieden wir uns und sagen Tschüss.
Claudia: Tschüss. Bis zum nächsten Mal.
Florian: Ich habe dich übrigens heute schon gesehen. Was? Ja, du bist in meinem Traum aufgetaucht.
Claudia: Ah, okay.
Florian: Ja, das war sehr strange. Ich war in einer Veranstaltung nicht näher spezifiziert,
Florian: wo Leute von meiner Uni aufgetaucht sind.
Florian: Und dann gab es da jede Menge Lego und es gab irgendwelche Schwimmbäder.
Florian: Und wir sind da rumgelaufen und danach mussten wir aber Häppchen und Schnaps servieren, wir beide.
Claudia: Servieren durften wir wenigstens auch trinken?
Florian: Weiß ich nicht, da bin ich dann aufgewacht, weil der Wecker geklingelt hat,
Florian: aber wir mussten irgendwie rumlaufen und das Zeug austeilen.
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