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DK114 - Fußball, Tour de France und Olympia: Wie funktioniert Sport in der Klimakrise?

Shownotes

DK114 - Fußball, Tour de France und Olympia: Wie funktioniert Sport in der Klimakrise?

Und: Warum olympische Spiele in Zukunft in Glasgow und Sapporo stattfinden

"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

In Folge 114 wird es sportlich. Fußball-EM, Tour de France, Olympische Spiele in Paris: Im Sommer gibt es Sport. Im Sommer gibt es aber auch Hitze, Extremwetter und den Rest der Auswirkungen der Klimakrise. Was das für Folgen hat und wie der Sport der Zukunft aussehen wird, besprechen wir in dieser Folge. Wenn wir nichts tun, sieht es auf jeden Fall eher schlecht aus für Großereignisse der sportlichen Art. Aber immerhin kann man Sport auch zum Zweck der Klimaforschung nutzen.

Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.

Sport und Klima

Sport ist relevant für die Menschen und die Wirtschaft. Sport kann für Wissenschaftskommunikation genutzt werden (und hier kann man sich ein Beispiel dafür ansehen. Sport erzeugt natürlich auch CO2 und beeinflusst das Klima. Wir reden aber über die umgekehrte Wirkung: Was macht die Klimakrise mit der Ausübung des Sports? Im Baseball wird es zum Beispiel mehr Homeruns geben (wirklich!). Beim Tennis gab es 2020 große Probleme durch Waldbrände in Australien. Und bei der Tour de France muss der Asphalt gekühlt werden…

Die letzten Sommerspiele?

Wenn es heiß ist, kann Sport gefährlich werden. In der Arbeit “The last Summer Olympics? Climate change, health, and work outdoors” hat man untersucht, wo in Zukunft überhaupt noch Sommerspiele durchgeführt werden können. Denn wenn die Kühlgrenztemperatur zu groß wird, wird Sport lebensgefährlich. Und in Zukunft wird man nur noch in wenigen Städten der Welt Bedingungen für sportliche Großereignisse haben. Und zwar in Belfast, Dublin, Edinburgh, and Glasgow. Tja. Bei den Winterspielen sieht es nicht besser aus (“Climate change and the future of the Olympic Winter Games: athlete and coach perspectives”). Da gibt es außer Sapporo in Japan kaum noch Alternativen.

Weniger Fouls, aber auch weniger Gelaufe

Wer bei Hitze Fußball spielt, spielt schlechter. Eine Arbeit zur Fußball-WM 2018 hat aber gezeigt, dass es auch auf das Training ankommt: Nur wer dauerhaft keinen Hitzestress hat, landet am Ende ganz oben in der Tabelle. Eine chinesische Arbeit hat gezeigt, dass bei Hitze nicht nur die gelaufene Distanz und die Anzahl der Pässe sinkt, sondern auch die Zahl der Fouls. Das gilt auch für Fußball im Regen, aber nicht so stark.

Die drei Vs im Breitensport

Auch im Breitensport muss man sich in Zukunft ein bisschen besser vorbereiten. Und drauf achten dass man vorhydriert, vorcremt und vorkühlt. Eine Übersicht über die Gefahren und Maßnahmen kann man in dieser Arbeit lesen: “Sport and climate change—how will climate change affect sport?”.

Forschung bei der Flandern-Rundfahrt

Sport kann auch für die Forschung verwendet werden. In Belgien hat man sich Jahrzehnte an Bildmaterial der Flandern-Rundfahrt angesehen - war aber nicht an den Radlern interessiert, sondern an der Vegetation entlang der Strecke. Die Bäume fangen nämlich dank des Klimawandels immer früher an zu blühen, was man mit Daten dieser Art sehr gut nachweisen kann (“Using archived television video footage to quantify phenology responses to climate change”).

Hinweis zur Werbung und Unterstützung

Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal.

Kontakt und weitere Projekte

Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.

Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.

Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.

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Kommentare (4)

Frido

Auch wenn ihr euch eher auf die Auswirkungen des Klimas auf den Sport konzentriert habt: Die EM 2024 sollte doch eine Vorreiterrolle in Punkto Klimaschutz einnehmen: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw12-pa-nachhaltigkeitsbeirat-fussball-em-993448 Und dann ließt man, dass die niederländische Mannschaft mit dem Flugzeug zur Unterkunft nach Niedersachsen gezogen ist: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/EM-2024-Niederlande-als-erstes-Team-in-Niedersachsen-gelandet,emquartier100.html

Chris

Guter Podcast, vielen Dank! ;-)

Klaus

Hallo, danke für die interessante Folge. Ich habe die Studie zu Olympia gleich einmal downgeloadet und auch ans ÖOC geschickt. Nachdem ich dort noch ein paar Wochen meine Kontakte habe, habe ich die Hoffnung, dass es gelesen wird. Zu anderen Sportereignissen bei denen man den Klimawandel erkennt ein kurzer Hinweis: Ab 1937 fand in Zell am See am See ein Schirennen hinter Autos und Motorrädern, das Skikjöring statt. Ab den 50er Jahren jährlich als Porsche Gedächnisrennen, bis 1974. Als es vor ein paar Jahren wieder gestartet wurde, konnte es nur mehr auf einen Eisfläche am Flughafen durchgeführt werden, der See friert nicht mehr zu. Selbst die Eisfläche am Flughafen konnte im letzten Jahr nicht mehr präpariert werden, da es zu warm war.

Felix

Wie immer war es eine tolle Folge! Besonders die Studie zu den Austragungsorten der olympischen Sommerspielen hat mich mal wieder geschockt. Ich hätte gedacht, dass zumindest Hamburg bei einem current policcy-Szenario als Austragungsort infrage käme, da dort die Nordsee kühlt. Aber nicht mal das ist der Fall. Dass nicht eine Stadt im deutschsprachigem Raum in Frage kommt, zeigt welche ungemütliche Zukunft auf uns wartet, wenn wir nicht sofort umsteuern.

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